<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1302854,"date":"2018-12-16T00:18:00","date_gmt":"2018-12-15T22:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1302854"},"modified":"2018-12-16T00:05:36","modified_gmt":"2018-12-15T22:05:36","slug":"un-klimakonferenz-einigt-sich-auf-weltweites-regelwerk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2018\/12\/un-klimakonferenz-einigt-sich-auf-weltweites-regelwerk\/","title":{"rendered":"UN-Klimakonferenz einigt sich auf weltweites Regelwerk"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Ein Hammerschlag besiegelt den Kompromiss: Fast 200 Staaten billigen in Kattowitz Regeln zur Umsetzung des Pariser Abkommens. Details blieben bis zuletzt offen.<\/b><br \/>\nDrei Jahre nach der geschichtstr\u00e4chtigen Einigung auf das Pariser Klimaabkommen haben fast 200 Staaten gemeinsame Regeln f\u00fcr die praktische Umsetzung beschlossen. Der Chef der UN-Klimakonferenz in Polen, Michal Kurtyka, besiegelte den Kompromiss des Plenums am Samstag in Kattowitz mit einem Hammerschlag. Ziel des Abkommens ist, die Erderw\u00e4rmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Daf\u00fcr muss der Aussto\u00df von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und \u00d6l in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden. Kurtyka sagte: \u201eDas ist ein historischer Moment.\u201c<br \/>Unter anderem vereinbarte der Gipfel Transparenzregeln und Standards zur CO2-Erfassung, damit die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten miteinander vergleichbar sind. Arme L\u00e4nder erhalten allerdings Zeit, um die technischen Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen.<br \/>Die Klimakonferenz in Kattowitz hatte sich v\u00f6llig im Kleingedruckten verheddert. Seit dem gro\u00dfen, hoffnungsgebenden Klimagipfel von Paris waren die Durchf\u00fchrungsbestimmungen bereits drei Jahre lang verhandelt worden \u2013 dennoch blieben strittige Punkte bis zur letzten Minute ungekl\u00e4rt.<br \/>Die Verhandlungen stockten zuletzt wegen der Regeln zum Handel mit Verschmutzungsrechten f\u00fcr den Aussto\u00df von Kohlendioxid. Das klingt nach einem Nebenschauplatz. Doch der Sektor d\u00fcrfte k\u00fcnftig stark wachsen, denn er gilt als gutes Mittel, um den Klimawandel mit marktwirtschaftlichen Instrumenten zu begrenzen. Strenge Regeln daf\u00fcr sind also entscheidend.<br \/>Einer der Streitpunkte: D\u00fcrfen Gutschriften aus einem bereits bestehenden Handelssystem, mit dem die Industriel\u00e4nder eigene Emissionen durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsl\u00e4ndern mindern, in das Paris-Abkommen \u00fcberf\u00fchrt werden? Klimasch\u00fctzer halten das f\u00fcr keine gute Idee. \u201eDas System wird stark kritisiert, weil ein Gro\u00dfteil der Ma\u00dfnahmen gar nicht zus\u00e4tzlich genutzt wurden, sondern ohnehin stattgefunden h\u00e4tten\u201c, sagt Gilles Dufrasne, Experte f\u00fcr Emissionshandel bei der Umweltorganisation Carbon Market Watch. Die Gutschriften trotzdem in das Emissionshandelssystem unter dem Paris-Abkommen zu \u00fcberf\u00fchren, h\u00e4tte demnach eine Verw\u00e4sserung bedeutet.<br \/>Noch ein Blick in das Klein-Klein der Verhandlungen. Brasilien hatte bis zuletzt die absurde Regelung gefordert, dass eingesparte Emissionen zweimal gez\u00e4hlt werden d\u00fcrfen: Einmal, um die eigenen freiwilligen Minderungsziele zu erf\u00fcllen, die jedes Land dem Klimaabkommen zufolge benennen musste. Zweitens sollten diese Minderungen auch noch als Verschmutzungsrechte an andere L\u00e4nder verkauft werden d\u00fcrfen.<br \/>Der Hintergrund: Riesige Fl\u00e4chen in Brasilien, die man aufforsten k\u00f6nnte, w\u00e4ren damit doppelt wertvoll. \u201eDas ist pures finanzielles Eigeninteresse\u201c, kommentiert der Vertreter einer Umweltorganisation. Gegen die Forderung von Brasilien wehrten sich die meisten anderen L\u00e4nder bis zuletzt, denn das h\u00e4tte zu viele Schlupfl\u00f6cher geschaffen. Eine L\u00f6sung gab es nicht: Das Thema Emissionshandel wurde auf 2019 verschoben.<br \/>Ein weiterer Knackpunkt waren nicht mehr wiedergutzumachenden Sch\u00e4den und Verluste durch den Klimawandel. Unter der \u00dcberschrift \u201eLoss and Damage\u201c begleitet dieses Problem die Verhandlungen seit Jahren. Entwicklungsl\u00e4nder fordern eine Art von Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Folgen des Klimawandels, den sie nur zu einem geringen Teil verursacht haben. Die Industriel\u00e4nder bef\u00fcrchten dagegen, f\u00fcr jeden Wirbelsturm und jede \u00dcberschwemmung in Haftung genommen zu werden.<br \/>Im Entwurf f\u00fcr das Regelbuch zum Paris-Abkommen wurden wesentliche Passagen zu \u201eLoss and Damage\u201c zun\u00e4chst in eine Fu\u00dfnote gepackt. Das wollten sich die Entwicklungsl\u00e4nder nicht bieten lassen und legten ihr Veto ein. Das Thema kehrte schlie\u00dflich mit schwachen Formulierungen in den Haupttext zur\u00fcck, entscheidende Finanzierungsfragen aber blieben offen.<br \/>Gute Ergebnisse zeichneten sich beim Thema Transparenz ab. Alle L\u00e4nder der Erde werden k\u00fcnftig nach den gleichen Regeln \u00fcber ihre Emissionen berichten. Bisher hatte jeder Staat andere Basisjahre, Messmethoden oder Z\u00e4hlweisen. F\u00fcr alle werden nun die etablierten Standards des Weltklimarats IPCC gelten.<br \/>Zustimmung gab es auch daf\u00fcr, wie die gro\u00dfe Inventur der Fortschritte seit Paris im Jahr 2023 aussehen soll. Das wohl wichtigste Ergebnis gibt es in Sachen Finanzierung. Hier sollen nicht nur die Hilfen der Industriel\u00e4nder an die Entwicklungsl\u00e4nder betrachtet werden, sondern die globalen Finanzstr\u00f6me insgesamt. Sie wegzuleiten von Investitionen in fossile Energien hin zu mehr Erneuerbaren gilt als bestes Mittel f\u00fcr mehr Klimaschutz.<br \/>Dem Buchstaben von Paris treu bliebt die Konferenz von Kattowitz bei der Erh\u00f6hung der Ambitionen f\u00fcr mehr Klimaschutz. Best\u00e4tigte oder bessere Ziele f\u00fcr die Senkung von Emissionen sollen gem\u00e4\u00df dem Abkommen 2020 auf den Tisch kommen. Der Geist von Paris und neuere Erkenntnisse der Forschung h\u00e4tten eigentlich mehr verlangt, n\u00e4mlich h\u00f6here Zusagen schon heute. Mehr als ein Beschluss, die Ambitionen 2020 tats\u00e4chlich zu erh\u00f6hen und nicht nur die gleichen noch einmal abzugeben, schien in Kattowitz nicht machbar. (mit dpa, AFP, epd)<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Hammerschlag besiegelt den Kompromiss: Fast 200 Staaten billigen in Kattowitz Regeln zur Umsetzung des Pariser Abkommens. Details blieben bis zuletzt offen. Drei Jahre nach der geschichtstr\u00e4chtigen Einigung auf das Pariser Klimaabkommen haben fast 200 Staaten gemeinsame Regeln f\u00fcr die praktische Umsetzung beschlossen. 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