Tobias Wendl und Tobias Arlt haben bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Gold im Rodel-Doppelsitzer gewonnen. Bronze holten die Weltmeister Toni…
Am Mittwoch hatten der Nordische Kombinierer Eric Frenzel und das Rodel-Duo Tobias Wendl /Tobias Arlt Gold geholt. Damit hat Deutschland nach dem fünften Wettkampftag bereits zwölf Medaillen erkämpft. “Im Grunde bestätigt sich in den ersten Tagen genau das, was man in den letzten Jahren insgesamt feststellen konnte”, sagte Hörmann, “dass der Wintersport nach den Umstellungen und Anpassungen zuletzt in den verschiedenen Bereichen hervorragende Leistungen abgeliefert hat.” Hörmann würdigte auch den Mannschaftsgeist. “Da werden auch die, die keine Medaille geholt haben, getröstet”, sagte der DOSB-Chef.
Tobias Wendl und Tobias Arlt haben bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erneut Gold im Rodel-Doppelsitzer gewonnen. Die Bayern setzten sich am Mittwoch nach zwei Läufen im Olympic Sliding Centre gegen die Österreicher Peter Penz und Georg Fischler durch. Bronze holten die Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken aus Suhl. Wendl und Arlt hatten bereits 2014 in Sotschi triumphiert. Sie sind das dritte Paar nach Hans Rinn/Norbert Hahn (1976/1980) und den Österreichern Andreas Linger/Wolfgang Linger (2006/2010), das zweimal nacheinander Olympiasieger im Doppelsitzer wurde.
Die deutschen Rodler haben in den bisherigen Wettbewerben in Pyeongchang nach Bronze für Johannes Ludwig, Gold für Natalie Geisenberger und Silber für Dajana Eitberger bereits fünf Medaillen geholt. Auch im Teamwettbewerb gelten die Deutschen als Favoriten. Wendl/Arlt hatten schon in Sotschi zur erfolgreichen Mannschaft gehört und können am Donnerstag ihre vierte Goldmedaille holen.
Der Erfolg von Wendl und Arlt kam etwas überraschend, galten doch die Thüringer Eggert und Benecken nach den Ergebnissen in dieser und der vorherigen Saison als die großen Favoriten. Das Paar aus Suhl gewann in dieser Zeit 19 von 25 Weltcup-Rennen, wurde Weltmeister 2017, Europameister und deutscher Meister 2018. Und auch in den beiden Trainingsläufen am Dienstag hatten Eggert und Benecken, der am Renntag seinen 28. Geburtstag feierte, jeweils Bestzeit gefahren. Wendl und Arlt waren im zweiten Durchgang gestürzt.
Doch als es ernst wurde, waren die beiden Berchtesgadener da. Im ersten Lauf fuhren sie Bestzeit und setzten sich mit einem Vorsprung von 0,071 Sekunden vor Penz und Fischler an die Spitze. Eggert und Benecken folgten mit einem Rückstand von 0,111 Sekunden auf ihre deutschen Rivalen auf dem Bronzerang. Im entscheidenden Durchgang reichte es trotz eines kleinen Fehlers kurz vor dem Ziel zum Sieg für Wendl und Arlt.
Beim Wind-Chaos von Pyeongchang hat sich Eric Frenzel pünktlich zu den Olympischen Winterspielen eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach einer verkorksten Saison stürmte der Sotschi-Olympiasieger zur Goldmedaille in der Nordischen Kombination.
Frenzel siegte nach dem Springen von der Normalschanze und dem 10-Kilometer-Langlauf vor dem Japaner Akito Watabe und dem Österreicher Lukas Klapfer. Damit holte sich Deutschlands Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier seine insgesamt vierte Olympia-Medaille.
Die Entscheidung fiel auf dem letzten Kilometer, als Frenzel im Alpensia Nordic Park aus einer vierköpfigen Spitzengruppe attackierte und unwiderstehlich zu Gold fuhr. Nach einer Saison mit vielen Misserfolgen und Zweifeln hatte an eine Medaille des 29-Jährigen aus Oberwiesenthal kaum einer geglaubt. Nur einen Einzel-Weltcup hatte Frenzel in dieser Saison gewonnen. Viel zu wenig für den Erfolgsgaranten, der jeweils fünfmal Weltmeister und Gesamtweltcupsieger wurde.
Doch in Pyeongchang war er wieder ganz der Alte. Schon beim Springen brachte er sich mit Platz fünf in eine hervorragende Ausgangsposition. Ausgerechnet das Springen, seinem großen Problembereich in dieser Saison. Fieberhaft hatte er in den letzten Wochen nach den Ursachen gesucht – und gefunden. Er fand sie in verklebten Muskelgruppen, die ihn in der Anfahrtshocke behinderten, und im Materialbereich. In Pyeongchang reichte es zu einem guten Satz auf 106,5 Meter, womit er nur 36 Sekunden Rückstand auf den besten Springer Franz-Josef Rehrl aus Österreich besaß.
Andere Medaillenanwärter hatten weniger Glück mit dem Wind. Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek etwa, der nach Platz elf im Springen vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe stand. Oder Teamkollege Fabian Rießle und der Norweger Jan Schmid, die bei wechselnden Winden überhaupt keine Chance hatten, in die Spitze zu springen. “Gefährlich war es nicht, aber es war halt Lotterie. Letztendlich hat der Wind entschieden, wer die Möglichkeit hat, eine Medaille zu gewinnen oder nicht”, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Immerhin kam Frenzel durch und bescherte Weinbuch die 45. Medaille bei WM und Olympia.
Im 10-Kilometer-Langlauf hatten Frenzel, Watabe und Klapfer schnell eine Gruppe gebildet. Der Österreicher Rehrl und der Norweger Jarl Magnus Riiber, die Sprünge auf 112 und 111 hingelegt hatten, waren nach 3,6 Kilometern schon eingeholt.
Der Oberstdorfer Rydzek, der trotz einer Hypothek von 1:26 Minuten noch alles versucht hatte, lief noch auf einen guten fünften Platz. Rießle (Breitnau) wurde Siebter, Vinzenz Geiger (Oberstdorf) landete auf Rang neun.
Damit nehmen die Winterspiele in Südkorea für Frenzel weiter einen traumhaften Verlauf. Dem im oberpfälzischen Flossenbürg wohnende 29-Jährige war bereits die Ehre zuteil geworden, bei der Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag die deutsche Fahne zu tragen. Das habe zusätzliche Motivation gegeben, meinte Frenzel.
Die zweimalige Olympiasiegerin Laura Dahlmeier muss auf ihren nächsten Einsatz warten. Wegen anhaltend starker Winde wurde das Einzelrennen der Biathlon-Damen am Mittwoch abgesagt und auf Donnerstag verschoben. Damit kommt es am sechsten Olympia-Tag zu einem Biathlon-Doppel. Um 9.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit kämpfen zunächst die Skijägerinnen um die Medaillen.
Die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier wird über 15 Kilometer mit der Nummer 34 starten. Den Auftakt aus deutscher Sicht macht Franziska Hildebrand, die sich mit der 23 auf den Weg machen wird. Olympia-Debütantin Maren Hammerschmidt erhielt bei der Startnummern-Auslosung am Mittwoch die 40. Als letzte deutsche Skijägerin startet Franziska Preuß mit der 61.
Auf den Super-Donnerstag folgt für die Alpinen Skirennfahrer bei Olympia nun der Super-Freitag: Wie bereits die Abfahrt bei den Herren und den Damen-Riesenslalom hat der heftige Wind in Pyeongchang auch den Damen-Slalom aus der ursprünglichen Planung geweht. Neben dem Super-G der Herren ist nun am Freitag in Südkorea auch das Rennen mit US-Superstar und Gold-Favoritin Mikaela Shiffrin geplant. “Es ist wichtig, dass wir ein faires Rennen für alle Sportler haben und die Bedingungen heute wären definitiv nicht fair gewesen”, sagte Shiffrin nach der Absage.
Nach dem ersten Slalom-Lauf um 2 Uhr Mitteleuropäischer Zeit folgt am Freitag der Super-G um 3 Uhr MEZ. Das Riesenslalom-Finale ist für 5.15 Uhr MEZ terminiert. Für die Skiverbände bedeutet das enge Programm Stress mit den womöglich zu wenigen Hotelzimmern an der Abfahrtsstrecke. Viele Funktionäre müssen sich zudem für ein Rennen entscheiden und können nicht wie gewohnt ihre Sportler betreuen. “Das mag ich nicht. Jeder hat seine Wertschätzung verdient”, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. Das IOC sieht die dritte Absage beim vierten geplanten Alpin-Rennen gelassen. “Wenn der Wind noch 15 Tage weiterbläst, dann haben wir ein Problem. Im Moment aber ist es okay. Der Ski-Weltverband ist an Störungen durch Wind und Wetter gewöhnt”, sagte Sprecher Mark Adams.
“Es ist halt blöd für uns, langsam ist es nervig. Du stehst jeden Tag auf, fährst raus, dann packst du wieder zusammen und fährst zurück”, sagte Maier. Kritik übte er keine. “Für das Wetter kann keiner was. Nicht mal das IOC”, sagte Maier.
Aljona Savchenko und Bruno Massot müssen um eine Medaille im Paarlauf-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen richtig kämpfen. Die WM-Zweiten aus Oberstdorf liegen nach einem nicht ganz fehlerfreien Kurzprogramm am Mittwoch in Pyeongchang mit 76,59 Punkten auf dem vierten Platz. Die Weltmeister Sui Wenjing/Han Cong aus China (82,39) führen vor der Kür am Donnerstag (2.30 Uhr Mitteleuropäische Zeit) in der Gangneung Eisarena vor den russischen Europameistern Jewgenija Tarassowa/Wladimir Morosow (81,68) und Meagan Duhamel/Eric Radford (Kanada/76,82). An den Rekord von 84,17 Punkten der russischen Olympiasieger Tatjana Wolossoschar/Maxim Trankow in Sotschi 2014 kam kein Paar heran.
In der schmissigen Kurzkür zum Lindy Hop “That Man” fehlte Massot beim dreifachen Salchow eine Umdrehung. “Es war ein Fehler, da kann man nix machen”, sagte die 34-jährige Savchenko. “Klar ist die Enttäuschung da. Aber wir versuchen in der Kür das Beste, vielleicht schreiben wir Geschichte.” Ihr fünf Jahre jüngerer Partner war untröstlich: “Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, physisch habe ich mich gut gefühlt und mein Rücken war auch okay.”
Die EM-Achten Annika Hocke/Ruben Blommaert aus Berlin erreichten auf Rang 16 das Finale der besten 16. Zum Song “Big Spender” erlaubten sich die Debütanten in ihrem ansehnlichen Vortrag nur einen Wackler, als der gebürtige Belgier beim Auslauf nach dem dreifachen Toeloop die von den Shorttrack-Wettbewerben ungewohnt hohe Bande berührte.
“Ich brauche mehr Anlauf als Annika, da wurde es ein bisschen eng. Schön zu wissen, dass die Bande weich ist”, sagte der 25-Jährige schmunzelnd. Und sogar Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union, freute sich über den Finaleinzug: “Das ist ein schönes Ergebnis, sie haben das gezeigt, was sie können.” Die Note von 63,04 war Saisonbestleistung.
Mit einem Traumlauf hat Snowboard-Superstar Shaun White seinen dritten Olympiasieg in der Halfpipe nach 2006 und 2010 gefeiert.
Der US-Amerikaner setzte sich bei den Winterspielen in Pyeongchang in einem spannenden Wettkampf durch und sicherte sich mit seinem dritten Auftritt als Letzter des Finals Gold. Für seine beste Vorstellung erhielt der 31-Jährige 97,75 Punkte.

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