<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1292496,"date":"2018-12-08T12:03:00","date_gmt":"2018-12-08T10:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1292496"},"modified":"2018-12-08T12:03:24","modified_gmt":"2018-12-08T10:03:24","slug":"angela-merkel-sie-steht-noch-einmal-auf-und-winkt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2018\/12\/angela-merkel-sie-steht-noch-einmal-auf-und-winkt\/","title":{"rendered":"Angela Merkel: Sie steht noch einmal auf und winkt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Angela Merkel h\u00e4lt ihre letzte Rede als CDU-Vorsitzende. Und man meint pl\u00f6tzlich zu begreifen, was die Quelle ihres Langmuts und ihres Nervenkost\u00fcms gewesen sein k\u00f6nnte.<\/b><br \/>\nMan muss jetzt von hinten beginnen, so bewegend ist das Ende.<br \/>Ihre letzten Worte als Parteivorsitzende der Christlich-Demokratischen Union<br \/>Deutschlands lauten: &#8222;Ich wurde nicht als Kanzlerin geboren&#8220;, und man denkt,<br \/>das endet doch nicht etwa im Sinne von Simone de Beauvoir, oder? Sie schlie\u00dft<br \/>den Gedanken jetzt bitte nicht mit dem Bonmot, dass man nicht als Kanzlerin<br \/>geboren, sondern dazu gemacht wird. Ihre Kurve verl\u00e4uft gl\u00fccklicherweise doch<br \/>anders. Ihr Ziel sei es immer gewesen, das &#8222;Amt in W\u00fcrde zu tragen und es in<br \/>W\u00fcrde zu verlassen&#8220;. Und nun empfinde sie Dankbarkeit. Es war ihr eine Ehre, so<br \/>sagt sie es ganz zum Schluss: &#8222;Es war mir eine Ehre \u2013 herzlichen Dank.&#8220; <br \/>Die B\u00fchne ist so gebaut, dass hinter dem Rednerpult das<br \/>gesamte Pr\u00e4sidium wie ein sozialistisches Zentralkomitee \u00fcber der Sprecherin<br \/>und den Delegierten wacht. W\u00e4hrend Merkel redet, sitzt Annegret Kramp-Karrenbauer <br \/>auf Merkels Platz. Wann immer die Kamera umschwenkt, sieht man sie, also &#8222;AKK&#8220;,<br \/>mit dem Namensschild &#8222;Merkel&#8220;. Das ist weder Zufall noch Unfall, aber richtig<br \/>lustig auch nicht, da im Saal ohnehin keine heitere Stimmung herrscht. Die<br \/>ersten Delegierten haben ab der Mitte der Rede angefangen, glasige Augen zu<br \/>bekommen. Sp\u00e4testens jetzt weinen sie<br \/>alle. Oder anders gesagt, wer nicht weint, geh\u00f6rt zum hammerharten Kern der<br \/>Merkel-Gegner.<br \/>Die Kanzlerin jedenfalls hat fertig geredet, und noch bevor<br \/>der Applaus einsetzt, geht sie zum CDU-Zentralkomitee, und<br \/>Kramp-Karrenbauer r\u00fcckt rasch zur Seite. Dann Applaus. Riesiger Applaus.<br \/>Sie steht noch einmal auf und winkt. Das war&#8217;s!<br \/>Kramp-Karrenbauer weint. Und klatscht. Sehr energisch, fast<br \/>trotzig. Dass sie auch anders klatschen kann, demonstriert sie zwei Stunden<br \/>sp\u00e4ter. Als Jens Spahn seine Bewerbungsrede h\u00e4lt, klatscht sie mechanisch, fast<br \/>lasch. Jetzt aber haut sie mit aller Kraft die Handinnenfl\u00e4chen aneinander, als<br \/>versuche sie, zwei rohe Schnitzel gar zu klatschen. In ihrem Applaus liegt eine<br \/>r\u00fchrende Verbundenheit zu Angela Merkel, die gerade richtig ehrlich mit den<br \/>Tr\u00e4nen k\u00e4mpft.<br \/>Annegret Kramp-Karrenbauer muss jetzt in sehr kurzer Zeit sehr viel gleichzeitig<br \/>managen. Sie reicht der Kanzlerin ein Glas Wasser und muss parallel dazu ihre<br \/>eigenen Emotionen in den Griff bekommen. Dies ist ein M\u00e4nnerladen. Was sie<br \/>jetzt freim\u00fctig an Trauer herausheult, k\u00f6nnte sie hinten raus zu viele Stimmen<br \/>kosten. Immerhin bewirbt sie sich gleich als Merkels Nachfolgerin. Au\u00dferdem \u2013<br \/>und das ist die schwierigste Aufgabe \u2013<br \/>muss sie die Kanzlerin alle paar Sekunden ermutigen, doch noch einmal<br \/>aufzustehen und eine Runde \u00fcber die B\u00fchne zu drehen. Denn die alten M\u00e4nner<br \/>unten im Parkett haben nun vollends die Fassung verloren. Es ist ja nun einmal<br \/>so, ab einem gewissen Alter ist jeder Abschied, den man betrauert, immer auch<br \/>der eigene. Kramp-Karrenbauer besetzt also bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere<br \/>Spitzen\u00e4mter. Angela Merkel steht mehrmals auf, geht vor, und hebt die H\u00e4nde \u00fcber<br \/>den Kopf, mit dieser typischen Geste, die auch bei einer Frau einfach<br \/>schrecklich Panne aussieht. Die H\u00e4nde bilden \u00fcber dem Kopf eine Faust, und<br \/>dr\u00fccken zu, wie als wolle man eine Walnuss knacken.<br \/>Sie hat w\u00e4hrend ihrer Rede wenig geredet, aber viel gesagt.<br \/>In den 18 Jahren zuvor war es immer umgekehrt. Sie hat ihren Text in f\u00fcnf<br \/>Fragen gegliedert. Die Fragen erinnern an Therapiestunden, in denen sich zerr\u00fcttete<br \/>Paare beim Auseinandergehen coachen lassen, um es einigerma\u00dfen gesittet<br \/>hinzubekommen; als Alternative zum gegenseitigen Erschie\u00dfen. <br \/>Die Bundeskanzlerin hat vor ihrer Rede \u00fcber diese Fragen<br \/>nachgedacht:<br \/>1. Was hat uns<br \/>zusammengebracht (&#8222;Was hat Sie und mich als CDU Vorsitzende vor \u00fcber 18 Jahren<br \/>zusammengef\u00fchrt?&#8220;) <br \/>2. Was verdanken wir<br \/>einander? <br \/>3. Was haben wir uns<br \/>vorenthalten? <br \/>4. Warum trennen sich<br \/>jetzt unsere Wege? <br \/>5. Was w\u00fcnschen wir<br \/>einander?<br \/>Sie arbeitet Punkt f\u00fcr Punkt ab. Erst Frage, dann Antwort.<br \/>Das Verfahren f\u00fchrt zu \u00fcberraschenden Momenten. Als sie beispielsweise den<br \/>folgenden Satz sagt, von dem man meint, dass er eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit<br \/>sein m\u00fcsste: <br \/>Ich w\u00fcnsche mir, dass,<br \/>wir auch in den schwersten Stunden nie vergessen, was die christdemokratische<br \/>Haltung ausmacht: Wir Christdemokraten grenzen uns ab, aber niemals grenzen wir<br \/>aus.<br \/>Auf diesen Satz folgt ein beispiellos mickriger, ja geradezu<br \/>armseliger Applaus, man kann sagen, j\u00e4mmerlicher hat sich eine Delegiertenversammlung<br \/>nie zuvor und nie danach entlarvt. Merkel aber h\u00f6rt nicht auf, sie macht jetzt so<br \/>weiter. Mit ganz fester Stimme und unbeeindruckt der sp\u00e4rlichen Zustimmungsrate<br \/>z\u00e4hlt sie unerschrocken auf, was Christsozialsein in ihren Augen bedeutet:<br \/>Wir streiten, aber<br \/>niemals hetzen wir oder machen andere Menschen nieder.<br \/>Wir machen keine<br \/>Unterschiede bei der W\u00fcrde der Menschen, wir spielen niemanden gegen den<br \/>anderen aus.<br \/>Wir verlieren uns<br \/>nicht in Selbstbespiegelung, wir dienen den Menschen unseres Landes.<br \/>Klingt wie die Pr\u00e4ambel einer neuen CDU-Programmatik. In<br \/>wenigen S\u00e4tzen gibt sie Antworten darauf, was es bedeuten k\u00f6nnte, ein<br \/>Konservativer in der Moderne zu sein. Aber das alles ist nicht das Zentrum<br \/>ihres Anliegens. Es sind zwei Punkte, die sie anspricht, die lange nachhallen.<br \/>Denn sie sind sehr privat.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angela Merkel h\u00e4lt ihre letzte Rede als CDU-Vorsitzende. Und man meint pl\u00f6tzlich zu begreifen, was die Quelle ihres Langmuts und ihres Nervenkost\u00fcms gewesen sein k\u00f6nnte. 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