<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":2527262,"date":"2023-05-30T20:46:14","date_gmt":"2023-05-30T18:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=2527262"},"modified":"2023-05-30T20:07:27","modified_gmt":"2023-05-30T18:07:27","slug":"deutschland-wahlt-erdogan-warum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2023\/05\/deutschland-wahlt-erdogan-warum\/","title":{"rendered":"Deutschland w\u00e4hlt Erdogan \u2013 warum?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Nirgendwo sonst ist der Pr\u00e4sident so stark wie hierzulande \u2013 nicht mal in der T\u00fcrkei selbst. Woran liegt das?<\/b><br \/>\nEine deutliche Mehrheit der W\u00e4hler in Deutschland hat auch bei der Stichwahl um das t\u00fcrkische Pr\u00e4sidentenamt f\u00fcr Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan gestimmt. Mehr als 67 Prozent der in Konsulaten in Deutschland abgegebenen Stimmen entfielen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf Erdogan. Sein Herausforderer Kemal Kilicdaroglu bekam weniger als 33 Prozent.<br \/>Wie die Ergebnisse in den einzelnen deutschen St\u00e4dten ausfielen, ist noch unklar, sie d\u00fcrften sich aber nicht sehr vom ersten Wahlgang unterscheiden. In der Ruhrgebietsstadt Essen hatte Erdogan sogar 77,6 Prozent der Stimmen geholt, Kilicdaroglu nur 20,7 Prozent. Eine auff\u00e4llige Ausnahme: Berlin. In der Hauptstadt kam Erdogan auf weniger als 50 Prozent. Genau gesagt: auf 49,2 Prozent. Allerdings verwies der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident auch in Berlin Kilicdaroglu, der dort auf 48,6 Prozent kam, auf Platz zwei, wie aus Daten der t\u00fcrkischen Zeitung \u201eYeni Safak\u201c, die der Regierungspartei AKP nahesteht, hervorging. Warum haben die Berliner Deutscht\u00fcrken und T\u00fcrken (die meisten Wahlberechtigten haben keinen deutschen Pass) so anders gew\u00e4hlt als der Rest der Bundesrepublik?<br \/>Politikwissenschaftler Yunus Ulusoy vom Zentrum f\u00fcr T\u00fcrkeistudien an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen erkl\u00e4rt die Unterschiede unter anderem mit der Revolution Mustafa Kemal Atat\u00fcrks in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, welche die T\u00fcrkei in einen modernen, s\u00e4kularen Staat verwandeln sollte. Ulusoy sagt, die Revolution habe wegen ihres \u201eTop-Down-Verlaufs\u201c die l\u00e4ndlichen Gebiete der T\u00fcrkei nicht vollst\u00e4ndig erreicht.<br \/>In das Ruhrgebiet kamen in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts besonders viele Menschen, etwa Bergbauarbeiter, aus der Schwarzmeerregion. In diesen l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gebieten, ebenso wie in Kernanatolien, woher ebenfalls viele T\u00fcrken kamen, herrschten konservativ-religi\u00f6se Lebensstile vor, die sich auch nicht durch Atat\u00fcrk ge\u00e4ndert hatten. Diese Wertvorstellungen seien an die nachfolgenden Generationen weitergegeben worden, sagt Ulusoy. F\u00fcr ebendiese Wertvorstellungen stehe Erdogan noch heute. Zudem dominierten in vielen Haushalten in Deutschland t\u00fcrkische Medien, von denen ein Gro\u00dfteil von der Regierung kontrolliert werde. Au\u00dferdem h\u00e4tten viele T\u00fcrken in Deutschland \u201enegative Erfahrungen\u201c gemacht, dass T\u00fcrke oder Muslim zu sein \u201ekeine gro\u00dfe Wertigkeit\u201c habe. Ihnen fehle oft ein Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit, das Erdogan ihnen gebe.<br \/>Berlin bilde da als \u201eInselstaat\u201c die Ausnahme, sagt der T\u00fcrkei-Fachmann. Dort habe es zwar vor allem nach der deutschen Wiedervereinigung viel Zuzug gegeben, aber eben nicht durch Arbeiter wie in Essen, sondern durch viele Hochqualifizierte, durch Gebildete. Das seien diejenigen, die den s\u00e4kularen und b\u00fcrgerlichen Kilicdaroglu w\u00e4hlten und nicht den religi\u00f6s-konservativen Erdogan. Au\u00dferdem spiele die Hauptstadtlage eine gro\u00dfe Rolle: \u201eIn Berlin leben sehr viele Oppositionelle\u201c, sagt Ulusoy.<br \/>Wirklich Erfolg hatte Oppositionsf\u00fchrer Kilicdaroglu aber nur in anderen L\u00e4ndern. In Spanien, Italien, Finnland und noch mehr in Gro\u00dfbritannien und in den Vereinigten Staaten konnte er Erdogan klar hinter sich lassen. Auch das liegt, wie im Falle Berlins, an einer unterschiedlichen Einwanderungsgeschichte. In diesen L\u00e4ndern handelt es sich, anders als in Deutschland, eher um hoch qualifizierte Einwanderer, die mehrheitlich aus St\u00e4dten stammen.<br \/>In Deutschland hingegen feierten viele Anh\u00e4nger Erdogans den Sieg ihres Pr\u00e4sidenten. Im Duisburger Norden legten Erdogans Unterst\u00fctzer den Verkehr durch einen Autokorso lahm, und bis zu 5000 Menschen versammelten sich zu einer spontanen Demonstration. Abgesehen von vereinzelt gez\u00fcndeter Pyrotechnik sei aber alles friedlich geblieben, teilte die Polizei mit. In Stuttgart hingegen wurden drei M\u00e4nner durch einen Messereinsatz verletzt. Kurzzeitig habe einer von ihnen in Lebensgefahr geschwebt, teilte die Polizei mit. Sie ermittelt wegen des Verdachts der versuchten T\u00f6tung. Zudem seienAutos mit Flaschen und Steinen beworfen worden.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nirgendwo sonst ist der Pr\u00e4sident so stark wie hierzulande \u2013 nicht mal in der T\u00fcrkei selbst. Woran liegt das? Eine deutliche Mehrheit der W\u00e4hler in Deutschland hat auch bei der Stichwahl um das t\u00fcrkische Pr\u00e4sidentenamt f\u00fcr Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan gestimmt. 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