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NewsHub Seit Samstag hat Ecuador Julian Assange in der Londoner Botschaft das Internet abgestellt. Jetzt hat das Land auch einen Grund genannt: die WikiLeaks-Enthüllungen über die Clinton-Kampagne. Druck aus den USA habe es aber nicht gegeben – das sieht die Plattform anders.
Ecuador hat die Verantwortung für den gekappten Internet-Zugang von WikiLeaks-Gründer Julian Assange übernommen. Man habe seine Verbindungen in der Londoner Botschaft “vorübergehend eingeschränkt”, teilte das Außenministerium mit. Assange genieße aber weiter Asyl. Ecuadors Außenministerium begründete die Sperrung Assange mit den WikiLeaks-Veröffentlichungen über US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.
WikiLeaks hatte diesen Zusammenhang von Anfang an vermutet und warf dem Land vor, sich Druck aus den USA gebeugt zu haben. Ecuador bestritt das.
Die Enthüllungsplattform veröffentlicht seit Tagen Dokumente, die bei Hackerangriffen auf das Wahlkampfteam Clintons erbeutet wurden. Ecuador versicherte, es habe Assanges Verbindungen aus eigenem Entschluss gekappt. Man respektiere die Souveränität anderer Staaten und mische sich nicht in deren Wahlkampf ein. Was WikiLeaks veröffentliche, sei ausschließlich Sache der Enthüllungsplattform. Das Vorgehen Ecuadors gegen Assange habe darauf keinen Einfluss. Wie weit die Beschränkungen für ihn reichen, wurde nicht mitgeteilt.
WikiLeaks erklärte dagegen unter Berufung auf “mehrere US-Quellen”, US-Außenminister John Kerry habe sich Ende September mit Ecuadors Präsident Raffael Correa in Kolumbien getroffen und diesen aufgefordert, die Veröffentlichung von Dokumenten über Clinton zu unterbinden.
Das Außenministerium in Washington widersprach: Kerry sei nicht mit Correa in Kolumbien zusammengetroffen: “Es gab einfach kein Treffen. ” Beide hätten “nicht von diesen Dingen gesprochen”.
Die USA machen Russland für Hackerangriffe auf die Demokraten und Wahlbehörden verantwortlich und werfen Moskau vor, die Präsidentenwahl beeinflussen zu wollen. Russland bestreitet das.
Assange selbst hat sich kritisch zu Clinton geäußert und angekündigt, sie mit Enthüllungen bloßzustellen. Er befindet sich seit mehr als vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London, weil er seine Auslieferung an Schweden verhindern will. Dort wird gegen ihn wegen Vergewaltigung ermittelt. Assange befürchtet, von Schweden in die USA überstellt zu werden, die ihn wegen der Veröffentlichung von Geheimmaterial vor Gericht stellen wollen.
© Source: http://www.tagesschau.de/ausland/assange-internet-103.html
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