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NewsHub Julian Assange, der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, hat nach Angaben seiner Organisation keinen Zugang mehr zum Internet. Der Netzzugang des Australiers in der Botschaft von Ecuador in London sei gekappt worden, schrieb WikiLeaks auf Twitter. Dies sei geschehen kurz nachdem die Plattform Hillary Clintons bezahlte Reden für Goldman Sachs veröffentlicht habe.
We can confirm Ecuador cut off Assange’s internet access Saturday, 5pm GMT, shortly after publication of Clinton’s Goldman Sachs speechs.
Assange befindet sich seit mehr als vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London, um eine Auslieferung an Schweden zu verhindern. Dort wird gegen ihn wegen Vergewaltigung ermittelt. Der 45-jährige befürchtet nach eigenen
Angaben, von Schweden in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein
Prozess wegen Geheimnisverrats drohen würde.
Die Londoner Polizei und Ecuadors Außenminister Guillaume Long wollten
sich nicht zu den Vorwürfen äußern, dass Assange vom Internet
abgeschnitten sei. Aus ecuadorianische Regierungskreise hieß es
lediglich, Ecuador werde Julian Assange weiter schützen und das 2012
gewährte politische Asyl aufrechterhalten.
Die unabhängige UN-Arbeitsgruppe zum Thema willkürliche Inhaftierungen (WGAD) in Genf hatte die jahrelange Botschaftszuflucht Assanges Anfang Februar als unrechtmäßige Haft eingestuft. Sie forderte, der Australier müsse die Botschaft
umgehend ungehindert verlassen dürfen. Er habe außerdem ein Recht auf Entschädigungen durch Großbritannien und Schweden.
Wikileaks veröffentlicht Geheimdokumente, die nach Meinung der Betreiber von öffentlichem Interesse sind. Zuletzt sorgte die Plattform mit Veröffentlichungen im Rahmen des US-Wahlkampfes für Aufsehen. Zuletzt publizierte die Plattform E-Mails, die aus einem Hacker-Angriff auf das Konto von John Podesta stammen sollen, dem Wahlkampfleiter der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Hinter dem Angriff werden in den USA Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst vermutet.
Bei der Ankündigung von neuen Veröffentlichungen über Hillary Clinton hatte Assange Anfang Oktober bestritten, dass er die Demokratin im Wahlkampf schwächen wolle. “Es heißt
immer, ich wolle Clinton schaden. Das ist falsch”, sagte Assange. Die Veröffentlichungen seien “von signifikanter Bedeutung für
die Wahlen”, sagte der Aktivist auf die Frage, ob die neuen
Informationen die demokratische Präsidentschaftskandidatin “zerstören”
werden.
© Source: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-10/wikileaks-julian-assange-internetzugang-gekappt
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