<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1301290,"date":"2018-12-14T18:15:00","date_gmt":"2018-12-14T16:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1301290"},"modified":"2018-12-14T18:22:09","modified_gmt":"2018-12-14T16:22:09","slug":"schriftsteller-wilhelm-genazino-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2018\/12\/schriftsteller-wilhelm-genazino-gestorben\/","title":{"rendered":"Schriftsteller Wilhelm Genazino gestorben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Er hat zig wichtige Auszeichnungen, war ein Gro\u00dfer seines Fachs. Nun ist der Autor Wilhelm Genazino gestorben. Unterwegs arbeitete er mit kleinen Zettelchen,&#8230;<\/b><br \/>\nEr hat zig wichtige Auszeichnungen, war ein Gro\u00dfer seines Fachs. Nun ist der Autor Wilhelm Genazino gestorben. Unterwegs arbeitete er mit kleinen Zettelchen, daheim an der Schreibmaschine.<br \/>Angst war ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr Wilhelm Genazino. Er wuchs in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen auf, erlebte als Kind die Nachkriegszeit im zerbombten Mannheim intensiv. Das hat den Schriftsteller gepr\u00e4gt, seine Identit\u00e4t mit dem skeptischen Blick auf Dinge.<br \/>Als er verheiratet war, hatte Genazino dauernd Angst, dass die Ehe scheitern k\u00f6nnte. Wohl eine Vorahnung, es folgte die Scheidung. Vor seinem 70. Geburtstag begr\u00fcndete er, dass er noch immer ohne Handy und Computer lebt, mit einer &#8222;nat\u00fcrlichen inneren Alarmglocke vor zu gro\u00dfen Risiken&#8220;. Er tippte an der Schreibmaschine. Und vor jedem Buch hatte er Versagens\u00e4ngste &#8211; trotz seines Erfolgs. Nun ist Genazino im Alter von 75 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.<br \/>Der Autor von Werken wie &#8222;Wenn wir Tiere w\u00e4ren&#8220; (2011), &#8222;Bei Regen im Saal&#8220; (2014) und &#8222;Au\u00dfer uns spricht niemand \u00fcber uns&#8220; (2016) starb am Mittwoch. Das teilt der Carl Hanser Verlag am Freitag in M\u00fcnchen in knapper Meldung mit. Darin enthalten ist ein kurzer Auszug aus dem Reigen an Preisen, mit denen Genazinos Schaffen gew\u00fcrdigt wurde: der Georg-B\u00fcchner-Preis der Deutschen Akademie f\u00fcr Sprache und Dichtung in Darmstadt 2004 und die Goetheplakette der Stadt Frankfurt 2014. Auf die Liste geh\u00f6ren eigentlich auch der Heinrich-von-Kleist-Preis, der Hans-Fallada-Preis, der Kunstpreis Berlin und der Gro\u00dfe Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste.<br \/>Wenn er unterwegs war, hatte Genazino kleine wei\u00dfe Zettelchen und einen Bleistift dabei, um Alltagsbeobachtungen zu notieren. Detailreich und skurril beschrieb er die dann in seinen B\u00fcchern. Die Protagonisten seiner Romane sind stets Au\u00dfenseiter, die sich auf durchaus kreative Art mit dem Leben auseinandersetzen. Eine eigenwillige Mischung aus Traurigkeit und Komik besitzen diese Anti-Helden, die Genazino &#8222;Individualisten wider Willen&#8220; nannte.<br \/>Bei der Laudatio zur B\u00fcchner-Preis-Verleihung sagte Literaturkritiker Helmut B\u00f6ttiger, Genazinos B\u00fccher seien &#8222;immer stiller geworden, immer leichter &#8211; und immer schwerer zu fassen&#8220;. Genazino sagte in der Dankesrede: &#8222;Beide, der Schriftsteller und der Betende, teilen die metaphysische Zuversicht, durch das Schweigen hindurch geh\u00f6rt und sogar verstanden zu werden. Und: bei beiden ist eine Einsicht in die Vergeblichkeit ihrer Anstrengungen vorhanden. Dennoch k\u00fcmmert es beide nicht, ob sie von anderen f\u00fcr zurechnungsf\u00e4hig gehalten werden oder nicht.&#8220; Manchmal tr\u00e4ume er von einer Schule der Bes\u00e4nftigung, die uns etwas von dem beibringen k\u00f6nnte, was wir dringend brauchen. &#8222;Unterrichtet w\u00fcrden die F\u00e4cher Existenzkunst, Entt\u00e4uschungspraxis, Sehnsuchtsabbau, Fremdheits\u00fcberlistung, Hoffnungsclownerie.&#8220;<br \/>Genazino war ein ebenso freundlicher wie zur\u00fcckhaltender Mensch, der die Beobachterrolle liebte. &#8222;Ich brauche die Halbdistanz&#8220;, sagte er einmal. Schreiben bedeutete f\u00fcr ihn Leben. In der Dankesrede f\u00fcr den Samuel-Bogumi\u0142-Linde-Literaturpreis der St\u00e4dte Toru\u0144 und G\u00f6ttingen im Jahr 2014 sagte er: &#8222;Als ich anfing zu schreiben, war ich siebzehn Jahre alt, und das Schreiben war zu diesem Zeitpunkt ein Akt des Widerstands: gegen die Schule, gegen den Mangel, gegen die Eltern, gegen die damals einsetzende Fernsehsucht, die nach meinem damaligen Empfinden schuld war an der wachsenden Stummheit der Menschen.&#8220;<br \/>Genazino wurde am 22. Januar 1943 in Mannheim geboren und lebte als freier Autor in Frankfurt. Erst arbeitete er als Journalist etwa bei der Satire-Zeitschrift &#8222;Pardon&#8220;. Dann studierte er Germanistik. Er schrieb H\u00f6rspiele, bevor er mit seiner Angestellten-Romantrilogie &#8222;Abschaffel&#8220; (1977), &#8222;Die Vernichtung der Sorgen&#8220; (1978) und &#8222;Falsche Jahre&#8220; (1979) bekannt wurde. Genazinos Werk wurde in viele Sprachen \u00fcbersetzt. Sein letzter Roman &#8222;Kein Geld, keine Uhr, keine M\u00fctze&#8220; erschien im Fr\u00fchjahr 2018. Genazino hinterl\u00e4sst eine Tochter. (dpa)<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er hat zig wichtige Auszeichnungen, war ein Gro\u00dfer seines Fachs. Nun ist der Autor Wilhelm Genazino gestorben. Unterwegs arbeitete er mit kleinen Zettelchen,&#8230; Er hat zig wichtige Auszeichnungen, war ein Gro\u00dfer seines Fachs. Nun ist der Autor Wilhelm Genazino gestorben. 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