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Nach dem Rücktritt von Michael Flynn bangen die Russen um ihren Einfluss auf die USA. Die angestrebte Freundschaft könnte enden, noch bevor sie begonnen hat.
Russland und die USA sind einander eigentlich ganz nahe. Etwa bei ihrem imperialen Blick auf die Welt und bei der pathologischen Fixierung auf sich
allein. Neu ist hingegen, dass sie sich auch im Regierungsstil ähneln. Wladimir
Putin, der Unberechenbarkeit zu seinem Markenzeichen gemacht hat, bekommt
Konkurrenz. Der neue US-Präsident Donald Trump überrascht die russische
Regierung mit immer neuen Volten. Trumps Sprecher Sean Spicer forderte Russland
in dieser Woche unmissverständlich auf, die Krim an die Ukraine zurückzugeben.
Woraufhin die Moskauer Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zurückschnippte, man
werde gar nichts zurückgeben, die Krim sei fester Bestandteil Russlands.
Es
dreht sich was zwischen Russland und den USA. Der Ton ist zu gereizt, die
Reibereien zu häufig und die Enttäuschung in Moskau über Donald Trump zu
offensichtlich, als dass die von manchen vorhergesagte große Freundschaft noch
Realität werden könnte. Warum klappt es nicht zwischen den Großen?
Wie
schnell man in diesen Zeiten umdenken muss, zeigt der Blick in meinen
Notizblock. Noch Ende Januar hörte ich in Moskau einigen russischen Deutern des Weltgeschehens zu, die so entspannt wie nie zuvor wirkten. Der sonst so grantelige Kremlgroßberater
Sergej Karaganow sah auf einmal Lösungen für viele Probleme zwischen Washington
und Moskau. Man könne sich über Syrien und den Irak, über den Terrorismus und
nebenbei noch über die Ukraine einigen. Auf Podiumsdiskussionen malten
Analysten ein helles Bild von Chaos in Europa, Zerfall der Nato und neuer Einigkeit
der Supermächte. Über allem leuchtete der Supermann Trump. Die Visionen schienen
zu der vorweggetragenen Gelassenheit zu passen, die im Moskauer Zentrum trotz
drei Jahren Wirtschaftskrise herrscht. Die Häuser neu gestrichen und
beleuchtet, die Bürgersteige mit frischem Granit belegt, die vielen Cafés und
Restaurants gut gefüllt.

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