<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1997079,"date":"2021-09-25T22:35:00","date_gmt":"2021-09-25T20:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1997079"},"modified":"2021-09-25T23:11:22","modified_gmt":"2021-09-25T21:11:22","slug":"merkels-hypothek-ist-eine-partei-rechts-von-der-union","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2021\/09\/merkels-hypothek-ist-eine-partei-rechts-von-der-union\/","title":{"rendered":"Merkels Hypothek ist eine Partei rechts von der Union"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Unter Angela Merkel f\u00fchlten sich die Konservativen in der CDU verloren. So entstand die AfD. Das ist ein Bruch im Nachkriegsdeutschland. Ein Abschiedsessay.<\/b><br \/>\nSie tourt durch die Lande, sucht das Offene, ganz zum Schluss, so wie es ihr der alte Mitstreiter aus Physikertagen, Michael Schindhelm, zu Anfang geraten hatte. Ins Offene gehen \u2013 vielleicht danach, nach ihrer Kanzlerschaft: indem sie sich Rechenschaft ablegt \u00fcber diese Zeit. Angela Merkel, die erste Frau in diesem Amt, eine Ostdeutsche, eine, von der Mann es nie gedacht hatte. Jedenfalls die M\u00e4nner nicht, die in der CDU lange das Sagen hatten. \u00dcbergang sollte sie sein, nach Gerhard Schr\u00f6der zu \u2013 nun ja, einem von Ihnen. Roland Koch, G\u00fcnther Oettinger, Christian Wulff, ein paar andere noch. Namen, die heute der Politologe noch nennt und kennt. Aber sonst? Ja, Friedrich Merz, als Vintage-Politiker, ist wieder da. Und sie, sie ist auch immer noch da, noch. Vorbei, ein dummes Wort, das \u00fcber Nachrufen steht. Aber richtig, noch ist es nicht vorbei. Merkel ist noch im Amt, das sie mitnimmt auf ihren Touren, ob die in den Wahlkreis an der Ostseek\u00fcste oder in die Balkan-L\u00e4nder f\u00fchren. Die Kanzlerin kommt: Ein bisschen wie beim sp\u00e4ten Helmut Kohl, als der Abschied nahm. Allerdings kandidierte er noch einmal. \u201eDer Kanzler kommt!\u201c, prangte auf den Plakaten. Der Kanzler kam \u2013 aber nicht als Captain Future. Und die Menschen kamen, um noch einmal den Mantel der Geschichte anzufassen, der ihn umwehte. Merkel kommt, und sie ist auch Geschichte, bald. Wom\u00f6glich wird sie l\u00e4nger Kanzlerin sein als Helmut Kohl Ihr Mantel der Geschichte? Ist eine Zahl.16 Jahre plus einige Tage. Wenn es so kommt, wie niemand will, wenn die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl schwierig werden, und sie bis in den Dezember hinein regieren muss, gesch\u00e4ftsf\u00fchrend, dann kann sie sogar l\u00e4nger als Helmut Kohl im Kanzleramt gewesen sein. Welch ein \u00dcbergang. \u00dcbrigens wieder zu einem Mann, das scheint immerhin festzustehen. Annalena Baerbock, die Gr\u00fcne, mit ihren 40 Jahren eine Merkel-Enkelin, hat keine Chance. Und warum nicht? Auch ihretwegen, Merkels wegen. Denn an ihr wird gemessen, wer das Amt \u00fcbernehmen will, im Guten wie im Schlechten. Gegen Merkel wirkt manch einer, eine energetisch, dynamisch, f\u00fchrungsstark in Gestus und Habitus. An ihren starken Tagen ist das bei Baerbock so. Manche finden das erfrischend, andere erschreckend. Gemessen an Merkel. Nach Jahren der relativen Stille, der fehlenden Erkl\u00e4rungen, der Worte, die nicht gesprochen wurden, als alle auf sie gewartet haben, wirkt jeder, jede im Vergleich laut, der oder die eine klare politische Ansage nicht scheut. Oder \u00fcberhaupt eine Ansage. Oder auch nur den Versuch einer Ansage. Kein Wunder, dass M\u00e4nner die Merkel geben. Wechsel ja \u2013 aber Wandel, ob den die Deutschen wollen? So ist das Land, so ist die CDU. Schauen wir uns doch um. Armin Laschet ist mit den Jahren immer merkeliger geworden. Als Journalist waren seine Leitartikel scharf, manche Worte regten auf, verletzten. Heute ist er moderierend, manchmal m\u00e4andernd, W\u00f6rter purzeln in den Raum, bilden S\u00e4tze, werden zum Strom. Aber zu einem, der nichts und niemanden mitrei\u00dft. Dass ausgerechnet er durch die schreckliche Flut im Wahlkampf weggerissen zu werden drohte, hat einen satirischen Zungenschlag. Selbst ein Mindestlohn von 12 Euro wird noch als Merkels Verdienst gelten Das Geheimnis ihrer Macht, Merkels Macht? Dass sie sich die Dinge, die Sachen, Ideen anverwandelt. Wie soll man sonst nennen, dass alles, was voran den Sozialdemokraten in ihren Regierungen mit Merkel gelang, mit der Kanzlerin heimgeht? Am Ende wird auch der Mindestlohn von zw\u00f6lf Euro, mit dem Scholz im Wahlkampf wirbt, ihre Idee gewesen. So war es immer. Bei allem. Und so war es auch hier: Vor Fukushima war sie noch energisch f\u00fcr die Atomkraft. Nach Fukushima war sie noch f\u00fcr die Atomkraft. Nach der Baden-W\u00fcrttemberg-Wahl eines Gr\u00fcnen an die Spitze schwenkte sie um \u2013 Frau Merkels Gesp\u00fcr f\u00fcr Macht. Ist ihre bedroht, und sei es, dass die Gefahr erst in der Ferne auftaucht. Da kann sie radikal denken und werden. Oft, allzu oft gerinnt erst nachtr\u00e4glich zu einer Strategie, was vorher keine war. Merkel ist Physikerin, aber die planen nicht am Morgen: Heute erfinde ich die Relativit\u00e4tstheorie. Sie versuchen, testen, pr\u00fcfen, w\u00e4gen ab \u2013 und benennen es dann sp\u00e4ter. Leipzig 2003, als sich Merkel einmal in Marktradikalismus versuchte, war ein Missverst\u00e4ndnis. Versuch Ende. Viele verstehen nicht so schnell wie Merkel. Einen Hauch von Hybris versp\u00fcren die, die ihr nahe gekommen sind. Hinter vorgehaltener Hand erz\u00e4hlen sie davon. Die anderen, wir hier drau\u00dfen, au\u00dferhalb des Arkanums der Macht, bekommen es sehr selten zu sehen. Die wichtigsten Tagesspiegel-Artikel zur Bundestagswahl 2021: Die CDU hat Merkel nie so recht verstanden. Und umgekehrt. Mit Folgen. Dass sie mit der gro\u00dfen humanit\u00e4ren Geste f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge damals, vor sechs Jahren, keinen Plan entwickelte, wie es weitergehen soll, in Europa, im eigenen Land \u2013 das ist der Schl\u00fcsselmoment. F\u00fcr sie als Kanzlerin, als Parteipolitikerin. Im Guten wie im Schlechten, im Land wie in ihrer CDU, der sie \u00fcberhaupt erst das Amt verdankt. Man mag kaum glauben, dass Merkel Christdemokratin ist Ja, Merkel ist Christdemokratin, auch wenn man es in der R\u00fcckschau kaum glauben mag. Zumal die CDU l\u00e4ngst nicht mehr die ist, die es mal gab. Sie ist: Merkel. Danach ist sie lange nichts. Wie es ein Merkel-Kenner, der fr\u00fchere SPD-Chef Sigmar Gabriel, dieser Tage sagte: \u201eDass diese Partei nicht mehr so richtig wei\u00df, wof\u00fcr sie da ist, hat nat\u00fcrlich auch mit Folgendem zu tun: Wenn sie fr\u00fcher nachts um drei Uhr ein CDU-Mitglied angerufen und gefragt haben, was typisch konservativ ist, hat es ihnen vorgebetet: Wehrpflicht, Atomenergie, keine Schulden machen und gegen die Roten sein. Was antwortet der jetzt? Wehrpflicht ist nicht mehr da. Atomenergie ist nicht mehr da. Mit den Roten regieren sie die ganze Zeit. Und Schulden haben sie auch gemacht.\u201c Das klingt witzig, ist nur kein Witz. Konservativ, liberal, sozial, die drei Str\u00f6mungen der CDU, traditionell, und das Konservative ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen \u2013 so war es. Vor vielen Jahren. Vor 16 Jahren. Dann wurden die Konservativen mit den Jahren weniger, weil sie auch immer weniger wahrgenommen wurden, von Merkel und ihren Generalsekret\u00e4ren. Sie f\u00fchlten sich verloren. Heimatlos. Alexander Gauland ist so ein Fall. Und schuf den Fall AfD. Was die Finanzkrise in der EU nicht vermocht hat, kam mit der \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c: der Bruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wie hatten Helmut Kohl und Franz Josef Strau\u00df immer gewarnt! Wenn es Ausfransungen gab, Abspaltungen, dann auf der Linken. Aber auf der Rechten nicht, nicht so, keine solche Partei, die rechtspopulistische, rechtsradikale Kr\u00e4fte sammelt und bleibt. Erstmals hat sich rechts der Union eine Partei auf Dauer breit machen k\u00f6nnen. In der Regierungszeit von Angela Merkel. Im Rechenschaftsbericht f\u00fcr das Land und die CDU ist das ihre Hypothek.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Angela Merkel f\u00fchlten sich die Konservativen in der CDU verloren. So entstand die AfD. Das ist ein Bruch im Nachkriegsdeutschland. Ein Abschiedsessay. Sie tourt durch die Lande, sucht das Offene, ganz zum Schluss, so wie es ihr der alte Mitstreiter aus Physikertagen, Michael Schindhelm, zu Anfang geraten hatte. 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