<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1288748,"date":"2018-12-05T23:37:00","date_gmt":"2018-12-05T21:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1288748"},"modified":"2018-12-06T00:06:44","modified_gmt":"2018-12-05T22:06:44","slug":"xenotransplantation-pavian-lebt-mehr-als-halbes-jahr-mit-schweineherz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2018\/12\/xenotransplantation-pavian-lebt-mehr-als-halbes-jahr-mit-schweineherz\/","title":{"rendered":"Xenotransplantation: Pavian lebt mehr als halbes Jahr mit Schweineherz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Mangel an Spenderorganen und Pl\u00e4ne zu neuen Regelungen sorgen derzeit politisch f\u00fcr Z\u00fcndstoff.<\/b><br \/>\nM\u00fcnchen (dpa) &#8211; Paviane mit transplantierten Schweineherzen \u00fcberlebten in einem Versuch mehr als ein halbes Jahr, bevor die Studie abgebrochen wurde. Damit ist die \u00dcbertragung von Schweineherzen auf Menschen als L\u00f6sung f\u00fcr den Mangel an Spenderorganen einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her ger\u00fcckt.<br \/>Ein Forscherteam um den M\u00fcnchner Herzchirurgen Bruno Reichart und den Veterin\u00e4rmediziner Eckhard Wolf transplantierte mit einer ausgefeilteren Technik gentechnisch ver\u00e4nderte Schweineherzen in Paviane. Von f\u00fcnf Tieren waren zwei noch nach 90 Tagen bei guter Gesundheit, als ihr Versuch beendet wurde, wie die Forscher im Fachmagazin &#8222;Nature&#8220; berichten. Zwei Tiere lebten sogar 195 und 182 Tage, also gut ein halbes Jahr, bevor sie get\u00f6tet wurden. Herz- und Leberfunktion seien normal gewesen, Absto\u00dfungsreaktionen habe es nicht gegeben. Ein Tier starb nach 51 Tagen an einer Thrombose.<br \/>Das Gesamtergebnis sei ein Meilenstein auf dem Weg zu einer m\u00f6glichen Transplantation von Schweineherzen auch bei Menschen, erl\u00e4uterten die Wissenschaftler. Denn allgemein ist mit der \u00dcberlebenszeit von drei Monaten die von der Internationalen Transplantationsgesellschaft festgelegte Voraussetzung f\u00fcr klinische Versuche erf\u00fcllt.<br \/>Etwa drei Jahre w\u00fcrden nun weitere Vorbereitungen dauern, ehe erste klinische Studien an ausgew\u00e4hlten Patienten m\u00f6glich sein k\u00f6nnten &#8211; &#8222;wenn alles gut l\u00e4uft&#8220;, sagte Reichart der Deutschen Presse-Agentur.<br \/>Unabh\u00e4ngige Experten werten die Studie als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Transplantation beim Menschen. Vier der f\u00fcnf Paviane schienen die Transplantation gut zu vertragen, ohne schwere Infektionen infolge der Immunsuppression zu entwickeln, betonte der Berliner Transplantations-Experte Christoph Knosalla in einem &#8222;Nature&#8220;-Kommentar. Daher k\u00f6nne diese entwickelte Technik auch bei Menschen funktionieren, wenn die Xenotransplantation &#8211; der Austausch \u00fcber Artgrenzen hinweg &#8211; weit genug fortgeschritten sei, um erste klinische Versuche zu starten.<br \/>Der Aachener Mediziner Rene Tolba nannte die Ergebnisse &#8222;klinisch hochrelevant&#8220;. &#8222;Eine erste klinische Indikation f\u00fcr eine solche Xenotransplantation k\u00f6nnte die sogenannte &#8222;Bridge to Transplantation&#8220; sein. Dabei w\u00fcrde einem kritisch herzkranken Patienten, der auf ein Spenderorgan wartet, eine Transplantation eines Schweineherzen als \u00dcberbr\u00fcckung angeboten.&#8220;<br \/>Die Xenotransplantation wird seit den 1980er Jahren erforscht. Schweine sind als Spender besonders geeignet, weil ihr Stoffwechsel dem der Menschen \u00e4hnelt. Reichart, dem 1983 die erste Herz-Lungentransplantation in Deutschland gelang, befasst sich seit langem mit dem Thema und war jahrelang Vorstand des Sonderforschungsbereichs f\u00fcr Xenotransplantation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).<br \/>Bisher hatten Paviane Transplantationen von Schweineherzen maximal 57 Tage \u00fcberlebt. Das Team um Reichart \u00e4nderte nun vor allem die Art der Transplantation. Anstatt wie \u00fcblich das Herz zu k\u00fchlen, wurde es an einen Kreislauf mit einer plasmahaltigen Fl\u00fcssigkeit angeschlossen, so dass es vor und w\u00e4hrend der Operation mit Sauerstoff versorgt wurde. Dies sei wom\u00f6glich auch bei herk\u00f6mmlichen Transplantationen eine M\u00f6glichkeit, um die Erfolge zu verbessern, sagte Reichart. Zudem reduzierten die Forscher den Blutdruck der Paviane bei der OP auf den von Schweinen, um das Organ zu schonen. &#8222;Offensichtlich sind Schweineherzen schlechter am Leben zu halten als Menschenherzen&#8220;, sagte Reichart.<br \/>Die Forscher mussten im Versuch einen weiteren Schritt gehen. Paviane sind kleiner als Schweine &#8211; das Schweineherz wuchs und f\u00fchrte zu t\u00f6dlichen Lebersch\u00e4den. Deshalb gaben die Forscher ein Medikament (Temsirolimus, ein Derivat von Rapamycin), um das Wachstum einzud\u00e4mmen. Das w\u00e4re beim Menschen unn\u00f6tig, da sein Herz in der Gr\u00f6\u00dfe etwa dem Schweineherz entspricht. Die Schweine waren genetisch manipuliert worden, um die Absto\u00dfungsreaktion zu verringern.<br \/>Es m\u00fcssten nun weitere derartige Versuche folgen, sagte Reichart. Nach den Vorgaben f\u00fcr klinische Studien sollen sechs von zehn Tieren mindestens die Drei-Monatsfrist erreichen. Dies sei in einem halben Jahr erreichbar, sagte Reichart. &#8222;Wir hoffen, dass wir im Fr\u00fchjahr damit fertig sind.&#8220;<br \/>Parallel gehe es nun darum, neue Immunsuppressiva zu testen. &#8222;Wir brauchen einen humanisierten Antik\u00f6rper, den m\u00fcssen wir in den n\u00e4chsten zwei Jahren einsetzen&#8220;, sagte Reichart. &#8222;Wir hoffen, dass wir dann die Genehmigung bekommen, Pilotstudien zu machen.&#8220; Dabei sollen nicht nur Schweineherzen, sondern auch Nieren verpflanzt werden. Parallel dazu werde es aber weitere Jahre dauern, bis die tierischen Spenderorgane als Standardmethode eingesetzt und Tiere daf\u00fcr eigens produziert werden k\u00f6nnten.<br \/>Die tierischen Spenderorgane h\u00e4tten viele Vorteile, sagte Reichart. Die gesamte Mikrobiologie des Spenderorgans sei im Gegensatz zu Spenderherzen toter Menschen bekannt. Dies mindere das Risiko von Infektionen. Der Empf\u00e4nger k\u00f6nne in Ruhe vorbereitet werden. &#8222;Das ist das Elegante der Xenotransplantation: Im Gegensatz zur humanen Transplantation ist alles vorher bekannt.&#8220;<br \/>Zuletzt hatte es vor einigen Jahren einen gro\u00dfen Schritt bei der Transplantation von genmodifizierten Schweineherzen in Paviane gegeben. Die Herzen wurden im Bauchraum eingesetzt und schlugen dort zweieinhalb Jahre &#8211; ohne allerdings das Herz des Pavians zu ersetzen.<br \/>Die Vision, mit tierischen Organen Menschenleben zu retten, geht weit zur\u00fcck. In den USA hatte in den 1980er Jahren ein Arzt sogar gewagt, einem todgeweihten Neugeborenen mit funktionsunf\u00e4higem Herz ein Pavianherz einzusetzen. Das M\u00e4dchen \u00fcberlebte nur etwa zwei Wochen. In klinischen Studien wurden bereits Pankreas-Inselzellen aus Schweinen transplantiert, um Menschen mit Diabetes zu helfen.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mangel an Spenderorganen und Pl\u00e4ne zu neuen Regelungen sorgen derzeit politisch f\u00fcr Z\u00fcndstoff. M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Paviane mit transplantierten Schweineherzen \u00fcberlebten in einem Versuch mehr als ein halbes Jahr, bevor die Studie abgebrochen wurde. 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