Der kollektive WM-Rausch ist für England vorbei: „Football is coming home“ – jedoch ohne Titel. Dafür mit großer Perspektive. Stolz sollten sie sein, sagt auch Prinz William. Die Fans feiern die Spieler und den Trainer.
Moskau Der kollektive WM-Rausch ist für England vorbei: „Football is coming home“ – jedoch ohne Titel. Dafür mit großer Perspektive. Stolz sollten sie sein, sagt auch Prinz William. Die Fans feiern die Spieler und den Trainer.
Im Moment völliger Leere und tiefsten Schmerzes konnten sich Englands WM-Fußballer auf ihre Fans bis hinein ins Königshaus verlassen. „Ich weiß, wie enttäuscht Ihr jetzt sein müsst. Aber ich könnte nicht stolzer sein auf diese Mannschaft, und Ihr solltet es auch sein“, schrieb Prinz William via Twitter. Auf den Rängen des Moskauer Luschniki-Stadions feierten die Anhänger ihre gestürzten Helden noch Minuten nach dem Abpfiff eines dramatischen Abends für das Fußball-Mutterland, durch die Lautsprecher dröhnte der „Oasis“-Klassiker „Don’t Look Back In Anger“ (Schau nicht in Wut zurück).
„Ich bin unglaublich stolz auf das, was sie geleistet haben“, sagte Trainer Gareth Southgate. Die Stimme stockte manchmal, auch er musste um Fassung ringen. Die Augen verrieten die Gemütslage des 47-Jährigen nach dem 1:2 im WM-Halbfinale nach Verlängerung gegen den Sensations-Finalisten Kroatien: „Im Moment fühlen wir nur den Schmerz.“ Ein Siegerteam zu werden, das tue aber auch mal weh. „Wir dachten, wir könnten es schaffen, aber es hat nicht sollen sein“, sagte Kapitän Harry Kane.
„Es war, als ob man zuschaut, wie ein wunderschönes Gemälde vor deinen eigenen Augen zerrissen wird“, schrieb die englische Zeitung „The Guardian“ am Donnerstag. Die frühe Führung durch Kieran Trippier in der fünften Minute, wirkungslose Kroaten, Bierpartys im Hyde-Park – alles lief zunächst perfekt für die Engländer auf ihrem Weg, den ersten WM-Titel nach 62 Jahren zu holen.

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