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Katastrophe in Beirut: Die Libanesen brauchen unsere Unterstützung

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Nach der Katastrophe von Beirut brauchen die Libanesen Deutschlands Hilfe.
Sie können den Newsletter über den klickbaren Link „Newsletter abbestellen“ in der empfangenen E-Mail kündigen. Sie können der Nutzung Ihrer Daten für Werbezwecke auch jederzeit widersprechen und/oder diese der Ströer Digital Publishing GmbH (Platz der Einheit 1,60327 Frankfurt) erteilte Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, ohne dass Ihnen besondere Kosten entstehen (z. B. per E-Mail an t-online-newsletter@stroeer.de). Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages: An kaum einem anderen Flecken auf der Welt prallen Gegensätze so schrill aufeinander. Villen von Superreichen neben Flüchtlings-Slums. Schickeria-Lokale zwischen Moscheen, Kirchen und Tempeln. Antike Ruinen neben futuristischen Wolkenkratzern. Bärtige Hisbollah-Kämpfer neben Mädchen im Bikini. Skipisten nur eine halbe Stunde von Mittelmeerstränden entfernt. Der Libanon war immer schon ein Versprechen der Vielfalt, er zelebrierte die Gegensätze, kostete sie aus, profitierte von ihnen und litt unter ihnen. Als ich vor mehr als 20 Jahren durch Beirut streifte, ragten im Zentrum noch die zerschossenen Bürgerkriegsruinen in den Himmel, während aufgebrezelte Jugendliche in Kellerclubs um die Wette tanzten. Im Süden und Osten hatte die schiitische Hisbollah das Sagen, im Norden die Sunniten, dazwischen die Christen und Drusen. Und über allen lag die eiserne Hand des syrischen Assad-Regimes. Hier führte man kein einfaches Leben, aber ein pralles. Der Schwarzmarkt blühte, die Petrodollars sprudelten, die Beats wummerten, die Muezzins sangen, Maler, Schriftsteller und Kaffeehausrevolutionäre entwarfen kühne Zukunftsvisionen. Zerstrittene Politiker rauften sich immer wieder zusammen, die Erinnerung an den grausamen Bürgerkrieg mit 90.000 Toten,20.000 Vermissten und 800.000 Geflohenen war noch allen eine Mahnung. Doch zur Ruhe kam der Libanon nie. Arabische Potentaten rüsteten ihre jeweiligen Verbündeten auf, die Rebellion des „Arabischen Frühlings“ mündete in einen klirrenden Winter, Zigtausende Syrer flohen vor dem Krieg in ihrer Heimat ins Nachbarland, wo aber schon seit Jahrzehnten überfüllte palästinensische Flüchtlingslager standen. Binnen Monaten verwandelten sich ganze Stadtviertel in Elendsquartiere, das fragile politische Geleichgewicht geriet aus dem Lot. Richtig gefährlich wurde die Lage aber erst durch die Misswirtschaft der wechselnden Regierungen. Ob Marionetten der Syrer, der Saudis oder der Iraner: Ein Kabinett schraubte die Staatsverschuldung höher als das andere; wer ein Amt besaß, bediente sich nach Gutdünken aus dem Staatssäckel. Inzwischen ist der Traum vom Aufbruch ausgeträumt. Das Geld: nichts mehr wert. Lebensmittel, Strom, Benzin: überall Mangel.

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