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Straßburg (dpa) – Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat EU-Kommissionspräsident mit brisanten Vorschlägen die Debatte über die Zukunft der EU angeheizt. So
Juncker will den Euro in allen EU-Staaten einführen
Ein Mitarbeiter zählt am Schalter einer Wechselbank dänische Kronen. Kommissionspräsident Juncker will den Euro in der gesamten EU einführen. Foto: Tobias Hase. (Quelle: dpa)
Straßburg (dpa) – Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat EU-Kommissionspräsident mit brisanten Vorschlägen die Debatte über die Zukunft der EU angeheizt. So will er eine möglichst rasche Einführung des Euro in allen EU-Staaten, also auch in ärmeren Ländern wie Rumänien und Bulgarien.
Außerdem sollten alle EU-Länder der Schengenzone ohne Grenzkontrollen beitreten, sagte Juncker in seiner Rede zur Lage der Europäischen Union. Er erntete Skepsis und Zustimmung.
Juncker sagte, die Chance zur Reform der EU sei jetzt da. “Wir haben den Wind in unseren Segeln”, sagte er und schloss seine Rede mit den Worten: “Leinen los!” Nachdrücklich mahnte er alle EU-Staaten, gemeinsame Werte zu wahren und Kompromisse zu suchen.
Vor allem Junckers Vorschlag zur Ausweitung der Euro- und der Schengenzone könnte Streit auslösen. Zwar ist längst das Ziel vertraglich festgeschrieben, dass alle EU-Staaten die Gemeinschaftswährung einführen. Sie gilt derzeit aber nur in 19 von 28 EU-Staaten. Einige Länder wollen den Euro nicht, darunter Dänemark und Großbritannien, das ohnehin die EU verlässt. Andere erfüllen die wirtschaftlichen Vorgaben nicht. Juncker schlug vor, ärmeren Mitgliedern mit neuen Hilfen rasch den Weg in den Euro zu ebnen.
In Deutschland steht die FDP dem Vorschlag, dass alle EU-Länder den Euro übernehmen, äußerst skeptisch gegenüber. “Vor der Ausweitung der Euro-Zone muss seine Stabilisierung stehen”, sagte FDP-Chef Christian Lindner der Deutschen Presse-Agentur. EU-Parlamentarier äußerten teils Zustimmung, teils Kritik zu den Juncker-Vorschlägen.
Neben Großbritannien und Dänemark haben ihn Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn noch nicht als offizielles Zahlungsmittel.

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