<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1996338,"date":"2021-09-24T22:45:00","date_gmt":"2021-09-24T20:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1996338"},"modified":"2021-09-24T23:11:13","modified_gmt":"2021-09-24T21:11:13","slug":"fridays-for-future-demo-in-berlin-der-hype-lebt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2021\/09\/fridays-for-future-demo-in-berlin-der-hype-lebt\/","title":{"rendered":"&quot;Fridays for Future&quot;-Demo in Berlin: Der Hype lebt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Und am Ende dann: ein Schrei, Gewusel, Securitym\u00e4nner packen einen gro\u00dfen Mann mit ihren Securitym\u00e4nner-Armen an den Schultern, dr\u00fccken ihn weg, er versucht, sich \u2026<\/b><br \/>\nUnd am Ende dann: ein Schrei, Gewusel, Securitym\u00e4nner packen einen gro\u00dfen Mann mit ihren Securitym\u00e4nner-Armen an den Schultern, dr\u00fccken ihn weg, er versucht, sich zu befreien, schl\u00e4gt in die Luft, taumelt, f\u00e4llt, ruft etwas Unverst\u00e4ndliches. Sofort sind vier Polizisten da, bauen sich neben Greta Thunberg und Luisa Neubauer auf. Die schaut f\u00fcr einen Moment etwas erschrocken, zieht die Schultern hoch, l\u00e4uft aber einfach weiter. Die Polizisten begleiten sie, weg vom Platz der Republik, weg vom deutschen Bundestag. Wer der Mann war, was er wollte, bleibt auch noch Stunden sp\u00e4ter unklar. Im Gespr\u00e4ch mit dem stern wird er sagen, er sei selbst Klimaaktivist, er habe mit Neubauer, der bekanntesten deutschen Vertreterin von &#8222;Fridays For Future&#8220;, nur ein bisschen reden wollen. Da sitzt er aber schon vor einem Mannschaftswagen der Polizei, Beamte nehmen seine Personalien auf und werden daf\u00fcr von ihm &#8222;Wichser&#8220; genannt. Es ist eine Situation, die sehr wenig und gleichzeitig doch sehr viel \u00fcber den j\u00fcngsten Klimastreik in Berlin erz\u00e4hlt. Wenig, denn eigentlich gibt es kaum friedlichere Massenversammlungen als die Sch\u00fclerdemos. Viele Kinder auf einer Wiese, sie kommen mit selbstgebastelten Schildern auf denen dann Spr\u00fcche stehen, die eher Motto-Shirt-Qualit\u00e4ten haben als dass sie politische Kampfansagen w\u00e4ren. &#8222;Eure Klimapolitik ist schlechter als ich in Mathe&#8220; ist da also zu lesen oder auch: &#8222;Verkehrsende statt Weltende&#8220;. Seifenblasen wabern \u00fcber die K\u00f6pfe. Auf der B\u00fchne wechseln sich Redner mit Musikern ab. Es werden viele Selfies gemacht. W\u00fcsste man nicht, dass das hier ein Protest ist, man k\u00f6nnte es auf den ersten Blick mit einem Open Air verwechseln. Aber dann passieren eben auch solche Sachen: Fremde M\u00e4nner, die Neubauer und Thunberg, der Begr\u00fcnderin der Bewegung, nah kommen wollen, zu nah, Polizisten, die sie weghalten m\u00fcssen. Was ja wiederum eindr\u00fccklich zeigt: Spa\u00df ist das hier ganz sicher nicht. Hunderttausend Menschen, so zumindest haben es die &#8220; Fridays for Future &#8222;-Aktivisten gez\u00e4hlt, sind gekommen, um vor dem Bundestag gemeinsam f\u00fcr mehr Klimagerechtigkeit zu demonstrieren, die Menge reicht bis zum Kanzleramt, bereits eine halbe Stunde nach dem offiziellen Beginn verk\u00fcndet die Polizei, dass der Platz f\u00fcr weitere Teilnehmer gesperrt wird, mehr passen einfach nicht drauf. Es ist die gr\u00f6\u00dfte der rund 400 Aktionen, die &#8222;Fridays For Future&#8220; an diesem Freitag in ganz Deutschland organisiert hat. Studenten dr\u00e4ngen sich hier, Eltern, Aktivisten und, klar, viele, viele Sch\u00fcler. Manche haben von ihren Lehrern freibekommen, manche nicht. Zusammen rufen sie abwechselnd: &#8222;Kohle&#8220; &#8211; &#8222;Stopp!&#8220; &#8211; &#8222;Kohle&#8220; &#8211; &#8222;Stopp!&#8220; Auch Niclas,18, ist da. Er, Waldorfsch\u00fcler aus Berlin, sagt, er besuche die Demonstrationen von &#8222;Fridays For Future&#8220; schon seit 2019, seit die Bewegung auf der ganzen Welt Jugendliche auf die Stra\u00dfe zog, um f\u00fcr mehr Klimagerechtigkeit einzutreten. Niclas sagt, er hadere mittlerweile ein bisschen mit der Sache, einerseits sei er entt\u00e4uscht, dass sich trotz der vielen Aktionen, trotz der unerm\u00fcdlichen Schulstreiks vor der Pandemie, nicht wirklich was ver\u00e4ndert habe, dass keine der Parteien ein Wahlprogramm hat, das mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar sei. Andererseits findet er, manchmal seien die L\u00f6sungen, die sich so mancher bei &#8222;Fridays For Future&#8220; w\u00fcnscht, vielleicht doch zu einfach. &#8222;Ich find&#8216; Kohlestrom auch richtig ungeil&#8220;, sagt Niclas. &#8222;Aber dass wir einfach alle Kohlekraftwerke abstellen sollen, von heute auf morgen, das ist vielleicht auch ein bisschen realit\u00e4tsfern.&#8220; Die wenigsten scheinen hier so kritisch wie Niclas. Viele, das h\u00f6rt man in den Gespr\u00e4chen, sind auch angereist, um Greta Thunberg einfach mal live zu sehen. &#8222;Ich bin gespannt, wie die so ist in echt&#8220;, sagt ein M\u00e4dchen, vielleicht 15 Jahre alt, zu ihrer Freundin. &#8222;Meinst du, sie ist wirklich so klein, wie das im Fernsehen aussieht?&#8220;, antwortet die. Und dann steht Thunberg auch schon auf der B\u00fchne. Und ja, klein ist sie schon, aber sie spricht in diesem sachlichen und doch harschen Ton, den jeder sp\u00e4testens seit ihrer &#8222;How Dare You&#8220;-Rede vor dem UN-Klimagipfel im Ohr hat. Sagt in Berlin Dinge wie: &#8222;Ihr m\u00fcsst w\u00e4hlen gehen. Aber seid euch klar, dass W\u00e4hlen alleine nicht ausreicht. Wir m\u00fcssen weiter auf die Stra\u00dfe gehen. Wir d\u00fcrfen nicht aufgeben, es gibt keinen Weg zur\u00fcck.&#8220; Applaus. Viel Applaus. Nach dem Auftritt dr\u00e4ngen sich junge Menschen an die Wellenbrecher, wollen ein Foto mit ihr oder zumindest mal &#8222;Hi!&#8220; sagen. Thunberg macht das mit, dann muss sie weiter, in eine Fernsehkamera sprechen, Luisa Neubauer steht neben ihr und spricht in andere. Sie wirken dabei ruhig, aber auch zufrieden, dar\u00fcber, dass ihnen die Welt endlich wieder zuh\u00f6rt. Seit die Pandemie den Planeten gel\u00e4hmt hat, seit Streiks nicht mehr m\u00f6glich waren, kurz nachdem &#8222;Fridays For Future&#8220; 1,4 Millionen Menschen in ganz Deutschland auf die Stra\u00dfe gebracht hatte, davon allein 270.000 in Berlin, seitdem hatte die Bewegung ihr wichtigstes Druckmittel verloren: Den w\u00fctenden Protest, gleich vor den B\u00fcrofenstern der Politiker und Gro\u00dfkonzernen. Es wurde stiller um &#8222;Fridays For Future&#8220;. Manch einer vermutete schon: Der Hype ist vorbei. Ist er nicht, das hat der Freitag in Berlin gezeigt. Am Nachmittag leert sich der Platz der Republik. Neubauer und Thunberg sind schon weg, das Programm beendet, da stehen Samira Ghandour,17, Elftkl\u00e4sslerin, und Linus Dolder,18, kurz vor dem Abi, noch ein bisschen herum und reden. Ghandour hat den Protest in Berlin mit geplant, Dolder engagiert sich bei &#8222;Fridays For Future&#8220; in der bundesweiten Organisation. Beide grinsen. &#8222;Wir haben es gehofft, aber niemals erwartet, dass hier heute so viele Leute kommen&#8220;, sagt Ghandour. &#8222;Das ist echt einfach ein Mega-Erfolg&#8220;, sagt Dolder. Und das, sagen sie, sei ja auch erst wieder der Anfang gewesen.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und am Ende dann: ein Schrei, Gewusel, Securitym\u00e4nner packen einen gro\u00dfen Mann mit ihren Securitym\u00e4nner-Armen an den Schultern, dr\u00fccken ihn weg, er versucht, sich \u2026 Und am Ende dann: ein Schrei, Gewusel, Securitym\u00e4nner packen einen gro\u00dfen Mann mit ihren Securitym\u00e4nner-Armen an den Schultern, dr\u00fccken ihn weg, er versucht, sich zu befreien, schl\u00e4gt in die Luft, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1996337,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[91],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1996338"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1996338"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1996338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1996339,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1996338\/revisions\/1996339"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1996337"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1996338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1996338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1996338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}