Der Mann hat einen Spitznamen, der einfach nicht verschwindet. Dabei erinnert er an ein kriminelles Kapitel in seinem Leben. Doch aus
vor 6 Min.
Vor 25 Jahren wurde Kaufhaus-Erpresser “Dagobert” gefasst
Der Mann hat einen Spitznamen, der einfach nicht verschwindet. Dabei erinnert er an ein kriminelles Kapitel in seinem Leben. Doch aus “Dagobert” wird ein Karikaturist und Satiriker. Ist die Vergangenheit vergessen?
Nachts im Gefängnis kamen die Alpträume. Alles sei damals dunkel und verschwommen gewesen, Angst habe sich ausgebreitet, erzählt Arno Funke.
Etliche Details seiner Festnahme vor 25 Jahren (22. April 1994) seien verblasst, viele Nächte in seiner Zelle aber nicht, sagt der frühere Kaufhaus-Erpresser “Dagobert”. Damals sorgte er bundesweit für Schlagzeilen und narrte über Monate die Polizei mit seinen ausgeklügelten Tricks. Heute sagt der 69-Jährige: “Ich bin ein resozialisierter Bürger.”
Der eloquente und gute Laune ausstrahlende Ur-Berliner geht offen mit seiner Vergangenheit um, möchte aber auch nicht mehr dauernd daran erinnert werden. Den Spitznamen “Dagobert” ist er jedoch nie ganz losgeworden. Polizei und Medien nannten ihn so, weil er mit “Onkel Dagobert grüßt seine Neffen” in Zeitungsannoncen das Signal zur Geldübergabe geben wollte. Mal deponierte Funke dafür über offenem Gully eine Streusandkiste. Oder er baute eine ferngesteuerte Lore für die Übergabe. Wie der Tüftler die Polizei überlistete, brachte “Dagobert” auch Sympathien ein.
Der gelernte Schilder- und Lichtreklamehersteller wurde endgültig 1996 wegen Erpressung des Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens) und mehrerer Sprengstoff-Anschläge auf Karstadt-Filialen zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Gericht bescheinigte ihm eine hirnorganisch bedingte Depression und verminderte Schuldfähigkeit.

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