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Was passiert, wenn Mossul vom IS befreit wird – kehrt dann Frieden ein im Nordirak? ARD-Korrespondent Alexander Stenzel zeigt sich in den “tagesthemen” skeptisch. Zu groß seien die ethnischen Konflikte, zu unterschiedlich die Machtinteressen.
Der Kampf um Mossul wird sich nicht in wenigen Tagen gewinnen lassen – darin sind sich die meisten Beobachter einig. Doch was, wenn die Stadt irgendwann tatsächlich vom “Islamischen Staat” befreit sein sollte: Hat der Nordirak dann eine Chance auf Frieden? Das wollte tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga von ARD-Korrespondent Alexander Stenzel wissen, der sich zurzeit in Erbil aufhält, der neben Mossul zweiten großen Stadt im Nordirak.
Stenzel zeigt sich jedoch sehr skeptisch. Er zitierte einen Kurden, den er auf dem Flug nach Erbil kennengelernt habe. Dieser glaube nicht, dass die Region zu einem dauerhaften Frieden finden kann. Er trage sich deshalb mit Plänen auszuwandern. Ähnlich pessimistisch habe sich der Taxifahrer auf dem Weg in die Stadt geäußert. Dessen Sicht der Dinge: Es gebe im Nordirak zu viele verschiedene Ethnien und zu viele verschiedene Machtinteressen. Diese seien kaum unter einen Hut zu bringen.
Auch die Koalition der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga sei brüchig, glaubt Stenzel. Erschwerend hinzu kämen die Jahrzehnte alten Konflikte zwischen den Sunniten und den Schiiten im Irak – auch wenn die beiden Religionsgruppen momentan im Kampf gegen den IS vereint seien. Stenzels Fazit: “Wenn Mossul erobert ist, werden auch diese beiden Gruppen wieder Machtansprüche stellen. ” Es sei darum zu befürchten, dass ein möglicher Frieden nur von kurzer Dauer wäre.

© Source: http://www.tagesschau.de/ausland/mossul-stenzel-101.html
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