<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":426325,"date":"2017-01-24T19:53:00","date_gmt":"2017-01-24T15:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=426325"},"modified":"2017-01-25T00:05:07","modified_gmt":"2017-01-24T22:05:07","slug":"die-wundertute-sigmar-gabriel-im-portrat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/01\/die-wundertute-sigmar-gabriel-im-portrat\/","title":{"rendered":"Die Wundert\u00fcte &#8211; Sigmar Gabriel im Portr\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/gabriel-555~_v-videowebm.jpg\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Lange hat er gez\u00f6gert, doch jetzt ist die Entscheidung gefallen &#8211; und die \u00dcberraschung gro\u00df: Sigmar Gabriel wird nicht Kanzlerkandidat der SPD. Ein Verzicht mit Vorgeschichte.<br \/>Jetzt ist es raus. Sigmar Gabriel wird: nicht Kanzlerkandidat der SPD. Dabei lief seit Monaten alles auf den Parteichef zu. Seine nominellen Mitbewerber, Ex-EU-Parlamentspr\u00e4sident Martin Schulz und Hamburgs Erster B\u00fcrgermeister Olaf Scholz, betonten immer wieder, dass der Vorsitzende selbstverst\u00e4ndlich das erste Zugriffsrecht auf die Spitzenkandidatur h\u00e4tte. Auch wenn sich andere den Job durchaus zugetraut h\u00e4tten &#8211; streitig machte Gabriel die Kandidatur niemand.<br \/>Doch er verzichtet. &#8222;Wenn ich jetzt antrete, w\u00fcrde ich scheitern und mit mir die SPD&#8220;, sagte Gabriel dem &#8222;Stern&#8220;. Am 24. September w\u00e4hlen die Deutschen einen neuen Bundestag &#8211; zu wenig Zeit, um die \u00fcber Jahre gewachsenen Vorbehalte in der W\u00e4hlerschaft abzubauen, mit denen sich Gabriel herumzuschlagen hat. Die Umfragewerte der SPD sind schlecht. Und auch Gabriels Zustimmungswerte sind &#8211; vorsichtig formuliert &#8211; ausbauf\u00e4hig.<br \/>Dennoch war damit gerechnet worden, dass Gabriel die Aufgabe \u00fcbernimmt. In den vergangenen Monaten schien er konsequent auf die Kandidatur zuzuarbeiten &#8211; und daf\u00fcr ging er auch einige Risiken ein. Seine Ministerentscheidung zu Kaiser\u2019s Tengelmann h\u00e4tte ihn im Sommer den Job als Wirtschaftsminister kosten k\u00f6nnen. Auch setzte er gegen erhebliche Widerst\u00e4nde in der eigenen Partei die Zustimmung der SPD zum Freihandelsabkommen CETA durch.<br \/>Hinzu kam das Qu\u00e4ntchen Gl\u00fcck, das es ihm erm\u00f6glichte, den Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier trotz ung\u00fcnstiger Mehrheitsverh\u00e4ltnisse zum gemeinsamen Kandidaten der Gro\u00dfen Koalition f\u00fcr das Amt des Bundespr\u00e4sidenten zu nominieren. In all diesen F\u00e4llen hielt Gabriel trotz Gegenwind Kurs &#8211; und setzte damit seinem Image etwas entgegen, er sei zu sprunghaft f\u00fcr den Chefsessel ins Kanzleramt.<br \/>Die SPD ist hingegen eine der gro\u00dfen Konstanten im Leben Gabriels. In diesem Jahr feiert er sein 40-j\u00e4hriges Parteijubil\u00e4um. 1977 trat er ein. Er kam nicht von den Jusos, sondern von den Falken, wo das Organisieren von Zeltlagern eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielte, als das Formulieren von einwandfreien Positionspapieren.<br \/>Nicht nur in der Partei boxte Gabriel sich nach oben. Nach einer schwierigen Kindheit erwarb er als erster in seiner Familie das Abitur, studierte sp\u00e4ter in G\u00f6ttingen Deutsch, Politik und Soziologie. 1990 zog er f\u00fcr die SPD in den nieders\u00e4chsischen Landtag ein. 1998 \u00fcbernahm er dort den Fraktionsvorsitz, ein Jahr sp\u00e4ter gar das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten. Doch bereits 2003 wurde er wieder abgew\u00e4hlt &#8211; beim bislang einzigen Wahlkampf, den Gabriel als Spitzenkandidat anf\u00fchrte.<br \/>Zwei Jahre sp\u00e4ter zog er in den Bundestag ein und wurde im ersten Kabinett Merkel Bundesumweltminister. Die Zwischenzeit hatte er als &#8222;Popbeauftragter&#8220; der SPD verbracht &#8211; ein Amt, das seitdem vakant zu sein scheint.<br \/>Gabriel nutzte als Mitglied der Bundesregierung seinen unbestrittenen Riecher f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit. Er inszenierte sich etwa, indem er die Patenschaft f\u00fcr das Berliner Eisb\u00e4renbaby Knut \u00fcbernahm. Als Kanzlerin Merkel sich als Klimaretterin im roten Parka vor schmelzenden Gletschern auf Gr\u00f6nland fotografieren lie\u00df, stand Umweltminister Gabriel selbstverst\u00e4ndlich direkt hinter ihr.<br \/>Der n\u00e4chste Schritt lie\u00df nicht lange auf sich warten. Als die SPD bei der Bundestagswahl 2009 mit Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier brutal abst\u00fcrzte und Parteichef Franz M\u00fcntefering abtreten musste, griff Gabriel nach dem Vorsitz. Seitdem f\u00fchrt er Deutschlands \u00e4lteste Partei. Seit Willy Brandt hat keiner seiner Vorg\u00e4nger mehr so lange auf dem Schleudersitz des SPD-Chefs durchgehalten.<br \/>In seinen ersten Jahren im Amt riss Gabriel die Partei mit, doch nachdem die Sozialdemokratie auch bei der Bundestagswahl 2013 entt\u00e4uschend abschnitt, wurde das Grummeln unter den Genossen immer lauter &#8211; auch wenn sie Gabriel murrend erneut in eine Gro\u00dfe Koalition mit der Union folgten.<br \/>In den vergangenen vier Jahren ist diese Unzufriedenheit nur gr\u00f6\u00dfer geworden. Zwar konnte die SPD vieles von ihren Zielen in der Koalition umsetzen, doch die Umfragewerte der Partei kleben wie festgebacken nahe der 20 Prozent. Die Erfolge der Sozialdemokraten w\u00fcrden nicht wahrgenommen, beklagen sie in der Partei &#8211; oder sie w\u00fcrden der Kanzlerin und nicht ihrem Stellvertreter und Wirtschaftsminister zugerechnet.<br \/>Hinzu kommt, dass Gabriel es sich durch seinen F\u00fchrungsstil mit so manchem Genossen verscherzt hat. Viele haben ihm nicht vergessen, wie er etwa Justizminister Heiko Maas beim Thema Vorratsdatenspeicherung \u00f6ffentlich vorf\u00fchrte. Auch in der SPD-Bundestagsfraktion kommt sein Umgang nicht uneingeschr\u00e4nkt gut an. Gabriel vermittle h\u00e4ufig den Eindruck, die Regierung spiele Champions League, die Abgeordneten jedoch nur Kreisklasse, berichten Parlamentarier. Viele vermissen Wertsch\u00e4tzung &#8211; und Orientierung.<br \/>In der Partei ist Gabriel dieser Wesenszug bereits einmal auf die F\u00fc\u00dfe gefallen. Nachdem die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann den SPD-Chef auf dem Parteitag im Herbst 2015 deutlich kritisiert hatte, ergriff Gabriel das Wort &#8211; und faltete die junge Frau vor den Delegierten verbal zusammen.<br \/>Bei seiner Wiederwahl f\u00fcr den Parteivorsitz bekam er dann die Quittung: Gabriel wurde mit nur gut 75 Prozent im Amt best\u00e4tigt &#8211; ein unmissverst\u00e4ndlicher Schuss vor den Bug. Gabriel haderte danach mit sich, ob er die Wahl \u00fcberhaupt annehmen sollte. Am Ende entschloss er sich zum Weitermachen.<br \/>Gabriel ist niemand, der sich Opportunit\u00e4tsgr\u00fcnden verstellt. Neonazis vor einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft im s\u00e4chsischen Heidenau nannte er unumwunden &#8222;Pack&#8220;, das &#8222;eingesperrt werden muss&#8220;. Als Rechtsextreme ihn bei einem anderen Termin durch Verweise auf seine Familiengeschichte provozieren wollten, \u00fcberlegte Gabriel nicht lange und streckte den P\u00f6blern seinen Mittelfinger entgegen. Es waren unbestrittene authentische Momente eines Spitzenpolitikers. Doch waren sie auch eines m\u00f6glichen Bundeskanzlers angemessen?<br \/>&#8222;Das, was ich bringen konnte, hat nicht gereicht&#8220;, begr\u00fcndete Gabriel nun seinen Verzicht. &#8222;Schulz steht f\u00fcr einen Neuanfang. Und darum geht es bei der Bundestagswahl. &#8222;<br \/>Die SPD hat Angst vor einem erneuten Wahldebakel im Herbst. Im Wahlkampf will die Partei ihre W\u00e4hler vor allem durch pers\u00f6nliche Ansprache an die Wahlurnen bekommen. Freiwillige sollen in bestimmten Bezirken an m\u00f6glichst viele T\u00fcren klopfen, um die Menschen von der Sozialdemokratie zu \u00fcberzeugen. Das geht aus einer Pr\u00e4sentation hervor, die tagesschau.de vorliegt.<br \/>Daf\u00fcr braucht es nat\u00fcrlich ausreichend T\u00fcrklopfer. Theoretisch kommen auf ein SPD-Mitglied 140 W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler. Das hei\u00dft: Diese Taktik kann nur aufgehen, wenn ausreichend Sozialdemokraten im Herbst ihre Freizeit f\u00fcr die Partei einsetzen. Mit einem Spitzenkandidaten, der die Basis nicht begeistert, ist das schwierig. Das wei\u00df auch Politiprofi Gabriel.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 5.9\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gabriel-portraet-101.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gabriel-portraet-101.html<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange hat er gez\u00f6gert, doch jetzt ist die Entscheidung gefallen &#8211; und die \u00dcberraschung gro\u00df: Sigmar Gabriel wird nicht Kanzlerkandidat der SPD. 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