<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1972581,"date":"2021-08-21T23:00:00","date_gmt":"2021-08-21T21:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1972581"},"modified":"2021-08-21T23:10:31","modified_gmt":"2021-08-21T21:10:31","slug":"afghanistan-merkel-raumt-fehler-ein-bundeswehr-fliegt-uber-200-menschen-aus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2021\/08\/afghanistan-merkel-raumt-fehler-ein-bundeswehr-fliegt-uber-200-menschen-aus\/","title":{"rendered":"Afghanistan: Merkel r\u00e4umt Fehler ein ++ Bundeswehr fliegt \u00fcber 200 Menschen aus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Aktuelle Nachrichten: Die Bundeswehr fliegt \u00fcber 200 weitere Menschen aus. Merkel gesteht Fehleinsch\u00e4tzung ein.<\/b><br \/>\nDie Bundeswehr hat am Samstag \u00fcber 200 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Merkel hat Fehleinsch\u00e4tzung eingestanden. Mehr im Blog. Seit der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor knapp einer Woche flog die Bundeswehr knapp 2000 Menschen aus Kabul aus. Allein am Samstag konnten zwei Flieger insgesamt 205 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit bringen. Allerdings sei die Lage am Kabuler Flughafen &#8222;momentan sehr schwierig&#8220;, wie das Einsatzf\u00fchrungskommando der Bundeswehr am Samstag getwittert hatte. Derweil rei\u00dft die Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung nicht ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) r\u00e4umte nun Fehleinsch\u00e4tzungen im Zusammenhang mit der Lage in Afghanistan ein. &#8222;Die afghanische Regierung und Armee sind in einem atemberaubenden Tempo kollabiert&#8220;, sagte Merkel am Samstag &#8222;Wir haben diese Widerstandskraft st\u00e4rker eingesch\u00e4tzt &#8211; das geh\u00f6rt zur Wahrheit.&#8220; Mehr zum Thema: Taliban an der Macht \u2013 wohin mit Millionen Fl\u00fcchtlingen? Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine massive Fehleinsch\u00e4tzung der Bundesregierung angesichts des Vormarschs der Taliban in Afghanistan zugegeben. &#8222;Noch zu Beginn der letzten Woche hat niemand in der internationalen Gemeinschaft damit gerechnet, dass Kabul bereits am Ende der Woche kampflos fallen w\u00fcrde&#8220;, wie Kramp-Karrenbauer in einem Brief an Abgeordnete des Bundestags schrieb. Lesen Sie hier: Taliban-Sieg: Warum ist die afghanische Armee so schwach? 22.00 Uhr: Die FDP hat eine z\u00fcgige Integration der aus Afghanistan evakuierten Ortskr\u00e4fte gefordert: &#8222;Wir halten es f\u00fcr eine Verpflichtung unseres Landes, sich gut um diese Menschen zu k\u00fcmmern&#8220;, sagte Marco Buschmann, parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der FDP-Bundestagsfraktion, unserer Redaktion. N\u00f6tig seien ausreichende Angebote zur psychologischen Betreuung und Familienberatung. Zudem m\u00fcsse man Zugang zu beruflicher Orientierung, Studium und Weiterbildung schaffen. Afghanische Berufs- und Bildungsabschl\u00fcsse m\u00fcssten schnell und unb\u00fcrokratisch anerkannt werden. &#8222;Und wir brauchen eine Patenschaft der Wirtschaft, die im Zusammenspiel mit den Arbeitsagenturen f\u00fcr eine schnelle Vermittlung in Jobs sorgt&#8220;, forderte Buschmann. &#8222;So k\u00f6nnen wir den Ortskr\u00e4ften ein neues und selbstbestimmtes Leben erm\u00f6glichen und zumindest etwas Wiedergutmachung leisten.&#8220; Die afghanischen Ortskr\u00e4fte w\u00fcrden m\u00f6glicherweise niemals mehr in ihre alte Heimat zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen, ohne ihr Leben zu riskieren. &#8222;Jetzt muss daf\u00fcr gesorgt werden, dass sie nach ihrer Ankunft in Deutschland gut integriert werden,&#8220; verlangte Buschmann. 22.00 Uhr: Nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan hat der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, an die Europ\u00e4ische Union appelliert, eine gr\u00f6\u00dfere Rolle in der Weltpolitik zu \u00fcbernehmen. Es w\u00e4re &#8222;falsch, wenn wir jetzt aus der globalen Verantwortung fliehen und uns mehr und mehr zur\u00fcckziehen&#8220;, sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende unserer Redaktion. &#8222;Die Amerikaner sind nicht mehr gewillt und vielleicht auch nicht mehr in der Lage, den Weltpolizisten zu spielen. Auf Europa kommt mehr Verantwortung zu, wenn wir und unsere Kinder nicht in einem von China kontrollierten Jahrhundert leben wollen.&#8220; Die Ereignisse in Afghanistan zeigten, so Weber: &#8222;Europa kann nicht nur im Schlepptau der Amerikaner seine Au\u00dfenpolitik betreiben, sondern muss auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen. Wir brauchen endlich eine geeinte und gest\u00e4rkte europ\u00e4ische Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik.&#8220; Der Fraktionsvorsitzende der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP) forderte einen &#8222;Neustart des transatlantischen Verh\u00e4ltnisses mit einem deutlich engagierteren und handlungsf\u00e4higeren Europa&#8220;. Zugleich machte Weber deutlich, dass Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan in der Region versorgt werden sollten. &#8222;Wer m\u00f6glichen Fl\u00fcchtlingen helfen will, der muss den Nachbarl\u00e4ndern rasch und unkompliziert helfen&#8220;, sagte er. &#8222;Dazu ist die EU bereit.&#8220; Der CSU-Politiker nahm auch die Regierung in Ankara in die Pflicht. &#8222;Die T\u00fcrkei muss ihren Verpflichtungen zur Grenzsicherung nachkommen&#8220;, forderte er. &#8222;Das ist die Voraussetzung f\u00fcr die Erneuerung der Finanzzusagen der EU.&#8220; 19.58 Uhr: Die Bundeswehr hat am Samstag mehr als 200 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Ein erstes Transportflugzeug vom Typ A440M konnte zwar nur acht Menschen in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen, wie das Bundesverteidigungsministerium am Abend im Onlinedienst Twitter mitteilte. Ein zweiter Flieger brachte dann aber 205 Menschen aus Kabul in Sicherheit. In der Nacht zum Samstag waren nach Angaben des Ministeriums bereits 172 und in einem zweiten Flug sieben Menschen evakuiert worden. Die Bundeswehr hat somit seit dem Beginn ihrer Evakuierungsfl\u00fcge mehr 2000 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen. Die radikalislamischen Taliban hatten vor einer Woche die Macht in Kabul \u00fcbernommen. Westliche Staaten bem\u00fchen sich seitdem hektisch darum, vor allem ihre Staatsb\u00fcrger und gef\u00e4hrdete afghanische Ortskr\u00e4fte in Sicherheit zu bringen. Am Samstagmittag hatte das Einsatzf\u00fchrungskommando der Bundeswehr getwittert, die Lage am Kabuler Flughafen sei &#8222;momentan sehr schwierig&#8220;. Es werde aber alles getan, um &#8222;so viele Schutzbed\u00fcrftige wie m\u00f6glich pro Flug nach Taschkent auszufliegen&#8220;. Das Ausw\u00e4rtige Amt teilte auf Twitter mit, die Situation am Flughafen sei &#8222;gef\u00e4hrlich&#8220; und &#8222;volatil&#8220;. Die Tore zum Flughafen w\u00fcrden &#8222;kurzfristig&#8220; ge\u00f6ffnet und geschlossen. 19.31 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine massive Fehleinsch\u00e4tzung der Bundesregierung angesichts des Vormarschs der Taliban in Afghanistan einger\u00e4umt. &#8222;Noch zu Beginn der letzten Woche hat niemand in der internationalen Gemeinschaft damit gerechnet, dass Kabul bereits am Ende der Woche kampflos fallen w\u00fcrde&#8220;, schrieb Kramp-Karrenbauer in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an Abgeordnete des Bundestags. Zuerst hatte der &#8222;Spiegel&#8220; dar\u00fcber berichtet. &#8222;Unsere Lageeinsch\u00e4tzung war falsch, unsere Annahmen \u00fcber die F\u00e4higkeiten und die Bereitschaft zum afghanischen Widerstand gegen die Taliban zu optimistisch.&#8220; \u00c4hnlich hatten sich Au\u00dfenminister Heike Maas (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 16. August ge\u00e4u\u00dfert, dem Tag nach der Einnahme Kabuls durch die Taliban. 19.02 Uhr: Bei der Evakuierungsmission in Afghanistan fertigen die US-Streitkr\u00e4fte am Flughafen Kabul an den verschiedenen Eing\u00e4ngen nach eigenen Angaben weiterhin Menschen ab. Eingangstore seien in den vergangenen 24 Stunden nur kurzfristig geschlossen worden, damit &#8222;die richtigen Leute&#8220; passieren konnten, sagte US-Generalmajor William Taylor am Samstag im Pentagon. Nicht erkl\u00e4ren konnten Taylor und Pentagon-Sprecher John Kirby, warum die US-Botschaft in Kabul US-B\u00fcrgern am Samstag geraten hatte, nicht zum Flughafen zu fahren. Kirby verwies aber darauf, dass die Lage rund um den Flughafen nicht stabil sei und sich st\u00e4ndig \u00e4ndere. Kirby sagte, es gebe &#8222;eine geringe Anzahl&#8220; von Amerikanern, die auf dem Weg zum Flughafen in den vergangenen Tagen von Taliban drangsaliert oder geschlagen worden seien. Das gelte auch f\u00fcr afghanische Unterst\u00fctzer des US-Einsatzes. Die meisten Amerikaner w\u00fcrden aber durch die Checkpoints der Taliban gelassen. Die Zust\u00e4ndigen bei den Taliban seien \u00fcber die Zwischenf\u00e4lle informiert worden. Die militanten Islamisten haben nach Darstellung der US-Regierung zugesagt, Amerikaner passieren zu lassen. &#8222;Es hat den Anschein, dass nicht alle Taliban-K\u00e4mpfer die Botschaft verstanden haben oder sich entschlossen haben, sie zu befolgen&#8220;, sagte Kirby. 18.06 Uhr: Die US-Streitkr\u00e4fte haben seit Beginn der Evakuierungsmission in Afghanistan vor einer Woche nach eigenen Angaben insgesamt 17.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Generalmajor William Taylor sagte am Samstag im Pentagon, in den 24 Stunden zuvor h\u00e4tten die US-Streitkr\u00e4fte insgesamt rund 3800 Menschen evakuiert. Daf\u00fcr seien sechs Flugzeuge der US-Luftwaffe und 32 Chartermaschinen eingesetzt worden.5800 US-Soldaten sicherten den Flughafen in der afghanischen Hauptstadt. &#8222;Es wurde keine \u00c4nderung der aktuellen Feindlage in und um den Flughafen gemeldet.&#8220; Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte am Samstag: &#8222;Wir wissen, dass wir sowohl gegen die Zeit als auch gegen den Raum k\u00e4mpfen. Das ist das Rennen, in dem wir uns gerade befinden.&#8220; Man versuche, Menschen &#8222;so schnell und gefahrlos wie m\u00f6glich&#8220; in Sicherheit zu bringen. Am Flughafen in Kabul harrten am Samstag weiterhin Tausende Menschen aus, die nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban vor den Islamisten fliehen wollen. 17.59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten Recep Tayyip Erdogan \u00fcber die Lage in Afghanistan nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban gesprochen. &#8222;Die Bundeskanzlerin und Pr\u00e4sident Erdogan waren sich einig, dass die Evakuierung schutzbed\u00fcrftiger Menschen aus Afghanistan weiterhin h\u00f6chste Priorit\u00e4t hat&#8220;, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Samstag mit. Merkel und Erdogan h\u00e4tten zudem eine enge Zusammenarbeit vereinbart bei der Unterst\u00fctzung der Arbeit internationaler Organisationen in Afghanistan und seinen Nachbarstaaten &#8211; insbesondere des UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerks. 17.03 Uhr: Das Foto eines Babys im Arm eines norwegischen Soldaten an Bord eines Evakuierungsflugs aus Afghanistan hat in den sozialen Medien f\u00fcr Ersch\u00fctterung gesorgt. Das Bild, das eine Korrespondentin des US-Senders CBS News am Samstag auf Twitter teilte, zeigt den in eine helle Decke eingewickelten S\u00e4ugling auf dem Scho\u00df eines Soldaten in voller Uniform. Ein Sprecher des norwegischen Milit\u00e4rs best\u00e4tigte dem Sender NRK die Echtheit des tausendfach geteilten Fotos, wollte aber keine weiteren Informationen geben. Dem Norweger Terje Watterdal zufolge, der nach eigenen Angaben an Bord desselben Fliegers war, sollen etliche Kinder an Bord des Fluges ins georgische Tiflis gewesen sein. Auch er selbst habe zeitweise einen kleinen Jungen in den Armen gehabt, erz\u00e4hlte Watterdal dem Sender NRK. Die CBS-Journalistin schrieb auf Twitter ebenfalls von &#8222;einer gro\u00dfen Zahl an Kindern, von Babys bis hin zu Teenagern, die alleine reisten&#8220;. Etliche Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer zeigten sich ersch\u00fcttert \u00fcber die Szene und sprachen den Eltern des Kindes ihr Mitgef\u00fchl aus. 16.48 Uhr: Die deutsche Botschaft in Kabul hat dazu aufgerufen, angesichts der un\u00fcbersichtlichen Lage am Flughafen und in der Stadt zu Hause oder an einem gesch\u00fctzten Ort zu bleiben. &#8222;Der Zugang zum Flughafen Hamid Karzai International Airport ist derzeit nur sehr eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Das North Gate ist bis auf weiteres geschlossen&#8220;, hie\u00df es in einem Landsleutebrief, der am Samstagabend (Ortszeit) verschickt wurde. &#8222;Derzeit ist es grunds\u00e4tzlich sicherer, zu Hause oder an einem gesch\u00fctzten Ort zu bleiben.&#8220; Es seien aber weiterhin Evakuierungsfl\u00fcge der Bundeswehr geplant. Am Samstag hatte die Bundeswehr mit zwei Fl\u00fcgen lediglich 15 Menschen von Kabul in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen k\u00f6nnen. Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur von Tausenden Menschen, die am Flughafen in Kabul ausharrten. F\u00fcr Samstag waren laut Verteidigungsministerium bis zu sechs Evakuierungsfl\u00fcge geplant. Es war allerdings zun\u00e4chst unklar, wie Passagiere angesichts des weiter geschlossenen Zugangstores und der Menschenmassen dort diese Fl\u00fcge erreichen k\u00f6nnen. 16.21 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Fehleinsch\u00e4tzungen im Zusammenhang mit der Lage in Afghanistan einger\u00e4umt. &#8222;Die afghanische Regierung und Armee sind in einem atemberaubenden Tempo kollabiert&#8220;, sagte Merkel am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung von CDU und CSU. &#8222;Wir haben diese Widerstandskraft st\u00e4rker eingesch\u00e4tzt &#8211; das geh\u00f6rt zur Wahrheit.&#8220; Die unerwartete Macht\u00fcbernahme in Afghanistan habe gezeigt, &#8222;wie dramatisch sich die Dinge von einem Tag auf den anderen \u00e4ndern k\u00f6nnen&#8220;. Derzeit gehe es nun vor allem darum, Menschenleben zu retten und die Gef\u00e4hrdeten au\u00dfer Landes zu bringen, sagte Merkel. Sie \u00e4u\u00dferte ihren &#8222;tiefen Dank&#8220; an alle Bundeswehrangeh\u00f6rigen, die mit der Evakuierungsmission befasst sind. Die Kanzlerin sprach von einer &#8222;extrem schwierigen Mission&#8220; und f\u00fcgte hinzu: &#8222;Wir m\u00f6chten, dass sie gesund nach Hause kommen.&#8220; Merkel bekr\u00e4ftigte, dass eine kritische Bilanz des langj\u00e4hrigen internationalen Einsatzes in Afghanistan gezogen werden m\u00fcsse: &#8222;Nat\u00fcrlich wird im Anschluss an diese Rettungsmission dar\u00fcber zu reden sein, was ist geschafft und was ist nicht geschafft in Afghanistan?&#8220; 15.22 Uhr: Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) wegen dessen Afghanistan-Kurs scharf angegriffen. &#8222;Wenn es stimmt, dass die Nachrichtendienste und die Leitung der Botschaft schon Tage vor der Einnahme von Kabul zur Evakuierung geraten haben, der Bundesau\u00dfenminister diesen Rat aber ignoriert hat, dann sollte, ja muss er zur\u00fccktreten&#8220;, schrieb Merz in einem am Samstag ver\u00f6ffentlichten Beitrag auf &#8222;Focus Online&#8220;. &#8222;Seine Auftritte und Rechtfertigungsversuche sind einfach nur noch peinlich.&#8220; Wie ausl\u00e4ndische Nachrichtendienste auch hatte der Bundesnachrichtendienst (BND) Tempo und Ausma\u00df des Siegeszuges der Taliban in Afghanistan bis zuletzt untersch\u00e4tzt. Nach einem Bericht des &#8222;Spiegel&#8220; warnte der BND die Bundesregierung aber schon seit Jahren vor dem Zusammenbruch des afghanischen Staates. In den vergangenen Tagen hatte es bereits von verschiedenen Seiten Forderungen nach einem R\u00fccktritt des Au\u00dfenministers gegeben. CSU-Chef Markus S\u00f6der hatte sich daf\u00fcr ausgesprochen, dass Maas nach der Bundestagswahl im September nicht mehr dem Kabinett angeh\u00f6rt. 14.12 Uhr: Die US-Botschaft hat amerikanische Staatsb\u00fcrger am Samstag dazu aufgerufen, den Flughafen Kabul zu meiden. Aufgrund m\u00f6glicher Sicherheitsbedrohungen rund um die Eing\u00e4nge rate man US-B\u00fcrgern, nicht zum Flughafen zu fahren und die Gates zu meiden, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Botschaft am Samstag. Ausnahme sei, wenn der B\u00fcrger oder die B\u00fcrgerin eine individuelle Anweisung von einem Vertreter der US-Regierung erhalten habe. Erst vor zwei Tagen hatte die Botschaft in einer Aussendung mitgeteilt, US-B\u00fcrger sollten zum Flughafen kommen, wenn sie es selber f\u00fcr sicher hielten. Sie sollten versuchen, an jedem ge\u00f6ffneten Gate den Flughafen zu betreten. 12.09 Uhr: Die Sicherheitslage am Kabuler Flughafen bleibt \u00e4u\u00dferst angespannt. Der Zugang zum Flughafen sei aufgrund der gef\u00e4hrlichen Lage h\u00e4ufig nicht m\u00f6glich, teilte das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin am Samstag im Online-Dienst Twitter mit. &#8222;Nach unserem Kenntnisstand sind die Gates derzeit geschlossen.&#8220; Auch die Bundeswehr schrieb bei Twitter von einer &#8222;momentan sehr schwierigen&#8220; Lage. Trotz der Situation sei geplant, die Evakuierungen auch am Samstag fortzusetzen, erkl\u00e4rte das Ministerium weiter. Weitere Maschinen der Bundeswehr, die Menschen aus der afghanischen Hauptstadt \u00fcber die Luftbr\u00fccke ins usbekische Taschkent bringen sollen, seien im Einsatz. F\u00fcr die gef\u00e4hrliche Rettungsaktion will die Bundeswehr ab Samstag auch Hubschrauber einsetzen. Zwei Helikopter, die &#8222;speziell f\u00fcr den Einsatz in St\u00e4dten geeigne&#8220; sind, seien inzwischen in Kabul gelandet, erkl\u00e4rte das Verteidigungsministerium auf Twitter. 11.16 Uhr: Der Vizechef der militant-islamistischen Taliban ist in der afghanischen Hauptstadt eingetroffen. Mullah Abdul Ghani Baradar sei am Samstag nach Kabul gekommen, um mit Taliban-Mitgliedern und weiteren Politikern \u00fcber die Bildung einer neuen Regierung zu sprechen, best\u00e4tigten Taliban-Kreise der Deutschen Presse-Agentur. Der Mitbegr\u00fcnder der Taliban war nach der Macht\u00fcbernahme der Islamisten als bislang h\u00f6chstrangigster Vertreter am Dienstag zun\u00e4chst in der Stadt Kandahar im S\u00fcden des Landes eingetroffen, aus Katar kommend. Mullah Baradar ist Vize-Chef der Bewegung und Leiter des politischen B\u00fcros der Taliban in Doha. Es ist unklar, wo sich der Taliban-F\u00fchrer Haibatullah Achundsada und seine zwei weiteren Stellvertreter Mullah Jakub und Siradschuddin Hakkani befinden und wann sie in Kabul eintreffen k\u00f6nnten. 3.18 Uhr: Entwicklungsminister Gerd M\u00fcller hat gr\u00f6\u00dfere Anstrengungen gefordert, um Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan in den Nachbarl\u00e4ndern aufzunehmen. &#8222;Afghanische Fl\u00fcchtlinge \u2013 das muss unser Ziel sein \u2013 m\u00fcssen heimatnah versorgt werden, zum Beispiel in Pakistan, Iran, der T\u00fcrkei, Tadschikistan, Usbekistan&#8220;, sagte der CSU-Politiker im Interview mit dieser Redaktion. Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angek\u00fcndigten 100 Millionen Euro f\u00fcr humanit\u00e4re Fl\u00fcchtlingshilfe seien mit Blick auf die Herausforderungen &#8222;entschieden zu wenig&#8220;, kritisierte M\u00fcller. &#8222;Erforderlich ist eine internationale Sofortinitiative der G7 und G20 \u00fcber 5 Milliarden Euro zur St\u00e4rkung der UN-Hilfsorganisationen in der Region, besonders des Weltern\u00e4hrungsprogramms, von Unicef und des UN-Fl\u00fcchtlingswerks UNHCR.&#8220; Daran solle sich Deutschland mit 500 Millionen Euro beteiligen. Die Programme von WFP, UNHCR und Unicef seien derzeit nur zu 50 Prozent finanziert, mahnte M\u00fcller. &#8222;Weder in Jemen, Syrien noch in den afghanischen Aufnahmel\u00e4ndern von Fl\u00fcchtlingen kann deshalb ausreichend geholfen werden.&#8220; 2.51 Uhr: Veteranenvertreter der Bundeswehr verzeichnen nach dem Macht\u00fcbernahme der Taliban einen rapide wachsenden psychologischen Beratungsbedarf bei ehemaligen Soldatinnen und Soldaten aus dem Afghanistaneinsatz. Die Anfragen und Kontaktaufnahmen von ehemaligen Bundeswehrangeh\u00f6rigen wie auch von Familienangeh\u00f6rigen h\u00e4tten &#8222;in den vergangenen Tagen sprunghaft zugenommen&#8220;, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, David Hallbauer, dieser Redaktion. Hallbauer betonte: &#8222;Die dramatischen Ereignisse in Afghanistan haben bei etlichen Veteraninnen und Veteranen zu einer Retraumatisierung gef\u00fchrt. Sie haben derzeit enormen Gespr\u00e4chsbedarf oder suchen psychologischen Beistand.&#8220; Viele fr\u00fchere Soldatinnen und Soldaten stellten sich seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan die Sinnfrage. &#8222;Sie haben den Eindruck, dass ihr monatelanger, harter Einsatz \u2013 oft unter Todesangst &#8211; letztlich vergebens war, und Erfolge aus 20 Jahren Afghanistaneinsatz jetzt von den Taliban mit einem Schlag zunichte gemacht werden&#8220;, sagte Hallbauer. Viele Veteranen sagen sich: Was ich dort geleistet habe, hat nichts gebracht. &#8222;Das setzt vielen ehemaligen Soldatinnen und Soldaten ungeheuer zu&#8220;, erl\u00e4uterte Hallbauer. Auch Familienmitglieder von ehemaligen Bundeswehrangeh\u00f6rigen meldeten sich derzeit vermehrt f\u00fcr Beratungsgespr\u00e4che. Sie suchten Rat, &#8222;wie sie mit dem Trauma ihres Angeh\u00f6rigen umgehen k\u00f6nnen. Es ist f\u00fcr viele Familien im Moment eine sehr schwierige Situation&#8220;, betonte Hallbauer. 1.36 Uhr: Die innenpolitische Expertin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, hat die Bundesregierung aufgefordert, auch Afghanen mit Angeh\u00f6rigen in Deutschland in die laufenden Evakuierungen in Kabul aufzunehmen. &#8222;Wer Angeh\u00f6rige in Deutschland hat, sollte in die laufenden Evakuierungen einbezogen werden. Zudem sollten die deutschen Botschaften in den Anrainerstaaten Visaantr\u00e4ge zur Familienzusammenf\u00fchrung direkt entgegennehmen und innerhalb weniger Tage wohlwollend bescheiden, das gilt auch f\u00fcr die schon anh\u00e4ngigen Verfahren&#8220;, sagte Jelpke dieser Redaktion. &#8222;Das Ausw\u00e4rtige Amt muss jetzt schnell und unkompliziert handeln.&#8220; 00.30 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere 172 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Die Transportmaschine vom Typ A400M sei &#8222;mit 172 schutzbed\u00fcrftigen Personen an Bord um 23.09 Uhr MESZ in Taschkent in Usbekistan gelandet&#8220;, teilte die Bundeswehr am sp\u00e4ten Freitagabend im Onlinedienst Twitter mit. Seit der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban am vergangenen Sonntag haben westliche L\u00e4nder tausende eigene Staatsb\u00fcrger sowie afghanische Ortskr\u00e4fte und Aktivisten in Sicherheit gebracht. Die Evakuierungsaktion am Flughafen Kabul ist aber \u00e4u\u00dferst schwierig, vor dem Flughafen ist die Lage nach wie vor chaotisch, weil tausende Afghanen einen Platz in einem der Flugzeuge bekommen wollen. 22.24 Uhr: Am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul kommt es weiter zu dramatischen Szenen. In einem Videoclip, der sich am Freitag in sozialen Medien und in US-Medien verbreitete, war zu sehen, wie aus einer Menschenmenge ein Baby \u00fcber eine Mauer mit Stacheldraht an US-Milit\u00e4rs \u00fcbergeben wurde. Ein Soldat packte das Baby am rechten Arm und reichte es an Kollegen weiter. Ein Sprecher der US-Marineinfanteristen best\u00e4tigte am Freitag, der Soldat in dem Clip sei ein Mitglied einer ihrer Einheiten. Das Baby sei zu einer medizinischen Station auf dem Gel\u00e4nde gebracht worden. Zu den Umst\u00e4nden der Szene &#8211; etwa dazu, was mit den Eltern des Kindes ist &#8211; \u00e4u\u00dferte sich der Sprecher auf Anfrage zun\u00e4chst nicht weiter. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte sp\u00e4ter in Washington, ein Elternteil des Kindes habe die US-Soldaten in jenem Moment um Hilfe gebeten, weil das Baby krank gewesen sei. Das Kind sei in ein Krankenhaus auf dem Gel\u00e4nde gebracht und dort behandelt worden. Sp\u00e4ter sei es an den Vater zur\u00fcckgegeben worden. Der Sprecher sagte, er habe keine weiteren Details zu Vater und Kind und wisse auch nicht, wo sich jetzt aufhielten. Es habe sich von Seiten der US-Milit\u00e4rs um einen \u201eAkt des Mitgef\u00fchls\u201c in einer Notlage gehandelt. 22.13 Uhr: US-Soldaten haben 169 Menschen au\u00dferhalb des Flughafens von Kabul geholfen, auf das Gel\u00e4nde zu kommen. Pr\u00e4sident Joe Biden erkl\u00e4rte am Freitag, dass es sich dabei um \u201e169 Amerikaner\u201c gehandelt habe. Die Menschen h\u00e4tten sich \u201esehr nah\u201c an der Absperrung zum Flughafen befunden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby. \u201eIn kurzer Zeit und \u00fcber eine kurze Entfernungen konnten einige unserer Truppen rausgehen und sie einsammeln und reinbringen\u201c, sagte Kirby. Die genauen Hintergr\u00fcnde des Vorfalls waren allerdings v\u00f6llig offen. Auf Nachfrage erkl\u00e4rte Sprecher Kirby, er k\u00f6nne nicht sagen, aus welchen Nationalit\u00e4ten sich die Gruppe zusammengesetzt habe. Es sei weniger eine Rettungsaktion als eine Unterst\u00fctzungsmission gewesen, so Kirby. Warum diese aber n\u00f6tig war, blieb offen. Unklar war auch, wann genau sich der Vorfall ereignete und wie viele US-Soldaten beteiligt waren. 21.45 Uhr: In der N\u00e4he des Flughafens Kabul in Afghanistan ist ein weiterer Deutscher verletzt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus dem Ausw\u00e4rtigen Amt. Es soll eine leichte Verletzung sein. Ob es sich um eine Schussverletzung handelt, blieb zun\u00e4chst unklar. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass ein anderer Deutscher auf dem Weg zum Flughafen angeschossen wurde. Einer der beiden Verletzten wurde bereits ins usbekische Taschkent ausgeflogen. Der andere ist transportf\u00e4hig, h\u00e4lt sich aber weiterhin in Kabul auf. Um den Flughafen herrschen seit der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zust\u00e4nde. Die Lage ist extrem gef\u00e4hrlich. Die Verzweiflung der Menschen, die auf Evakuierungsfl\u00fcge gelangen wollen, wird von Stunde zu Stunde gr\u00f6\u00dfer. Das berichtete ein Augenzeuge am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach halten sich am Eingang zum zivilen Teil, der an einem gro\u00dfen Kreisverkehr liegt, weiterhin Hunderte Menschen auf, die versuchen, auf das Gel\u00e4nde und dann mit Hilfe von westlichen Flugzeugen au\u00dfer Landes zu kommen. K\u00e4mpfer der Taliban feuerten dort in die Luft und schlugen mit Peitschen, um die Leute zu vertreiben. 21.41 Uhr: Hollywood-Star Angelina Jolie (46) ist Instagram beigetreten und hat als ersten Eintrag einen handgeschriebenen Brief von einem afghanischen M\u00e4dchen \u00fcber seine Angst vor der Taliban gepostet. Sie habe diesen Brief von einem Teenager in Afghanistan erhalten, schrieb die Schauspielerin am Freitag auf der Internet-Plattform. Die Menschen dort k\u00f6nnten sich jetzt nicht mehr frei in Sozialen Netzwerken \u00e4u\u00dfern. Sie wolle dabei helfen, die Geschichten und Stimmen von Menschen, die um ihre Menschenrechte k\u00e4mpfen, auf Instagram zu teilen. Vor 20 Jahren, vor den Anschl\u00e4gen vom 11. September, habe sie an der Grenze zu Afghanistan Menschen auf der Flucht vor dem Taliban-Regime getroffen, schrieb die Oscar-Preistr\u00e4gerin. Es sei entsetzlich, nun wieder so viele Fl\u00fcchtlinge zu sehen. Jolie kritisierte scharf, dass afghanische Fl\u00fcchtlinge \u201ewie eine Last\u201c behandelt werden w\u00fcrden. Sie geh\u00f6rten mit zu den f\u00e4higsten Menschen in der Welt, erkl\u00e4rte die sechsfache Mutter. Sie habe viele Frauen und M\u00e4dchen getroffen, die sich eine Ausbildung w\u00fcnschten und daf\u00fcr gek\u00e4mpft h\u00e4tten. 20.30 Uhr: US-Pr\u00e4sident Joe Biden hat allen ausreisewilligen Amerikanern in Afghanistan die Ausreise aus dem Land versprochen. An ihre Adresse sagte Biden am Freitag im Wei\u00dfen Haus: &#8222;Wir werden Sie nach Hause bringen.&#8220; Auf Nachfrage sagte der US-Pr\u00e4sident, die Zusage gelte auch f\u00fcr Afghanen, die den US-Einsatz in Afghanistan unterst\u00fctzt h\u00e4tten. Die USA versuchten au\u00dferdem, so viele gef\u00e4hrdete Afghanen wie m\u00f6glich in Sicherheit zu bringen, die beispielsweise f\u00fcr Hilfsorganisationen gearbeitet h\u00e4tten. Biden sagte, er und Au\u00dfenminister Blinken arbeiteten zusammen mit Verb\u00fcndeten, um internationalen Druck auf die Taliban aufzubauen. Biden wollte sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern, ob die Evakuierungsmission \u00fcber den 31. August hinaus verl\u00e4ngert werden k\u00f6nnte. Er gehe davon aus, dass die Evakuierungen bis dahin abgeschlossen werden k\u00f6nnten, werde dazu aber sp\u00e4ter eine Entscheidung treffen. 20.10 Uhr: Griechenland und die T\u00fcrkei haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Afghanistans unmittelbare Nachbarstaaten angesichts eines m\u00f6glichen gro\u00dfen Fl\u00fcchtlingszustroms zu unterst\u00fctzen. Auf diese Forderung verst\u00e4ndigten sich der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan am Freitag bei einem Telefonat, wie das B\u00fcro des griechischen Regierungschefs mitteilte. Die afghanischen Fl\u00fcchtlinge sollten damit so nahe wie m\u00f6glich an ihrer Heimat bleiben k\u00f6nnen. Griechenland baute mittlerweile an seichten Stellen entlang des an die T\u00fcrkei grenzenden Flusses Evros neue Z\u00e4une auf und versetzte seinen Grenzschutz auf dem Festland und den Inseln in Alarmbereitschaft, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Bislang sei jedoch kein Zustrom von Migranten aus Afghanistan registriert worden. 17.53: Der fr\u00fchere Kommandeur der amerikanischen und der internationalen Truppen in Afghanistan, David Petraeus, hat die afghanischen Streitkr\u00e4fte nach dem Siegeszug der Taliban verteidigt. &#8222;Sie hatten pl\u00f6tzlich keine R\u00fcckendeckung mehr&#8220;, sagte der fr\u00fchere US-General dem Onlineformat STRG_F, das der NDR produziert. &#8222;Unsere Luftwaffe war weg.&#8220; US-Pr\u00e4sident Joe Biden hatte neben der inzwischen entmachteten politischen F\u00fchrung in Afghanistan auch die Sicherheitskr\u00e4fte des Landes f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Taliban an die Macht verantwortlich gemacht. &#8222;Wie kann man von Streitkr\u00e4ften erwarten, dass sie k\u00e4mpfen, wenn sie wissen, dass keiner mehr zur Unterst\u00fctzung kommt?&#8220;, sagte Petraeus. &#8222;Die Situation, in der sich die afghanischen Streitkr\u00e4fte als Resultat unserer politischen Entscheidung befanden, war eine ausweglose.&#8220; Der fr\u00fchere Kommandeur verwies darauf, dass die afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die Taliban ein Vielfaches der Opfer der internationalen Truppen erlitten hatten. 17.27 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin um Unterst\u00fctzung bei der Rettung afghanischer Ortskr\u00e4fte gebeten. F\u00fcr die Bundesregierung habe im Moment Vorrang, m\u00f6glichst viele Menschen nach Deutschland zu bringen, die in 20 Jahren Nato-Einsatz geholfen h\u00e4tten, sagte Merkel nach einem Gespr\u00e4ch mit Putin am Freitag in Moskau. Sie habe diesen darum gebeten, in Gespr\u00e4chen mit den Taliban darauf hinzuweisen, dass eine Zusammenarbeit in humanit\u00e4ren Fragen mit den Taliban besser m\u00f6glich sei, wenn diese Menschen das Land verlassen k\u00f6nnten. Merkel sagte, sie habe deutlich gemacht, &#8222;dass es ein sehr frustrierender Moment ist zu erleben, dass die Taliban zur\u00fcckgekehrt sind und das Land kontrollieren&#8220;. Nun m\u00fcsse man versuchen, mit ihnen zu reden. Die Kanzlerin bekr\u00e4ftigte erneut, dass es dem Westen mit seinem Einsatz gelungen sei, die von Afghanistan ausgehende akute Terrorgefahr zu bannen. &#8222;Aber sie ist nicht dauerhaft gebannt.&#8220; Alle weitergehenden Ziele seien jedoch nicht erreicht worden. 15.20 Uhr: Auf seinem Weg zum Kabuler Flughafen ist ein Deutscher angeschossen worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. Der verletzte Zivilist befindet sich nun auf dem Weg nach Deutschland und soll laut Informationen des &#8222;Spiegels&#8220; voraussichtlich gegen 16.45 Uhr am Frankfurter Flughafen landen. Wer den Mann angeschossen hat, ist noch immer nicht gekl\u00e4rt. Am Frankfurter Flughafen wurde inzwischen ein ganzes Gate f\u00fcr die Ank\u00f6mmlinge aus Afghanistan abgesperrt. Sie werden von der Bundespolizei und dem &#8222;Roten Kreuz&#8220; versorgt. Auch Mitarbeiter des Bundesamts f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (Bamf) sollen anwesend sein und sich um die noch ausstehenden Visa-Antr\u00e4ge k\u00fcmmern. (fmg\/dpa\/afp)<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelle Nachrichten: Die Bundeswehr fliegt \u00fcber 200 weitere Menschen aus. Merkel gesteht Fehleinsch\u00e4tzung ein. Die Bundeswehr hat am Samstag \u00fcber 200 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Merkel hat Fehleinsch\u00e4tzung eingestanden. Mehr im Blog. Seit der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor knapp einer Woche flog die Bundeswehr knapp 2000 Menschen aus Kabul aus. 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