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Montenegro hat ein neues Parlament gewählt. Der Wahl wird eine richtungsweisende Bedeutung zugeschrieben. Es geht um die Frage, ob sich Montenegro enger an den Westen binden oder eher an Russland orientieren soll. Ersten Hochrechnungen zufolge liegt die prowestliche Regierungspartei vorn.
Die Partei von Regierungschef Milo Djukanovic hat die Parlamentswahl nach ersten Hochrechnungen klar gewonnen, allerdings ohne eigene Mehrheit. Nach Angaben der nichtstaatlichen Wahlbeobachter-Organisation CEMI kam die Regierungspartei DPS auf rund 41 Prozent. Auf Platz zwei liegt demnach das pro-russische Oppositionsbündnis Demokratische Front mit rund 22 Prozent, ein weiteres pro-westliches Oppositionsbündnis, das unter dem Namen Schlüssel antrat, erreichte rund 11 Prozent.
Bestätigen sich diese ersten Hochrechnungen, ist die Djukanovic-Partei DPS auf Koalitionspartner angewiesen. Die Regierungsbildung könnte schwierig werden. Es gilt als offen, ob Djukanovic in diesem Fall Regierungschef bleibt, oder ober er sich wie schon zweimal in der Vergangenheit vom Posten des Regierungschefs zurückzieht, um erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren oder um die Fäden aus dem Hintergrund zu ziehen. Dass die Opposition alleine eine Regierungsmehrheit gegen die Djukanvic-Partei bilden kann, gilt nach jetzigem Stand als unwahrscheinlich. Damit dürfte Montenegro auf dem bisherigen Pro-EU und Pro-Nato-Kurs bleiben. Der von Djukanovic angestrebte Nato-Beitritt soll im kommenden Jahr erfolgen.
Überschattet war der Wahltag von Meldungen über die angebliche Festnahme von 20 serbischen Paramilitärs, die nach Angaben der montenegrinischen Polizei Anschläge verüben wollten. Der serbische Regierungschef Alexandar Vucic deutete in einer Stellungnahme allerdings an, dass die Polizeiaktion aus seiner Sicht von der Regierung in Montenegro inszeniert gewesen sein könnte.

© Source: http://www.tagesschau.de/ausland/wahlen-montenegro-103.html
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