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Auch Condor und Wöhrl buhlen um Air Berlin

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Noch kann Lufthansa nicht sicher sein, wichtige Teile von Air Berlin übernehmen zu können. Weitere Interessenten werden aktiv. Für die Kunden gibt es schlechte…
Im Poker um Flugzeuge und Personal aus der Insolvenzmasse der Air Berlin bekommt die Lufthansa ernsthafte Konkurrenz. Der zum Thomas-Cook-Konzern zählende Ferienflieger Condor bereitet ein Angebot für Jets in deutlich zweistelliger Zahl vor, wie eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur sagte. Condor sei sowohl an Mittelstrecken- als auch an Langstreckenjets interessiert. Das Unternehmen wollte die Angaben am Donnerstag nicht kommentieren.
Gespräche über Air Berlin soll es nun auch mit dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl geben. Man sei für diesen Mittwoch (30. August) zu “Sondierungsgesprächen” bei Air Berlin eingeladen, teilte Wöhrls Intro-Verwaltungsgesellschaft am Donnerstag mit. Ein Sprecher der Airline wollte sich zu einzelnen Interessenten nicht äußern. “Es handelt sich um ein offenes und neutrales Verfahren, in dem qualifizierte Angebote willkommen sind”, sagte er nur.
Kunden, die ihre Bonusmeilen beim Vielfliegerprogramm Topbonus noch nicht eingelöst haben, gehen nach Kebekus’ Angaben leer aus. “Das Programm wurde gestoppt.” Bei Topbonus zeichne sich ebenfalls eine Insolvenz ab. Auch wer für eine Verspätung entschädigt werden will, hat demnach schlechte Karten. Air Berlin könne diese nicht auszahlen, Passagiere müssten ihre Ansprüche als Insolvenzforderung anmelden.
Condor hatte bereits früher seine Bereitschaft erklärt, bei der Air-Berlin-Insolvenz eine aktive Rolle zu spielen. Schon aus Kostengründen dürfte sich das Interesse bei der Mittelstrecke vor allem auf die nicht insolvente Air-Berlin-Tochter Niki aus Österreich konzentrieren, für die Lufthansa bereits ein konkretes Angebot abgegeben hat. Die Maschinen vom Typ Airbus A320 passen in die Condor-Flotte und wurden wie die des Ferienfliegers vor allem zu touristischen Zielen eingesetzt. Als weitere Interessenten bei Air Berlin gilt die britische Easyjet.
Die Lufthansa-Tochter Eurowings sucht bereits intensiv nach Piloten, Co-Piloten sowie Flugbegleiter für zusätzliche Flugzeuge. Die gesuchte Personalstärke reicht für etwa 20 zusätzliche Flugzeuge, über deren Herkunft Eurowings aber keine Auskunft gibt. Insidern zufolge dürfte es sich um die 33 angemieteten Air-Berlin-Jets handeln, die bereits seit diesem Jahr für Eurowings unterwegs sind. Sie werden bislang noch von Air-Berlin-Crews geflogen, die sich im Fall einer Übertragung auf neue Stellen bewerben müssten.
Die Gläubiger hatten in ihrer ersten Sitzung am Mittwoch zunächst beschlossen, den Betrieb als Ganzes weiterzuführen. “Wir bewerten es positiv, dass der Gläubigerausschuss zunächst alle Angebote für Air Berlin sichten will, bevor Entscheidungen getroffen werden”, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. “Unsere erste Priorität liegt nicht beim Übertragen des Blechs, sondern beim Erhalt der Arbeitsplätze und bei den zukünftigen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.”
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte im RBB, “dass gute Arbeitsplätze mit guten Begingungen für die Arbeitnehmer und guten Löhnen, von denen man leben kann, erhalten bleiben”.

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