<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":391179,"date":"2017-01-03T00:10:05","date_gmt":"2017-01-02T22:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=391179"},"modified":"2017-01-03T00:10:05","modified_gmt":"2017-01-02T22:10:05","slug":"terrorangriff-in-istanbul-ein-anschlag-nach-der-moralpredigt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/01\/terrorangriff-in-istanbul-ein-anschlag-nach-der-moralpredigt\/","title":{"rendered":"Terrorangriff in Istanbul: Ein Anschlag nach der Moralpredigt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/images\/relatives-react-at-the-funeral-of-kose-a-victim-of-an-attack-by-a-gunman-at-reina-nightclub-in-istanbul\/19200820\/1-format530.jpg\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Der autorit\u00e4r herrschende t\u00fcrkische Staatschef Tayyip Erdogan und seine Regierung sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert. Denn trotz eines Gro\u00dfaufgebots der Polizei gelang es einem islamistischen Attent\u00e4ter im Istanbuler Nachtklub \u201eReina\u201c sechs Gewehrmagazine leer zu schie\u00dfen und dann offenbar m\u00fchelos mit einem Taxi zu entkommen. <br \/>Neben eklatanten M\u00e4ngeln im Sicherheitsapparat steht aber auch der konservativ-islamische Diskurs der F\u00fchrung in Ankara zur Debatte. Dieser richtet sich gegen den s\u00e4kularen, Erdogan nicht w\u00e4hlenden Teil der t\u00fcrkischen Gesellschaft. Selbst am Tag nach dem Massaker bei der Silvesterfeier im \u201eReina\u201c gab ein regierungstreuer Journalist zum Besten: \u201eWir sind absolut gegen Neujahrsfeiern. Wir werden dies bis zum Ende bek\u00e4mpfen.\u201c <br \/>Die \u00c4u\u00dferungen von Serdar Arseven, Leiter der islamistischen Tageszeitung Milat und ein Mitglied der kleinen Pressemannschaft, die in Erdogans Pr\u00e4sidentenmaschine mitfliegt, konnten als Billigung des Attentats auf die Feiernden im Nachtklub \u201eReina\u201c verstanden werden. 39 Menschen erschoss der Attent\u00e4ter in der Neujahrsnacht kurz nach ein Uhr morgens, allein sieben der ausl\u00e4ndischen Opfer stammten aus dem erzkonservativen Saudi-Arabien. Elf weitere kamen ebenfalls aus muslimischen L\u00e4ndern. \u201eAllah ist gro\u00df\u201c, soll der Todessch\u00fctze nach Aussagen von Zeugen gerufen haben, w\u00e4hrend er auf die G\u00e4ste feuerte. Am Montag bekannte sich die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c zu der Tat. <br \/>Der j\u00fcngste Anschlag in Istanbul hat auch den Charakter einer islamistischen Strafaktion gegen Muslime erhalten, die gegen die Gebote des Koran versto\u00dfen. Mehmet G\u00f6rmez, Leiter der staatlichen Religionsbeh\u00f6rde Diyanet, die mittlerweile einen der gr\u00f6\u00dften Budgetposten im t\u00fcrkischen Haushalt hat, verurteilte zwar am Sonntag den verheerenden Terrorakt. \u201eEs gibt keinen Unterschied zwischen einem unmenschlichen Angriff auf einen Unterhaltungsort, einen Marktplatz oder ein Gebetshaus\u201c, hie\u00df es in der Erkl\u00e4rung von G\u00f6rmez. Der einzige Unterschied zwischen dem j\u00fcngsten Terroranschlag und fr\u00fcheren sei, dass er Aufruhr stiften soll zwischen Menschen mit verschiedenen Lebensstilen. <br \/>Doch in der Freitagspredigt vor Neujahr, die das Diyanet an alle Moscheen in der T\u00fcrkei aussendet, warnte die Religionsbeh\u00f6rde die Gl\u00e4ubigen ausdr\u00fccklich vor Neujahrsfeiern. Respektlos sei es, sich selbst zu vergessen und ein Verhalten an den Tag zu legen, das \u201ein keiner Weise mit unseren Werten \u00fcbereinstimmt\u201c. W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der Predigt weiter: \u201eEs ist besorgniserregend, dass die ersten Stunden eines neuen Jahres vergeudet werden mit Unterhaltung anderer Kulturen und anderer Welten zu Neujahr. Es ist betr\u00fcblich, dass die Stunden, die mit dem Nachdenken \u00fcber gute und schlechte Taten, \u00fcber das Gute und das B\u00f6se verbracht werden sollen, mit Spielen und Gl\u00fccksspielen wie die Lotterie verschwendet werden, mit dem Wunsch, reich zu werden, ohne zu arbeiten.\u201c Milli Piyango, die Volkslotterie, ist in der T\u00fcrkei vor allem in den unteren Schichten popul\u00e4r. <br \/>Zwei Wochen vor dem Anschlag im \u201eReina\u201c h\u00e4uften sich au\u00dferdem Stellungnahmen der offiziellen T\u00fcrkei ebenso wie Aktionen islamistischer Gruppen gegen die \u201eChristenfeste\u201c. Der Publizist und Historiker Baskin Oran listete sie am Montag kommentarlos in einer Kolumne auf: das Weihnachtsverbot an der deutschen Schule in Istanbul (es wurde nach Protesten wieder zur\u00fcckgenommen); ein Ausgehverbot zu Neujahr, von Schulbeh\u00f6rden zun\u00e4chst in Adana, dann in einer Vorortstadt im Westen Istanbuls erlassen; der Angriff einer national-islamistischen Gruppierung in Aydin an der \u00c4g\u00e4is-K\u00fcste auf einen T\u00fcrken, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hatte; die Freitagspredigt des Diyanet; eine Protestaktion des Vereins \u201eAnatolische Jugend\u201c gegen Weihnachten und Neujahr auf dem Gel\u00e4nde der Istanbul-Universit\u00e4t. <br \/>Mittlerweile hat die Polizei nach dem Massaker im \u201eReina\u201c acht Personen festgenommen. Sie sollen in einem Zusammenhang mit dem Anschlag stehen. Ein neues Bild des mutma\u00dflichen Attent\u00e4ters wurde ver\u00f6ffentlicht \u2013 das verwaschene Portr\u00e4t eines etwa 25 Jahre alten Mannes, das eine Sicherheitskamera aufgenommen hatte. Er soll aus Kirgistan oder Usbekistan stammen, so wie die IS-Terroristen, die im Juni vergangenen Jahres den Anschlag auf den Istanbuler Atat\u00fcrk-Flughafen ver\u00fcbt hatten. <br \/>Viele seiner Opfer t\u00f6tete der Angreifer offenbar mit einem Kopfschuss, berichteten t\u00fcrkische Medien. Anschlie\u00dfend wechselte er in einer Restaurantk\u00fcche des Nachtklubs seine Kleidung, lie\u00df eine Jacke zur\u00fcck und entkam in der allgemeinen Panik.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 2.1\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/terrorangriff-in-istanbul-ein-anschlag-nach-der-moralpredigt\/19200632.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/terrorangriff-in-istanbul-ein-anschlag-nach-der-moralpredigt\/19200632.html<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der autorit\u00e4r herrschende t\u00fcrkische Staatschef Tayyip Erdogan und seine Regierung sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert. 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