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Franziska Giffey – die Unermüdliche

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Als Europabeauftragte im Bezirksamt Neukölln fing sie an, doch es drängte sie bald zu höheren Aufgaben. Jetzt soll Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ins Bundeskabinett wechseln.
Sie kann es. Davon sind viele in ihrem Umfeld überzeugt. Vor allem natürlich ihre Neuköllner SPD-Freunde. Vom Amt der Bezirksbürgermeisterin von Neukölln direkt auf einen Ministerposten im Bundeskabinett, das wäre ein Karrieresprung auf olympischem Niveau.
Am Mittwochabend hat sie ihr Handy ausgeschaltet. Sie kann jetzt nicht reden. An anderen Tagen redet sie von morgens bis abends, ohne je zu ermüden. Mit ihren Stadträten, mit Flüchtlingshelfern, mit Polizisten, mit Sozialarbeitern, mit Journalisten. Das strahlende Lächeln und ihre verbindliche Art unterstreichen ihre Botschaften. Und ihren unbedingten Willen, die Lebensbedingungen in ihrem Bezirk zu verbessern, Neukölln zu einem Modellprojekt für erfolgreiche Integration zu machen. Dabei lässt sie kein Thema aus: Vom Müll auf den Straßen über die Nöte von Gewerbetreibenden bis zur gewaltbereiten Salafistenszene. Ihr wichtigsten Politikfelder sind allerdings Kita und Schule. Da würde es passen, wenn sie entweder für Familie oder Arbeit zuständig wird.
39 Jahre alt, geboren in Frankfurt an der Oder, aufgewachsen auf dem Land an der Grenze zu Polen. Auch das passt. Die SPD suchte dringend eine ostdeutsche Kandidatin. Giffey studierte Englisch und Französisch auf Lehramt, hängte ein Verwaltungsstudium dran und machte anschließend erste Praxiserfahrungen im Büro des Bezirksbürgermeisters von Lewisham in London. 2002 fing sie im Bezirksamt Neukölln an, als Europabeauftragte. Ihr politischer Ziehvater Heinz Buschkowsky erkannte das Talent der Nachwuchspolitikerin, die ihren Weg unbeirrt fortsetzte, mit Auslandsaufenthalten und einer Promotion in Politikwissenschaft.

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