Der 66-jährige Fußballlehrer Horst Hrubesch löst die glücklose Steffi Jones ab und wird Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft. Jones hat es nicht geschafft, die erfolgreiche Arbeit von Silvia Neid fortzusetzen.
Horst Hrubesch hat sich vor ein paar Wochen eine neue Angelausrüstung gekauft. Denn Hrubesch, 66, will sich jetzt endlich Zeit für sich nehmen. Aber vorher hat er noch einen allerallerallerletzten Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) angenommen: Er soll den freien Fall der erfolgsverwöhnten Frauenfußball-Nationalmannschaft aufhalten. Zuvor hat er im Spätherbst seiner Trainerkarriere den Nachwuchs zu Titeln geführt, zuletzt ist er als Sportdirektor eingesprungen. Der stets loyale Hrubesch hat es dem Verband, zumindest öffentlich, nie krumm genommen, dass man ihn bereits diverse Male aussortieren wollte. Doch Hrubesch war bei seinen unterschiedlichen Anstellungen immer so erfolgreich, dass man ihn nicht komplett wegloben konnte.
“Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der Europameisterschaft im Sommer vor Ort”, sagt er zu seiner überraschenden Berufung. Nach Gero Bisanz, der von 1982 bis 1996 der erste Frauen-Chefcoach des DFB war und drei EM-Titel gewann, ist Hrubesch der erste Mann auf diesem Posten. “Ich helfe in dieser Phase gerne”, sagte der Nachfolger von Steffi Jones. Als Berater von DFB-Direktor Sport Oliver Bierhoff, der auch für diesen Bereich verantwortlich ist, beobachtet Hrubesch schon länger den Frauenfußball. “Ich denke, dass das für den Moment der richtige Schachzug ist”, meint Siegfried Dietrich, Manager des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt und seit vielen Jahren auch von Steffi Jones. “Danach hoffe ich auf eine gute Entscheidung – der Markt ist ja nicht so groß wie im Männerbereich.”
Hrubesch könnte sich mit seiner Auslegung der Trainerrolle, mit der er große Erfolge mit den DFB-Nachwuchsteams feierte, als Ideallösung für den Übergang und die wichtige WM-Qualifikation erweisen.

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