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Die Aufsichtsratschefs der deutschen Dax-Unternehmen sind deutlich unterbezahlt – behauptet zumindest eine Studie. Ihre Vergütung bewege sich nicht auf Augenhöhe mit den Vorstandschefs.
Die Bezüge der Aufsichtsratschefs der großen deutschen Konzerne sind zwar im vergangenen Jahr um gut acht Prozent auf im Schnitt 386000 Euro gestiegen. Trotzdem sind sie nach Ansicht der auf Vergütungsfragen spezialisierten Unternehmensberatung hkp deutlich unterbezahlt. „Die Wertschätzung der Aufsichtsarbeit ist weiter gering. Ein Vorsitzender des Kontrollgremiums bekommt im Schnitt nur sieben Prozent dessen, was der Vorstandschef erhält. Und den soll er ja kontrollieren“, sagt hkp-Experte Joachim Kayser. Einigermaßen angemessen bezahlt seien nur Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank mit 800 000 Euro, Norbert Reithofer bei BMW mit 611 000 und Gerhard Cromme bei Siemens mit 605 000 Euro.
„Die Vergütung der Kontrolleure bewegt sich nicht ansatzweise auf Augenhöhe. Auf die Stunde gerechnet ist es bedeutend weniger als bei einem Vorstandschef, obwohl die Qualifikation gleich ist“, sagt Kayser. Längst oblägen den Aufsichtsräten nicht nur die Kontrolle, sondern auch wichtige strategische Fragen des Unternehmens, sagte er bei der Vorlage der jüngsten Studie über die Aufsichtsräte in den 30 im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Konzernen. Kayser zufolge müssen die Aufsichtsratschefs jährlich mindestens 50 Arbeitstage in ihre Aufgabe investieren, bei Banken seien es eher mehr. „Auch die Kontrolleure selbst sehen sich als unterbezahlt und halten ihre Vergütung in dieser Höhe für ungerecht.

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