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Trotz angeblicher Bekennerschreiben kam die Polizei dem mutmaßlichen Attentäter von Dortmund schon kurz nach der Tat auf die Spur. Nach Informationen von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” gab die Verdachtsanzeige einer Bank den entscheidenden Hinweis. Von Georg Heil und Georg Mascolo.
Trotz angeblicher Bekennerschreiben kam die Polizei dem mutmaßlichen Attentäter von Dortmund schon kurz nach der Tat auf die Spur. Nach Informationen von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” gab die Verdachtsanzeige einer Bank den entscheidenden Hinweis.
Bereits einen Tag nach dem Attentat auf die Mannschaft von Borussia Dortmund meldete sich nach Erkenntnissen von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” eine Privatperson beim BVB mit einem Hinweis auf ungewöhnliche Optionsgeschäfte mit der Aktie von Borussia Dortmund.
Der Verein leitete den Hinweis an die Polizei weiter. Auch die Börsenexperten der ARD berichteten am Tag nach der Tat bereits über die Optionsgeschäfte, mit denen auf einen fallenden Kurs der Aktie gewettet worden war. Am Tag darauf erstattete die Onlinebank Comdirect dann eine Verdachtsanzeige: Ein Sergej W. hatte drei verschiedene sogenannte Put-Optionen auf die Aktie erworben.
Die Ermittlungen der eigens gegründeten “BAO Pott” der Polizei ergaben schließlich, dass Sergej W, der als Techniker im Universitätsklinikum Tübingen arbeitete, einen Verbraucherkredit über 40.000 Euro aufgenommen hatte, um die Aktienoptionsscheine zu erwerben. Die Wertpapiere hatten eine Laufzeit bis zum 17. Juni. W. wettete also darauf, dass der Börsenkurs bis zu diesem Termin sinken würde – sein Tatmotiv war demnach Habgier.
Den Hauptteil der Wertpapiere soll W. erst am Tattag aus dem Mannschaftshotel von Borussia Dortmund heraus gebucht haben. Bereits Mitte März hatte er sich für die zwei in Frage kommenden Termine für das Heimspiel der Mannschaft ein Zimmer in dem Hotel reserviert. Von seinem Zimmer aus konnte W. den Anschlagsort einsehen. Ein anderes Zimmer ohne Fenster soll er zuvor abgelehnt haben. Nach der Tat blieb W. offenbar zunächst im Hotel, wo er noch ein Steak gegessen und eine Massage erhalten hat. Auch von der Polizei ließ er sich wie die übrigen Hotelgäste noch zu dem Anschlag befragen.
Sergej W. stammt ursprünglich aus Tscheljabinsk in Russland und besitzt die deutsche und die russische Staatsbürgerschaft. 2003 war er mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Vor seiner heutigen Festnahme durch die Bundespolizeieinheit GSG9 war W. mehrere Tage observiert worden.

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