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„Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus“

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Die schweren Gefechte im Donbass gehen weiter. Die Ukraine befürchtet, „Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen“. Die Botschafterin in den USA sagt, dass der Ukraine-Krieg deutsche außenpolitische Grundannahmen „pulverisiert“ habe. Ein Überblick.
Die Ukraine befürchtet einen weiteren Vormarsch russischer Truppen, nachdem diese die Hafenstadt Mariupol und das Asow-Stahlwerk vollständig eingenommen haben. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, meldete am Samstag massive Gefechte im Donbass. So steht etwa die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk seit Tagen unter Beschuss, es gibt Tote und Verletzte. „Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus. In den Vororten der Stadt laufen Kämpfe“, teilte Hajdaj im Nachrichtenkanal Telegram mit. Er beklagte Bombardements aus der Luft – Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen. Währenddessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich gemacht. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram.
„Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert“, meinte Selenskyj. Solche Angriffe seien eine „absolute Dummheit“ und „Boshaftigkeit“. Selenskyj veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigte. Danach war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Selenskyj hat außerdem einen Fonds ins Gespräch gebracht für Entschädigungszahlungen an Länder, die etwa unter russischen Angriffen leiden. Gemeinsam mit anderen Partnerländern müsse ein Mechanismus entwickelt werden, „damit jeder, der unter Russlands Handeln gelitten hat, eine Entschädigung für alle Verluste erhalten kann.“ Das könne in einem „multilateralen Abkommen“ geregelt werden. Selenskyj schlug vor, russisches Kapital und Eigentum im Ausland einzufrieren oder zu beschlagnahmen und diesem neuen Fonds zuzuführen. „Das wäre gerecht“, meinte Selenskyj. Russland würde so das „wahre Gewicht jeder Rakete, jeder Bombe, jedes Projektils zu spüren bekommen, das es auf uns abgefeuert hat“. Die Kriegsschäden in der Ukraine gehen Schätzungen zufolge schon jetzt in die Hunderte Milliarden Euro. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Donnerstag im ZDF gesagt, die Europäische Union prüfe Möglichkeiten, eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg zu verwenden. Dadurch könne Russland nach dem Krieg einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, so die Kommissionspräsidentin.

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