<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1995648,"date":"2021-09-23T23:00:00","date_gmt":"2021-09-23T21:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1995648"},"modified":"2021-09-23T23:12:07","modified_gmt":"2021-09-23T21:12:07","slug":"17-zurich-film-festival-auftakt-mit-und-morgen-seid-ihr-tot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2021\/09\/17-zurich-film-festival-auftakt-mit-und-morgen-seid-ihr-tot\/","title":{"rendered":"17. Zurich Film Festival: Auftakt mit &quot;Und morgen seid ihr tot&quot;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das 17.\u2005ZFF will weiter wachsen \u2013 mit einem tempor\u00e4ren Filmpalast, der internationalen Massst\u00e4ben gen\u00fcgt. Zum Auftakt gibt\u2019s einheimische Kost, die kaum jemanden kaltl\u00e4sst.<\/b><br \/>\nDas 17. ZFF will weiter wachsen \u2013 mit einem tempor\u00e4ren Filmpalast, der internationalen Massst\u00e4ben gen\u00fcgt. Zum Auftakt gibt\u2019s einheimische Kost, die kaum jemanden kaltl\u00e4sst. Z\u00fcrichs Kongresshaus mit zweist\u00f6ckigem Foyer erweist sich als w\u00fcrdiger neuer Ort f\u00fcr ZFF-Premieren. Ein Z\u00fcrcher kommt das erste Mal ans Meer und sagt: \u00abDas han ich mir gr\u00f6sser vorgstellt!\u00bb Der Witz ist im ganzen Land bekannt und nimmt eine Eigenschaft auf die Schippe, die der bev\u00f6lkerungsreichsten Stadt der Schweiz gern nachgesagt wird: Grossspurigkeit. Global gesehen ist diese Ortschaft am See, die sich im nationalen Kontext so wichtig f\u00fchlen darf, allerdings nicht gerade eine Metropole. Auch ihr Filmfest gilt als eher kleiner Fisch, wenn man die ber\u00fchmten Pendants in Cannes, Berlin, erst recht Venedig als Massstab nimmt. Im Vergleich zu Namen wie \u00abMostra internazionale d\u2019arte cinematografica di Venezia\u00bb etwa klingt ZFF wie ein M\u00fcckenfurz. Die Direktion betont denn auch stets, sich mit der Konkurrenz in Rom oder London zu vergleichen und nicht mit den Leuchtt\u00fcrmen des weltweiten Festivalkalenders. Der frische Blick Aber das Filmfest, das seit 2016 der NZZ-Gruppe geh\u00f6rt, ist in den 16 Jahren seines Bestehens gewachsen und hat sich gemausert. Vorbei sind die Zeiten, in denen es selbst und seine Gr\u00fcnder in der Branche bel\u00e4chelt wurden. In Hollywood gilt es inzwischen als ein Referenzanlass zur Lancierung der Oscar-Saison, die Autorenfilmer namentlich umliegender L\u00e4nder haben es als Plattform sch\u00e4tzen gelernt, und die Grenze von 100 000 Eintritten pro Ausgabe wurde schon vor drei Jahren geknackt. Damit ist man dem renommierteren, ein halbes Jahrhundert \u00e4lteren A-Festival in Locarno auf den Fersen. Aber die beiden publikumstr\u00e4chtigsten Filmfeste der Schweiz haben sich auf eine friedliche Koexistenz geeinigt, selbst die einheimischen Finanzunternehmen hat man sich als Sponsoren s\u00e4uberlich aufgeteilt. Und hier wie dort weiss man: Der Sechsel\u00e4utenplatz ist nicht die Piazza Grande, die Sommer f\u00fcr Sommer zum cineastischen Bienenstock wird. In den kommenden zehn Tagen wird also auch in Z\u00fcrich die R\u00fcckkehr des Kinos gefeiert, wie in den Wochen zuvor in Cannes, Locarno, Venedig. Wie dort ist der Zugang zu den Innenr\u00e4umen nur mit Covid-Zertifikat erlaubt, doch auf Maskenpflicht wird diesmal verzichtet. Es ist, wenn man so will, ein weiterer Schritt zur\u00fcck zum Altvertrauten. Und \u00fcber 160 verschiedene Filme aus gut f\u00fcnfzig Produktionsl\u00e4ndern dienen als Motor auf diesem Weg. Gewiss, die Gala-Vorstellungen liefern weitgehend einen Aufguss der Weltpremieren von Venedig und Cannes \u2013 von Wes Andersons \u00abThe French Dispatch\u00bb \u00fcber Fran\u00e7ois Ozons \u00abTout s\u2019est bien pass\u00e9\u00bb \u00fcber einen Fall von Sterbetourismus in die Schweiz bis zum finnischen \u00abCompartment No.6\u00bb, Juho Kuosmanens hinreissender Charakterstudie in einem Abteil der transsibirischen Eisenbahn. Im Concours rollt Cannes, mit einem dreimal so hohen Budget wie Z\u00fcrich ausgestattet, jedoch gerne Altmeistern den Teppich aus. Und das ist der Qualit\u00e4t nicht nur zutr\u00e4glich, wie sich heuer wieder gezeigt hat. Im Unterschied dazu gibt es gerade in den ZFF-Wettbewerben immer wieder Deb\u00fctwerke von hoher Relevanz, mit frischem Blick und klarer Handschrift zu entdecken. Michael Steiner, der Regisseur des Er\u00f6ffnungsfilms, auf dem gr\u00fcnen Teppich, der im Kongresshaus ganz verkehrssicher angelegt ist. Ber\u00fchmte Namen Von der C\u00f4te d\u2019Azur bis zur Limmat: Im Glanz ber\u00fchmter G\u00e4ste sonnt man sich \u00fcberall gerne. Als Besucherin mit der gr\u00f6ssten Strahlkraft reist diesmal Sharon Stone an. Sie wird am Wochenende ein Goldenes Auge f\u00fcr ihr Lebenswerk abholen, wie vor ihr eine Cate Blanchett, ein Hugh Grant oder ein Michael Douglas. Dabei k\u00f6nnte sie erfahren, dass selbst die als reserviert geltenden Z\u00fcrcher im Starfieber ihre Contenance ablegen. Ja, das angemeldete Volk darf auch in Corona-Zeiten am gr\u00fcnen Teppich jubeln, allerdings nur mit aufgesetzter Maske. Eher im Hintergrund wirken Jurypr\u00e4sidenten, doch wird gerne mit ihrer Prominenz geworben. Und da steht man im internationalen Vergleich ebenfalls nicht schlecht da. Wie Cannes und Venedig (mit Spike Lee und Bong Joon-ho) k\u00f6nnte Z\u00fcrich heuer einen Oscarpreistr\u00e4ger f\u00fcr diese Aufgabe gewinnen, n\u00e4mlich Asif Kapadia (\u00abAmy\u00bb, \u00abDiego Maradona\u00bb) bei den Dokumentarfilmen. Die Spielfilm-Jury leitet der deutsche Schauspieler Daniel Br\u00fchl, der immerhin im Hollywood-Gesch\u00e4ft ist. Zur breiten Brust von Z\u00fcrich und seinem Festival passt der Regisseur, dessen Thriller \u00abUnd morgen seid ihr tot\u00bb den Anlass er\u00f6ffnet hat (s. Zusatz): Michael Steiner, aufgewachsen in Rapperswil und des Kleinst\u00e4dtischen sp\u00e4testens in der Pubert\u00e4t \u00fcberdr\u00fcssig geworden, lebt heute in Z\u00fcrich und w\u00fcrde nach Ansicht vieler nach Hollywood passen wie kaum ein Berufskollege im Land. Er r\u00fchrt gern mit grosser Kelle und viel Unterhaltungswert an, gilt f\u00fcr helvetische Verh\u00e4ltnisse als Hitmaschine (von \u00abGrounding\u00bb bis \u00abWolkenbruch\u00bb). Und er bekennt sich freim\u00fctig dazu, den Prominentenstatus \u00abgeil\u00bb zu finden und den Glamour gleich dazu. Der Er\u00f6ffnungsfilm des 17. ZFF l\u00e4sst kaum jemanden kalt. Frisch renovierter Filmpalast Der einzige Schweizer, dem die Regie eines 007-Abenteuers verantwortlich anvertraut worden ist, bleibt indes bis auf weiteres Marc Forster. Womit wir beim schlagkr\u00e4ftigsten Zugpferd der Kinowelt sind: James Bond. Er verlangt mit vorgehaltener Pistole nach einer richtig grossen Leinwand, und Z\u00fcrich gibt sie ihm f\u00fcr die Premiere am Dienstag in w\u00fcrdigem Umfeld \u2013 erstmals ist das frisch und fabelhaft umgebaute Kongresshaus einbezogen. Auf dem Dach wacht ein gigantisches goldenes Auge, an der Aussenwand prangt ein Megaposter mit dem diesj\u00e4hrigen ZFF-Sujet: Eine junge Dame f\u00e4llt auf ein Bett aus Rosen neben dem Slogan \u00abFall in love with movies\u00bb. Und das gelingt noch immer am verl\u00e4sslichsten in einem Kino. So wird dem ebenso stattlichen wie aparten Mehrzwecksaal eigens f\u00fcr das Festival eine Grossleinwand verpasst, die diesen Namen verdient. Er fasst 1300 Besucher, fast doppelt so viele wie das Corso 1 am Bellevue, der bisher einzige Ort f\u00fcr die ganz grossen ZFF-Galas. F\u00fchrt dort die Parade der Ehreng\u00e4ste jeweils vom Sechsel\u00e4utenplatz \u00fcber die Strasse, wo der munter weiterlaufende Trambetrieb den Fluss j\u00e4h ins Stocken zu bringen vermag, wartet im Kongresshaus der gr\u00fcne Teppich verkehrssicher drinnen im Eingangsfoyer. Der Saal liegt im Obergeschoss, wo eine Terrasse Seesicht bis in die Bergwelt bietet. Die erleuchtete Aussentreppe ist schmaler als in Cannes, dessen klobigeres Grand Th\u00e9\u00e2tre Lumi\u00e8re sogar gegen 2000 Pl\u00e4tze bietet. Auch im Wettkampf der Festivals darum, wer den repr\u00e4sentativsten Filmpalast biete, holt Z\u00fcrich munter auf. Der See ist allerdings vom Kongresshaus wie vom Sechsel\u00e4utenplatz ein paar Autospuren entfernt \u2013 und noch ein bisschen weiter das Meer. Wenngleich sich Z\u00fcrich gerne f\u00fcr seinen mediterranen Geist r\u00fchmt, der in den letzten Jahrzehnten erwacht sein soll: Diesen lagetechnischen Vorzug wird es Venedig oder Cannes, die sogar mit einem Freiluftkino am Strand auftrumpfen, so schnell nicht streitig machen. Aber das Meer h\u00e4lt man ja hier ohnehin f\u00fcr \u00fcbersch\u00e4tzt. Ein Er\u00f6ffnungsabend \u2013 drei Premieren urs.\u00b7 Gleich drei Premieren h\u00e4lt der ZFF-Er\u00f6ffnungsabend am Donnerstag f\u00fcr die \u00fcber tausend geladenen G\u00e4ste bereit: Das erstmals einbezogene Kongresshaus erweist sich als fast schon spektakul\u00e4r w\u00fcrdiger Schauplatz, vom zweist\u00f6ckigen, festlichen Foyer zum Aufw\u00e4rmen bis zum hohen Saal, der Raum zum Atmen l\u00e4sst. In diesem Rahmen erklingt erstmals die wagnerianisch kraftvolle ZFF-Erkennungsmelodie, komponiert von den Z\u00fcrcher Geschwistern Baldenweg und vor wenigen Wochen eingespielt in der benachbarten Tonhalle von dessen ber\u00fchmtem Orchester. \u00abViva il cinema!\u00bb, ruft der k\u00fcnstlerische Direktor Christian Jungen dem Publikum zum Abschluss seiner Rede mit Fellini zu. Die Grussbotschaft von Z\u00fcrichs Stadtpr\u00e4sidentin Corine Mauch enth\u00e4lt \u00c4hnliches in etwas gew\u00e4hlteren Worten, und Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin, sekundiert von seinem Weibel im Amtsgewand, wirbt f\u00fcr die Filmkunst im Allgemeinen und den Gemeinsinn im Besonderen: Nur zusammen f\u00e4nden wir aus dieser Pandemie heraus, und nun h\u00e4tten wir die Mittel dazu. Seine Rede bleibt als sympathisches, aber nicht originellstes ZFF-Grusswort der Landesregierung in Erinnerung. Die dritte Premiere des Abends schliesslich ist eine Welturauff\u00fchrung: Zum zweiten Mal nach seiner Sagen-Adaption \u00abSennentuntschi\u00bb von 2010 darf Michael Steiner an einer ZFF-Er\u00f6ffnungsgala das Blut in den Adern gefrieren lassen. Diesmal aber lehnt er sich an eine wahre Begebenheit an: Vor zehn Jahren wurden Daniela Widmer und David Och auf ihrer Reise im himmelblauen VW-Bus entlang der alten Seidenstrasse verschleppt. Nach acht Monaten in den F\u00e4ngen der Taliban kam das junge Schweizer Paar wieder frei. Wie? Das ist bis heute umstritten. Ihre Version \u2013 eine selbst\u00e4ndige Flucht ohne den Fluss von L\u00f6segeld \u2013 haben die beiden schon 2013 in einem Buch dargelegt. Steiner sieht sie nach eigenen Recherchen als plausibel an, und darauf basiert nun auch das Drehbuch von Urs B\u00fchler, das die Ereignisse in der Schweiz rund um den Fall ebenfalls spiegelt. Schon in \u00abGrounding\u00bb (2006) wusste Steiner historisches Material zum packenden Spielfilmstoff zu verarbeiten. Und wie damals weiss er bei allem Sendungsbewusstsein zu unterhalten. Man mag ihm dies angesichts des ernsthaften Hintergrunds als oberfl\u00e4chlich auslegen, aber dem Bann vermag sich kaum jemand zu entziehen. Dazu tr\u00e4gt die Kamera von Filip Zumbrunn ebenso bei wie der Soundtrack von Adrian Frutiger \u2013 und die Besetzung. In den Hauptrollen \u00fcberzeugen Morgane Ferru und Sven Schelker. Die Produktion mit einem 5-Millionen-Franken-Budget hat sogar das Potenzial f\u00fcr eine internationale Karriere. Die j\u00fcngsten Entwicklungen um die Taliban verleihen dem aufw\u00fchlenden Film eine Brisanz, mit der seine Macher nicht rechnen konnten. Er habe schon bef\u00fcrchtet, der Stoff k\u00f6nnte etwas aus der Zeit gefallen sein, nachdem er zehn Jahre daran gearbeitet habe, sagt Steiner im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch: \u00abUnd dann das.\u00bb Service Abonnemente Marktpl\u00e4tze NZZ Welt Das Unternehmen NZZ Zeitungen, Magazine und Portale Werbung Weitere Angebote Kooperations-Angebote<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 17.\u2005ZFF will weiter wachsen \u2013 mit einem tempor\u00e4ren Filmpalast, der internationalen Massst\u00e4ben gen\u00fcgt. Zum Auftakt gibt\u2019s einheimische Kost, die kaum jemanden kaltl\u00e4sst. Das 17. 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