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Nach dem Anschlag in Paris haben Ermittler den getöteten Angreifer identifiziert und drei seiner Familienangehörigen in Gewahrsam genommen. Auch außerhalb Frankreichs läuft die Suche nach möglichen Hintermännern: ein Gesuchter stellte sich freiwillig in Antwerpen.
Nach dem Anschlag in Paris haben Ermittler den getöteten Angreifer identifiziert und drei seiner Familienangehörigen in Gewahrsam genommen. Auch außerhalb Frankreichs läuft die Suche nach möglichen Hintermännern: ein Gesuchter stellte sich freiwillig in Antwerpen.
Nach dem Anschlag in Paris fahndet die französische Polizei nach möglichen Hintermännern der Tat. Dabei nahm sie drei Familienangehörige des getöteten Attentäters in Gewahrsam. Ein anderer gesuchter Mann stellte sich im belgischen Antwerpen freiwillig den Behörden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dem Sender Europe 1, es werde nun geprüft, ob noch weitere Unterstützer an dem Anschlag beteiligt waren. Polizisten durchsuchten am frühen Freitagmorgen Objekte in einem östlichen Vorort von Paris, von wo der getötete erste Angreifer stammte.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe den Täter identifiziert, wollte jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details zu seiner Person nennen. Medien berichten, der Mann sei bereits 2005 zu einer fünfzehnjährigen Haftstrafe verurteilt, jedoch vorzeitig entlassen worden. Am Donnerstag hatte der Mann auf den Champs-Elysées einen Polizisten getötet und zwei weitere Beamte verletzt. Zudem sei eine Touristin durch eine Kugel leicht verletzt worden, verlautete aus Polizeikreisen. Die Polizei erschoss den Angreifer.
Die Terrormiliz “Islamischer Staat” reklamierte die Attacke für sich. Bei dem Täter soll es sich nach Medienberichten um einen 39-Jährigen aus der östlich der Hauptstadt gelegenen Stadt Chelles handeln. Laut dem IS-Sprachrohr Amaq soll der Täter “Abu Yussef der Belgier” sein. Die Bekennerbotschaft konnte nicht auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat – etwa nach den Attacken in Ägypten oder London.
Bei der Attacke, die aus einem Auto heraus verübt wurde, benutzte der Verdächtige laut Polizei eine automatische Waffe. Er habe damit auf Polizisten gezielt, die außerhalb eines Einkaufszentrums standen und die Gegend bewachten, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins. Zudem wurden Messer und eine Pump-Gun in dem Auto gefunden.
Kanzlerin Angela Merkel sprach Hollande ihr Beileid aus. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Familien. Auch US-Präsident Donald Trump sprach den Franzosen sein Mitgefühl aus. “Es sieht wie ein weiterer Terrorangriff aus”, sagte er in Washington. “Es endet einfach nie.” Die Öffentlichkeit müsse daher “stark” und “wachsam” sein, appellierte Trump.
Die Bluttat belastet die Präsidentenwahl am Sonntag erheblich. Der konservative Kandidat François Fillon, die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der unabhängige Emanuel Macron kündigten an, ihre Wahlkampfauftritte ausfallen zu lassen. In Frankreich sind vor der Wahl tausende Polizisten und Soldaten im Einsatz. Seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 gilt der Ausnahmezustand. Bei Anschlägen 2015 und 2016 wurden insgesamt 238 Menschen getötet.
Um die Wahlen zu schützen, hat Frankreich seine Sicherheitskräfte vollständig, darunter alle Eliteeinheiten. In dem Land gilt seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 der Ausnahmezustand. Erst zu Wochenbeginn hatten die französischen Behörden nach eigenen Angaben einen Anschlag vereitelt, der womöglich im Zusammenhang mit dem Wahlkampf stand. In Marseille wurden zwei “radikalisierte” Verdächtige festgenommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden unter anderem Sprengstoff und Schusswaffen sowie eine IS-Flagge gefunden.

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© Source: http://www.tagesschau.de/ausland/paris-is-107.html All rights are reserved and belongs to a source media.