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Wahl in den Niederlanden: Europas Gradmesser

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Selten zuvor haben niederländische Parlamentswahlen so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie gelten als Stimmungstest für ganz Europa. Zuletzt lag Ministerpräsident Rutte in den Umfragen knapp vor dem Rechtspopulisten Wilders. Auch wegen der Krise mit der Türkei. Von Malte Pieper.
Selten zuvor haben niederländische Parlamentswahlen so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie gelten als Stimmungstest für ganz Europa. Zuletzt lag Ministerpräsident Rutte in den Umfragen knapp vor dem Rechtspopulisten Wilders. Auch wegen der Krise mit der Türkei.
Bram ist einer von knapp 13 Millionen. Bram ist Anfang 40 und wohnt in Scheveningen. Und auch für ihn wird es heute ernst. Eigentlich sei er immer Wechselwähler gewesen. Meistens habe er für die Rechtsliberalen gestimmt, die Partei von Ministerpräsident Mark Rutte. „Aber mit dem bin ich jetzt fertig. Der hat einfach zu viel versprochen und zu wenig gehalten“, sagt Bram.
Es war ein merkwürdiger Wahlkampf hier in den Niederlanden. Eigentlich geht es dem Land blendend. Die Wirtschaft erzielt bessere Werte als in Deutschland, die Arbeitslosigkeit ist deutlich gesunken. Trotzdem droht der bisherigen Regierung ein Desaster. Die Rechtsliberalen des Ministerpräsidenten dürften mindestens ein Drittel ihrer Wähler verlieren, der kleinere Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, bis zu drei Viertel. Am Ende könnten wir beide Volksparteien zusammen nicht mal mehr 25 Prozent übrig bleiben.
Die wirtschaftlichen Erfolge und die mutigen und schwierigen Reformen, die diese Regierung durchgeführt habe, spielten ganz offensichtlich in diesem Wahlkampf keine Rolle, fasst Philippe Remarque die Lage zusammen.

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