Alle drei wollen den CDU-Vorsitz. Aber was macht Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn aus? Was wollen sie? Und wen haben sie auf ihrer Seite?| Von Jonas Schaible
Alle drei wollen den CDU-Vorsitz. Aber was macht Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn aus? Was wollen sie? Und wen haben sie auf ihrer Seite?
Die Kandidatin und die zwei Kandidaten für den CDU-Vorsitz stellen sich am Freitag den 1001 Delegierten auf dem Hamburger Parteitag. Dort haben sie noch eine letzte Chance, sich in einer Rede zu empfehlen. Aber mehrere Wochen Wahlkampf liegen schon hinter den dreien, mit vielen Veranstaltungen und Interviews. Ihre wichtigsten Forderungen, kontroversesten Aussagen und mächtigsten Unterstützer im Überblick.
Größte Stärken: Lässt sich nicht verrückt machen, bleibt meistens ruhig, hat auch im Wahlkampf jetzt keine größeren Fehler gemacht. Und sie hat, wie sie nicht müde wird zu betonen, fast 18 Jahre Regierungserfahrung. Sie war als Ministerin im Saarland für Inneres (als erste Frau), Sport, Familie, Frauen, Bildung, Kultur, Soziales und Arbeit zuständig und hat als Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin das aktuell beste Ergebnis einer CDU-Kandidatin geholt (40,7 Prozent).
Größte Schwächen: Dass sie als Frau, die eher ruhig bleibt und manchmal etwas gewunden spricht, vielen zu sehr als Fortsetzung der Ära Merkel erscheint. Ist keine Politikerin, die Begeisterung auslöst.
Die kontroverseste Aussage: Vor Jahren hat sie einmal gesagt, wenn man die Ehe für alle einführe, die Ehe also auch für gleichgeschlechtliche Paare öffne, seien “andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen”. Diese Behauptung wiederholte sie im Wahlkampf.
Zentrale Forderungen: Einreiseverbot für abgeschobene Straftäter, mögliche Abschiebungen von Straftätern sogar nach Syrien, besserer europäischer Grenzschutz, eine europäische Armee und eine Aufweichung des Parlamentsvorbehalts des Bundestags bei Auslandseinsätzen, keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD, fairer Handel mit afrikanischen Staaten, mehr kulturellen Austausch in Europa, erweiterte Sanktionen gegen Russland, eine Steuerreform mit Abschaffung des Soli.

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