<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":3374562,"date":"2025-11-10T00:16:00","date_gmt":"2025-11-09T22:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=3374562"},"modified":"2025-11-10T01:15:17","modified_gmt":"2025-11-09T23:15:17","slug":"machen-mich-krank-joschka-fischer-spricht-uber-die-groste-schwache-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2025\/11\/machen-mich-krank-joschka-fischer-spricht-uber-die-groste-schwache-der-eu\/","title":{"rendered":"\u201eMachen mich krank\u201c \u2013 Joschka Fischer spricht \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Schw\u00e4che der EU"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Joschka Fischer \u00e4u\u00dfert sich besorgt \u00fcber Europas Rolle in der Welt. Bei einem Auftritt in Berlin kritisiert der Gr\u00fcnen-Politiker die EU.<\/b><br \/>\nStand: 09.11.2025, 22:16 Uhr<br \/>Von: Sophia Belliveau<br \/>KommentareDruckenTeilen<br \/>Joschka Fischer \u00e4u\u00dfert sich besorgt \u00fcber Europas Rolle in der Welt. Bei einem Auftritt in Berlin kritisiert der Gr\u00fcnen-Politiker die EU.<br \/>Berlin \u2013 Joschka Fischer dachte sicherlich, nach seiner bewegten Karriere k\u00f6nne ihn kein politisches Ereignis mehr aus der Bahn werfen. Kaum ein Politiker der Bundesrepublik hatte eine schillerndere Laufbahn als der ehemalige Au\u00dfenminister, der als Revoluzzer und Steinewerfer begann: Mit Kanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) formte er 1998 die erste rot-gr\u00fcne Bundesregierung.<br \/>Unter Fischers F\u00fchrung stimmten die urspr\u00fcnglich strikt pazifistischen Gr\u00fcnen 1999 dem NATO-Einsatz im Kosovo zu \u2013 eine Entscheidung, die ihn beinahe das Amt und das Trommelfell gekostet h\u00e4tte, als er auf einem Parteitag mit Farbbeuteln beworfen wurde. Auch nach Skandalen wie der Visa-Aff\u00e4re blieb er standhaft und stieg zum popul\u00e4rsten Politiker der fr\u00fchen 2000er-Jahre auf.<br \/>Heute, rund 20 Jahre nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik, wirkt jedoch selbst das ewige Stehaufm\u00e4nnchen angesichts der globalen Krisen wie erschlagen. Am Freitagnachmittag spricht Fischer an der Freien Universit\u00e4t Berlin \u00fcber die Rolle Europas in einer zunehmend fragmentierten Welt. Dabei gesteht er dem Publikum seinen wachsenden Pessimismus: \u201eIch bin sehr besorgt, dass unsere Zukunft extrem finster sein wird.\u201c<br \/>Von den USA verlassen, von Russland bedroht \u2013 erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs stehe Europa auf der weltpolitischen B\u00fchne allein da. Statt sich milit\u00e4risch, technologisch und wirtschaftlich f\u00fcr diese neue Weltordnung zu r\u00fcsten, besch\u00e4ftige sich die EU mit kleinlichen Streitigkeiten und unn\u00f6tigen Prozessen. \u201eDiese Bla-bla-Institutionen \u2013 sie machen mich krank. Sie sind ein Zeichen von Schw\u00e4che\u201c, kritisiert der 77-J\u00e4hrige. \u201eWir Europ\u00e4er sind den Herausforderungen nicht gewachsen.\u201c<br \/>Das Einzige, worauf sich die EU noch st\u00fctzen k\u00f6nne, sei ihr Reichtum. Doch auch der habe seine Schattenseiten: \u201eWir wirken nach au\u00dfen reich, schwach und alt \u2013 und jeder wei\u00df, wer reich, schwach und alt aussieht, sollte sich nicht in dunkle Gassen wagen.\u201c <br \/>Ein vernichtendes Urteil. Dabei war Fischer als aktiver Politiker stets Europa-Optimist. In seine Zeit als Bundesau\u00dfenminister fiel 2004 die EU-Osterweiterung. Der Beitritt zehn neuer L\u00e4nder, darunter Polen, Tschechien und die baltischen Staaten, st\u00e4rkte das B\u00fcndnis wirtschaftlich und strategisch. <br \/>Auch nach seinem R\u00fcckzug aus der Politik blieb Fischer EU-Verfechter: 2011 reiste er als Berater nach Moskau, um dort f\u00fcr engere Zusammenarbeit zu werben. \u201eMan wird diese EU nicht verstehen, wenn man nicht versteht, dass sie im Kern gegen den Nationalismus gebaut ist\u201c, erkl\u00e4rte er damals. <br \/>Doch Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine, der Aufstieg der AfD und die Wiederwahl von Donald Trump sind nicht spurlos an Fischers Weltbild vor\u00fcbergegangen. In seinem Anfang des Jahres erschienenen Buch \u201eDie Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung\u201c r\u00e4t Fischer, einst einer der obersten Pazifisten des Landes, \u00fcber nukleare Abschreckung nachzudenken, um Europas Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten. F\u00fcr Stabilit\u00e4t in der EU h\u00e4lt der 77-J\u00e4hrige au\u00dferdem neue F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten f\u00fcr entscheidend. \u201eWir brauchen jemanden wie Adenauer\u201c, sagt er, \u201eaber wir haben nur Friedrich Merz \u2013 und der ist kein Adenauer.\u201c<br \/>Frieden und Stabilit\u00e4t in Europa h\u00e4ngen jedoch nicht in erster Linie vom deutschen Bundeskanzler, sondern vom Handeln Moskaus ab, so Fischer. \u201eWenn Russland die Waffen niederlegt, ist der Krieg heute vorbei\u201c, sagt er am Freitag an der FU Berlin. Als ein Zuh\u00f6rer dazwischenruft: \u201eWollen Sie den Dritten Weltkrieg?\u201c, platzt Fischer der Kragen. \u201eSie sollten das Geb\u00e4ude auf den Knien verlassen\u201c, entgegnet er. Der Mann schleicht daraufhin \u2013 auf den F\u00fc\u00dfen \u2013 aus dem Saal.<br \/>Der Vorfall zeigt: So pessimistisch seine Einsch\u00e4tzung auch sein mag, der Gr\u00fcne bleibt ein gl\u00fchender Verteidiger Europas. Das beweist auch die Leidenschaft, mit der Fischer seine Warnungen vortr\u00e4gt. Mit Nachdruck appelliert er an die EU-Staaten, ihre Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln. Denn: \u201eEuropa muss der letzte Zufluchtsort der liberalen Weltordnung sein.\u201c<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joschka Fischer \u00e4u\u00dfert sich besorgt \u00fcber Europas Rolle in der Welt. Bei einem Auftritt in Berlin kritisiert der Gr\u00fcnen-Politiker die EU. Stand: 09.11.2025, 22:16 UhrVon: Sophia BelliveauKommentareDruckenTeilenJoschka Fischer \u00e4u\u00dfert sich besorgt \u00fcber Europas Rolle in der Welt. 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