<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":403853,"date":"2017-01-12T20:15:17","date_gmt":"2017-01-12T18:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=403853"},"modified":"2017-01-12T20:15:17","modified_gmt":"2017-01-12T18:15:17","slug":"elbphilharmonie-hamburg-deine-perle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/01\/elbphilharmonie-hamburg-deine-perle\/","title":{"rendered":"Elbphilharmonie: Hamburg, deine Perle"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/img.zeit.de\/kultur\/musik\/2017-01\/elbphilharmonie-konzert\/wide__1300x731\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Am Kaiserkai vor einer der vielen Sicherheitsabsperrungen stehen zwei Rentner mit Pappschildern. Er: &#8222;Erst 70, dann 700 Mio. Steuern! &#8220; Sie: &#8222;Suche Karte. &#8220; So sieht&#8217;s aus am Abend der Elbphilharmonie-Er\u00f6ffnung. Die Verz\u00f6gerungen, absurden Kostensteigerungen und \u00f6ffentlichen Zankereien w\u00e4hrend der Bauphase des Konzerthauses stecken den Hamburgern in den Knochen. Und trotzdem k\u00f6nnen sie sich nur schwer der Anziehungskraft dieses architektonischen Glanzst\u00fccks entziehen. Wenn es schon von au\u00dfen so sch\u00f6n ist, mit seinem glei\u00dfenden, sich sch\u00fcrzenden und auft\u00fcrmenden Glaskorpus, wie wird es dann erst innen sein, wo die rund um die B\u00fchne geschwungenen R\u00e4nge in ihrer wei\u00dfen Gipshaut warm leuchten wie die Sinterterrassen von Pamukkale? Ja, und wie klingt er denn nun, der teuerste Musiksaal der Welt?<br \/>200.000 Menschen haben sich um Gratistickets f\u00fcr die beiden Er\u00f6ffnungskonzerte beworben. Heute, am 11. Januar, d\u00fcrfen 500 von ihnen zusammen mit 1.600 geladenen G\u00e4sten das Haus einweihen. Das macht man nach zehnj\u00e4hriger Wartezeit und mindestens 110 Meter hohen Erwartungen nicht einfach mit Musik, sondern nat\u00fcrlich vorweg mit einem Festakt samt h\u00f6chsten politischen und gesellschaftlichen W\u00fcrdentr\u00e4gern.<br \/>Die Bundeskanzlerin, der Bundestagspr\u00e4sident, der vormalige Bundespr\u00e4sident, der Bundesverteidigungsminister und der Vorsitzende des Bundesverfassungsgerichts sitzen in der ersten Reihe, w\u00e4hrend auf der B\u00fchne erstaunlich lauwarme Reden gehalten werden. B\u00fcrgermeister Olaf Scholz unbeteiligt und seltsam bedr\u00fcckt. Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck etwas enthusiastischer, aber mahnend. Der Architekt Jacques Herzog dankbar und ermattet. Der Generalintendant Christoph Lieben-Seutter hausmeisterlich h\u00f6lzern. Im \u00fcbrigen Saal: G\u00fcnter Netzer, Armin Mueller-Stahl, Hannelore und Nina Hoger, Fatih Akin, Charly H\u00fcbner, John Neumeier, Jorge Gonz\u00e1lez, dazu Chanel-T\u00e4schchen, Dior-Ohrringe, Louboutin-Stilettos, Echtpelz, Pailletten, schwarze Spitze, pinker Taft und einiges aus Bayreuths Kost\u00fcmfundus. <br \/>Des Kaisers neue Kleider, jeder im Publikum sp\u00fcrt den Druck: Der teuerste Konzertsaal sollte auch der beste sein. Aber was, wenn ich es selbst nicht h\u00f6re? Was, wenn mich dieser lang ersehnte Abend nicht ersch\u00fcttert?<br \/>Zum Gl\u00fcck d\u00e4mpfen schon die ersten Takte von Beethovens Die Gesch\u00f6pfe des Prometheus die Zweifel. Der musikalische Hausherr Thomas Hengelbrock dirigiert das NDR Elbphilharmonie Orchester, und man merkt es sofort: ein glasklarer Klang von erstaunlicher dynamischer Bandbreite, \u00fcberdeutlich in den Akzenten, voll und weich im Tutti. Das Programm des Er\u00f6ffnungskonzerts wirbelt durch die Epochen ohne Z\u00e4sur. Moderne flie\u00dft hin\u00fcber in den Barock, Sp\u00e4tromantik reicht Zeitgen\u00f6ssischem die Hand. Elf l\u00e4ngere und k\u00fcrzere Werke d\u00fcrfen in diesem Rahmen unter Beweis stellen, was der Saal alles kann. Er liebt die sinfonische S\u00fcffigkeit von Wagner und Brahms ebenso wie die harten Blech- und Schlagwerkartikulationen von Rihm und Zimmermann. Er tr\u00e4gt den Solooboisten, der oben aus dem Publikumsraum seine einsame Britten-Meditation ins Rund der Weinbergh\u00e4nge bl\u00e4st, wie auch das kleine Barockensemble mit f\u00fcnfstimmigem Gesang und Begleitung. Man h\u00f6rt, dass es gut ist, und man h\u00f6rt alles. Eben auch das konzentrierte Atmen der Nachbarin und das im Mittelrang soeben entfaltete Taschentuch.<br \/>Der Gro\u00dfe Saal der Elbphilharmonie umarmt wohl tats\u00e4chlich alle unverst\u00e4rkten Musiken und Besetzungen. Aber er ist durchaus streng: Exzellenz im Spiel wird belohnt, Mittelm\u00e4\u00dfigkeit und Schw\u00e4chen treten umso deutlicher hervor. Der Er\u00f6ffnungsabend l\u00e4sst beides erahnen.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 4.3\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/musik\/2017-01\/elbphilharmonie-eroeffnung-konzertsaal-akustik-konzert\" target=\"_blank\">http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/musik\/2017-01\/elbphilharmonie-eroeffnung-konzertsaal-akustik-konzert<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Kaiserkai vor einer der vielen Sicherheitsabsperrungen stehen zwei Rentner mit Pappschildern. 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