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Brüssel und Moskau liefern sich ein symbolisches Wettrüsten

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Mit dem Kandidatenstatus für Kiew würde die EU zeigen, dass sie sich von Putin nicht beeindrucken lässt. Aber auch der Kremlchef sendet Signale. Ein Kommentar.
Unterschiedlicher hätten die beiden Auftritte nicht sein können. Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel die Tür für die Ukraine weit aufmachte, sprach Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg. Von der Leyen lud die Ukraine ein, beim „Friedensprojekt“ der EU mitzumachen. Putin zog beim Internationalen Wirtschaftsforum über „bürokratische Eliten“ in Brüssel her und warf dem Westen vor, am gegenwärtigen Inflationsschock selbst schuld zu sein – ein Schock, den Putins Krieg in der Ukraine zweifellos mitverursacht hat. Während die ukrainischen Truppen im Osten des Landes angesichts des russischen Vorrückens immer stärker in Bedrängnis geraten, sind die Brüsseler Entwicklungen sowohl für Kiew als auch für Moskau von großer Bedeutung. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf den Kandidatenstatus der EU als ein starkes Symbol der Unterstützung der Europäer für sein Land. Präsident Putin fürchtet genau diese Perspektive für Kiew – er hasst die Ukraine schon lange dafür, dass sie sich Richtung EU orientiert. Vor diesem Szenario wäre es erst recht ein nicht zu unterschätzender Schritt, wenn die EU-Staaten Ende kommender Woche bei ihrem Gipfel der Ukraine den Kandidatenstatus verleihen würden.

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