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Hintergrund war ein Bericht, wonach die venezolanische Botschaft im Irak Pässe und Visa an Menschen mit Kontakten zu Extremisten vergeben würde.
Caracas – Im Streit um einen Bericht über verkaufte Pässe hat die venezolanische Regierung den spanischsprachigen Ableger des US-Nachrichtensenders CNN im Land abgeschaltet. Zur Begründung hieß es am Mittwoch in Caracas, der TV-Sender betreibe „Kriegspropaganda“. Die nationale Rundfunkkommission teilte mit, die Ausstrahlung der spanischsprachigen Ausgabe sei ausgesetzt.
Die venezolanische Außenministerin Delcy Rodriguez hatte die Senderschließung am Mittwoch angekündigt und gesagt, CNN betreibe eine „auf Fehlern gründende Operation der Kriegspropaganda“. Rodriguez bezog sich insbesondere auf einen CNN -Bericht von Anfang Februar, wonach die venezolanische Botschaft in Bagdad Pässe und Visa an Araber mit Kontakten zu Extremisten verkauft habe. Vizepräsident El Aissami wurde als einer der Hintermänner der angeblichen Visa-Deals genannt.
Venezuela pflegt gute Kontakte zum Iran, einige Politiker sollen enge Verbindungen zur Hisbollah-Miliz unterhalten. CNN beruft sich bei seinen Recherchen unter anderem auf einen früheren Botschaftsmitarbeiter im Irak. Mit einem Pass Venezuelas kann man in über 130 Ländern visafrei einreisen. Die Regierung des Landes weist solche Vorwürfe zurück. Der Informant, der in Spanien lebt, sagte, er fühle sich stark bedroht.
Bereits am Sonntag hatte Staatschef Nicolas Maduro in seiner wöchentlichen Fernsehsendung gefordert: „Ich will, dass CNN Venezuela verlässt, raus!“ Der CNN -Unternehmenssprecher sagte am Mittwoch: „ CNN verteidigt die journalistische Arbeit unseres Senders und unseren Einsatz für Wahrheit und Transparenz.“ (APA/AFP)

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