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Offiziell setzt Russland noch auf bessere Beziehungen mit der neuen US-Regierung. Doch die Interessen beider Staaten klaffen bei vielen Themen weit auseinander – nicht nur beim Syrien-Konflikt oder im Umgang mit dem Iran. Ein Überblick von Silvia Stöber.
Offiziell setzt Russland noch auf bessere Beziehungen mit der neuen US-Regierung. Doch die Interessen beider Staaten klaffen bei vielen Themen weit auseinander – nicht nur beim Syrien-Konflikt oder im Umgang mit dem Iran.
Zehn Jahre ist es her, dass Wladimir Putin bei der Sicherheitskonferenz in München auftrat. Es war der erste Besuch eines russischen Staatspräsidenten. Die Zuhörer – Politiker, Militärs, Sicherheitsexperten – erwarteten eine freundliche Rede über die strategische Partnerschaft zwischen Russland und der NATO.
Doch Putins Worte schockierten. Harsch ging er mit den USA und der NATO ins Gericht: Die Amerikaner strebten die monopolare Weltherrschaft an, die Allianz habe ihre militärische Infrastruktur bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt.
Den Worten folgten Taten: Vom Georgien-Krieg 2008, über die Krim-Annexion und den Krieg in der Ostukraine bis hin zu Syrien erweiterte die russische Führung ihren politischen Einfluss und militärischen Handlungsspielraum.
Doch während noch vor wenigen Wochen überraschende Entscheidungen und starke Worte aus Moskau als Unsicherheitsfaktor galten, trifft dies seit vier Wochen umso mehr auf den neuen Präsidenten in Washington zu.
So dürfte auch in Moskau Unklarheit darüber herrschen, welchen Kurs die USA nun einschlagen und wer ihn letztlich bestimmen wird – auch wenn Medien- und Geheimdienstberichte nahe legen, dass es seit langem Kontakte zwischen Trumps Team und Vertretern Moskau gibt.
So sorgte in Moskau die Aussage von Trumps Sprecher Sean Spicer für Überraschung und Ärger, Russland müsse in der Ukraine deeskalierend einwirken und die Krim an die Ukraine zurückgeben. Es half auch nicht, dass Trump in einem Tweet Obama die Schuld dafür zusprach, dass sich Russland die Krim genommen habe.
Crimea was TAKEN by Russia during the Obama Administration. Was Obama too soft on Russia?
Die russische Regierung stellte sogleich klar, dass die ukrainische Halbinsel keine Verhandlungsthema ist: “Die Krim ist Teil der Russischen Föderation”, sagte beispielsweise Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.

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