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Paris: #MeToo-Bewegung auch beim französischen Filmpreis César

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Sexuelles Fehlverhalten in der Filmbranche ist bei den französischen Oscars, den Césars, das beherrschende Thema. Ehrenpreisträgerin Penélope Cruz findet deutliche Worte.
Bei der diesjährigen Verleihung der französischen César-Filmpreise standen neben den Gewinnern die aktuellen #MeToo- und “Time’s Up”-Bewegungen im Vordergrund. Während das Aids-Drama 120 BPM von Robin Campillo insgesamt sechs Preise, darunter für den besten Film, das beste Originaldrehbuch und die beste Musik abräumte, trugen die Filmstars auf der Bühne und im Publikum weiße Schleifen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Während der Gala wurden Menschen über die Filmbranche hinaus aufgefordert, #MaintenantOnAgit (etwa: Jetzt handeln wir) zu unterstützen.
Die Produzentin von 120 BPM, Marie-Ange Luciani, würdigte in einer Rede den sozialen Wandel, der sich seit den 1990er Jahren zugetragen habe. Ihr Film spielt zu der Zeit und handelt von der Aktivistengruppe Act Up, die sich in Paris für die Rechte von Aids-Kranken einsetzte. Luciani lobte etwa, dass die Ehe von homosexuellen Paaren seither zunehmend akzeptiert worden sei. Mit Blick auf #MeToo sagte sie, die Bewegung sei keine Bedrohung. “Es ist ein Versprechen. Und die Geschichte wird zeigen, dass wir richtig liegen”, sagte Luciani.
Ins Rennen gegangen war ihr Drama mit 13 Nominierungen, er hatte schon in Cannes 2017 den Großen Preis der Jury gewonnen. Den César als bester ausländischer Film gewann Loveless des russischen Starregisseurs Andrej Swjaginzew. Das Drama handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der Film wurde 2017 in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und ist auch für den Auslands-Oscar nominiert, der am Sonntag vergeben wird.

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