Bei regierungsfeindlichen Protesten in Bukarest ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Von Srdjan Govedarica.
Bei regierungsfeindlichen Protesten in Bukarest ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.
Der Siegesplatz in Bukarest am späten Abend. Von Buhrufen der Demonstranten begleitet, feuern Polizeieinheiten immer wieder Tränengasgranaten in die Menge. Seit Stunden geht das schon so. Ein beißender Geruch hängt in der Luft, wer kann, rennt weg, bringt sich in Sicherheit.
Dieser junge Mann ist nicht schnell genug: “Es war sehr schlimm, vor allem für die Augen. Für Mund und Nase hatte ich ein Tuch.” Apotheken im Umkreis machen guten Umsatz mit Atemschutzmasken. Die Bilanz des Abends sind fast 250 Verletzte, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, darunter auch Polizisten.
Schon zu Beginn der Demonstration am späten Nachmittag liegt Spannung in der Luft des heißen Sommertages. Immer mehr Menschen strömen zum Siegesplatz im Herzen Bukarests – zunächst heißt es, 30.000, dann 50.000, letzte Schätzungen gehen von mehr als 100.000 Demonstranten aus.
Die Menschen rufen immer wieder “Diebe, Diebe” und fordern den Rücktritt der Regierung. Es kommt zu ersten Zusammenstößen mit der Polizei, die massiv aufmarschiert ist und den Weg zum Regierungspalast absichert.
Demonstranten versuchen, die Absperrung zu durchbrechen, Plastikflaschen prasseln im hohen Bogen auf die Polizisten nieder – diese schlagen mit Schlagstöcken zu, setzen Tränengas ein.

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