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„Kein einziges Seminar zum Nationalsozialismus“ besucht: Björn Höcke gibt sich bei Prozessauftakt ahnungslos

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AfD-Mann Höcke verweist beim Prozess zur Verwendung einer SA-Parole in Halle verweist auf Bildungslücken – die Staatsanwaltschaft überzeugt das nicht.
Stand: 23.04.2024, 18:51 Uhr
Von: Joachim F. Tornau
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Björn Höcke steht in Halle vor Gericht. Beim Prozess zur Verwendung einer SA-Parole verweist er auf Bildungslücken – die Staatsanwaltschaft überzeugt das nicht.
Halle – Als Björn Höcke im Mai 2021 in Merseburg auftrat, baute er sich selbst ein Glashaus. Bevor der AfD-Rechtsaußen bei seiner Wahlkampfrede vor 250 Getreuen zu den gewohnten Tiraden gegen Einwanderung und Windräder ansetzte, mimte er den Intellektuellen. „Ich muss jetzt mal ganz kurz historisch werden“, sagte der thüringische AfD-Chef, der einmal Geschichtslehrer in Hessen war, und präsentierte ganz jovial sein Wissen über die mittelalterlichen Merseburger Zaubersprüche.
Die Menschen, die lautstark gegen seinen Auftritt protestierten, verhöhnte er als „Opfer der Bildungskatastrophe“. Das war, wie man heute weiß, durchaus mutig: Wegen eben dieser Veranstaltung in Merseburg steht der rechtsextreme Politiker vor dem Landgericht in Halle – und beruft sich zur Verteidigung ausgerechnet auf seinen eigenen Mangel an historischer Bildung.
Es geht um die Parole „Alles für Deutschland“, in der der 52-Jährige seine Rede hatte gipfeln lassen. Weil es sich dabei um die Losung der Sturmabteilung (SA) handelt, der Schlägertruppe der NSDAP, wurde Höcke wegen der Verwendung von verbotenen Kennzeichen nationalsozialistischer Organisationen angeklagt.

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