Unser Autor Imre Grimm berichtet vom Eurovision Song Contest 2019 aus Tel Aviv – und schreibt unterwegs auf, was ihm auffällt. Ein Besuch im Garten der deutschen Botschafterin.
Den Sisters ist kühl, und das ist ja auch kein Wunder. In schmalen, schwarzen Kleidchen stehen Carlotta Truman (19) und Laurita Spinelli (27) im Residenzgarten der deutschen Botschafterin in Israel herum, die Abendsonne senkt sich, man reicht zwei Strickjacken, schwarz. Es ist ein zauberhafter Garten. Er ist voller Menschen, die zauberhafte Dinge über Europa, Israel, Deutschland und die Sisters sagen. Roastbeef-Sandwiches und Lachshäppchen werden verteilt.
„Der ESC ist das größte kulturelle Ereignis des Jahres in Israel“, sagt Botschafterin Susanne Wasum-Rainer gerade. Zuvor war sie Botschafterin in London und Paris, seit September 2018 ist sie nun in Israel in Amt und Würden. Überall war sie die erste Frau im Job. Auch hier.
Das sagt sie nicht. Aber sie sagt, dass sie die Botschaft der Sisters Carlotta Truman und Laurita Spinelli und ihres Songs „Sister“ möge. „Weibliche Solidarität ist enorm wichtig, auch mir“, sagt sie. Und überhaupt: Deutschland, Israel, besondere Beziehung, Musik verbindet, baut Brücken, macht alle glücklich, ist das nicht schön und so weiter. Man klatscht und trinkt Wein. Die Sisters frieren noch ein bisschen. Aber dann dürfen sie singen. Erst „Sisters“, natürlich.
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Dann „Hallelujah“, den israelischen Eurovisions-Siegersong von 1979.

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