<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":494777,"date":"2017-04-04T20:04:00","date_gmt":"2017-04-04T18:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=494777"},"modified":"2017-04-04T23:10:54","modified_gmt":"2017-04-04T21:10:54","slug":"heute-kommt-besuch-aus-deutschland-deniz-yucel-meldet-sich-aus-dem-turkischen-knast","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/04\/heute-kommt-besuch-aus-deutschland-deniz-yucel-meldet-sich-aus-dem-turkischen-knast\/","title":{"rendered":"Heute kommt Besuch aus Deutschland &#8211; Deniz Y\u00fccel meldet sich aus dem t\u00fcrkischen Knast"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Wie geht es Deniz Y\u00fccel? Heute erfahren wir endlich mehr. Der inhaftierte \u201eWELT\u201c-Reporter bekommt Besuch vom deutschen Konsulat.<\/b> <br \/>Wie geht es Deniz Y\u00fccel? Heute erfahren wir endlich mehr. <br \/>Der inhaftierte WELT-Reporter bekommt heute erstmals Besuch vom deutschen Konsulat. Erst gestern hatte das Ausw\u00e4rtige Amt mitgeteilt, dass die T\u00fcrkei dies genehmige. <br \/>\u25ba Am Vormittag besucht der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, Deniz Y\u00fccel im Silivri-Gef\u00e4ngnis. <br \/>Um 11:30 Uhr berichtete Staatsminister Michael Roth vom Ausw\u00e4rtigen Amt von dem Besuch des Konsulats bei Deniz Y\u00fccel. <br \/>Es gehe Y\u00fccel den Umst\u00e4nden entsprechend gut, sagte Staatsminister Roth, doch bleibe die Isolationshaft f\u00fcr ihn sehr belastend. Auch Y\u00fccels Anw\u00e4lte und seine Familienangeh\u00f6rigen h\u00e4tten best\u00e4tigt, dass es ihm gut gehe. \u201eDas freut uns, aber wir wollen uns nicht damit abfinden, dass er inhaftiert bleibt\u201c, sagte er. <br \/>Roth forderte au\u00dferdem dauerhafte Gew\u00e4hrung der konsularischen Betreuung f\u00fcr Y\u00fccel. Die galt zun\u00e4chst nur heute. <br \/>Vor genau 50 Tagen meldete sich Y\u00fccel bei der t\u00fcrkischen Polizei, wurde in Gewahrsam genommen und schlie\u00dflich in Untersuchungshaft gebracht. Zuvor hatte er aus der Presse erfahren, dass er gesucht wird. Der offizielle Vorwurf lautet, er w\u00fcrde \u201eTerror\u201c unterst\u00fctzen. <br \/>Ist das der erste Schritt in Richtung Freiheit? Sieben Wochen nach seiner Festnahme erh\u00e4lt Deutschland konsularischen Zugang. <br \/>Bislang bekam er nur Besuch von seinen Anw\u00e4lten und seiner Schwester Ilkay Y\u00fccel, gestern genehmigte die T\u00fcrkei die konsularische Betreuung aus Deutschland. Kontakt hat der deutsch-t\u00fcrkische Doppelpass-Besitzer sonst nur zu seinen W\u00e4chtern \u2013 Mith\u00e4ftlinge sieht er nicht. <br \/>Unterdessen meldete sich Y\u00fccel bereits selbst mit einem Brief in der WELT \u2013 obwohl er in der Isolationshaft keine Briefe schreiben darf. Er hatte seinen Anw\u00e4lten einen Brief diktiert, den die WELT heute abdruckte. <br \/>\u25ba Darin sagt Y\u00fccel: \u201eAuch wenn ich weiterhin in Isolationshaft gehalten werde und auch wenn das faktische Briefverbot fortbesteht, dringt die vielf\u00e4ltige Unterst\u00fctzung, die Sie mir und meinen in der T\u00fcrkei inhaftierten Kollegen zukommen lassen, bis hierher durch, Daf\u00fcr meinen gro\u00dfen, herzlichen Dank!\u201c <br \/>Der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident wirft Deniz Y\u00fccel Spionage vor. Seine Schwester hat Angst, er k\u00f6nnte f\u00fcr Jahre hinter Gittern bleiben. <br \/>Handschriftliche Notiz des Journalisten Deniz Y\u00fccel, der in t\u00fcrkischer Haft sitzt. \u201eGlaubt mir: Es tut gut, verdammt gut\u201c, schreibt er in der Nachricht. <br \/>Dann spricht Y\u00fccel eine Bitte an und ruft dazu auf, die unabh\u00e4ngigen Medien in der T\u00fcrkei zu unterst\u00fctzen. Er selbst habe als eine der ersten Sachen im Gef\u00e4ngnis die Zeitungen \u201eCumhuriyet\u201c, \u201eBirg\u00fcn\u201c und \u201eEvrensel\u201c abonniert. Um die E-Paper dieser Zeitungen zu abonnieren, m\u00fcsse man gar nicht in der T\u00fcrkei leben, hei\u00dft es in dem Brief. \u201eUnd um f\u00fcr ein paar Euro einen konkreten Beitrag zur Unterst\u00fctzung der Pressefreiheit in der T\u00fcrkei zu leisten, muss man nicht einmal T\u00fcrkisch k\u00f6nnen\u201c. <br \/>Schlie\u00dflich bittet Deniz Y\u00fccel um Post, auch wenn sie ihm nicht zugestellt wird: \u201eDass mit illegalerweise keine Briefe und Postkarten mehr zugestellt werden, ist nat\u00fcrlich kein Grund, mir nicht zu schreiben. Im Gegenteil.\u201c <br \/>Ein Jahr ist es her, dass der Krach mit der T\u00fcrkei eskalierte. Armenien, B\u00f6hmermann, Spionage-Angriff: die Skandal-Akte Erdogan. <br \/>Deutliche Worte des neuen Bundespr\u00e4sidenten an T\u00fcrkei-Pr\u00e4sident Erdogan zu Nazi-Vergleichen und dem \u201eWelt\u201c-Journalisten Deniz Y\u00fccel. <br \/>Seine Schwester Ilkay Y\u00fccel hat Deniz zweimal besucht. Die Tatsache, dass er keine Menschen sieht und so wenig Kontakt nach au\u00dfen habe, mache ihm \u201eam meisten zu schaffen\u201c, wie sie der WELT erz\u00e4hlt. <br \/>Er achtet auf seine Gesundheit: Y\u00fccel versuche, sich fit zu halten, indem er auf einer kleinen Freifl\u00e4che von vier mal vier Metern jogge. Er versuche au\u00dferdem, weniger zu rauchen und lasse sich vom Gef\u00e4ngnisarzt gr\u00fcndlich durchchecken. <br \/>\u00c4u\u00dferlich habe er sich auch ver\u00e4ndert: Sein Bart sei ab, er sei glattrasiert und trage die Haare k\u00fcrzer. <br \/>Die meiste Zeit verbringe er mit dem Lesen von Zeitungen und B\u00fcchern aus der Gef\u00e4ngnisbibliothek. Unter anderem lese er die B\u00fccher von Journalisten, die im gleichen Gef\u00e4ngnis wie er in Haft sitzen. <br \/>Auf einen Fernseher hat er verzichtet. Er habe mehrere Briefe geschrieben, berichtet die Schwester weiter. Doch sie seien nicht verschickt worden. <br \/>Der Gef\u00e4ngniskomplex von Silviri liegt 80 Kilometer westlich von Istanbul und ist seit dem 1. M\u00e4rz der Ort, an dem Deniz Y\u00fccel festgehalten wird. \u201eEin Internierungslager, um Erdogan-Gegner zusammenzufassen\u201d, nannte der regierungskritische Journalist Can D\u00fcndar ihn einmal. D\u00fcndar, der inzwischen in Deutschland lebt, sa\u00df im vergangenen Jahr unter anderem wegen Terrorvorw\u00fcrfen rund drei Monate in Silivri in Untersuchungshaft, schrieb danach ein Buch \u00fcber diese Zeit. Nach der Entlassung ver\u00f6ffentlichte er ein Buch \u00fcber die Zeit. <br \/>Der \u201eCampus der Strafvollzugsanstalten Silivri\u201d, wie der Bau offiziell hei\u00dft, besteht aus zehn Haftanstalten. Auch Frauen sind in dem Komplex untergebracht. <br \/>Angaben \u00fcber die Kapazit\u00e4t schwanken zwischen 10 000 und 13 000 Insassen. Es gibt sowohl Mehrpersonen- als auch Einzelzellen. Der Bau wurde unter der islamisch-konservativen AKP-Regierung begonnen und 2008 er\u00f6ffnet. Regierungsnahe Medien preisen das Gef\u00e4ngnis als \u201emodern\u201d. <br \/>Tats\u00e4chlich sitzen viele Regierungskritiker in Silivri ein: So sind zehn Mitarbeiter der Zeitung \u201eCumhuriyet\u201d, die Ende vergangenen Jahres verhaftet wurden, in Silivri. Au\u00dferdem sind dort der bekannte Investigativjournalist Ahmet Sik, der ehemalige Chefredakteur der inzwischen geschlossenen Zeitung \u201eTaraf\u201d, Ahmet Altan, dessen Bruder &#8211; der Wirtschaftsprofessor Mehmet Altan &#8211; sowie die Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Meral Danis Bestas. <br \/>D\u00fcndar, Ex-Chefredakteur der \u201eCumhuriyet\u201d, wurde lange allein in einer Dreierzelle untergebracht. Seine Zelle beschreibt er als karg, aber ger\u00e4umig. \u201eEs ist einfach aufzulisten, was das war: Ein wei\u00dfer Kunststofftisch, ein wei\u00dfer Plastikstuhl, drei eiserne Bettgestelle, drei eiserne Schr\u00e4nke, eine K\u00fcchensp\u00fcle, dar\u00fcber ein Stahlschrank. Das war alles.\u201d Besuch habe er \u201eunter Aufsicht des W\u00e4rters\u201d nur von nahen Verwandten, Anw\u00e4lten und Abgeordneten empfangen d\u00fcrfen. B\u00fccher habe er sich in der Gef\u00e4ngnisbibliothek leihen k\u00f6nnen, Papier und Stift seien ihm jedoch abgenommen worden. Einen Fernseher habe er auf Wunsch bekommen. <br \/>Als besonders belastend beschreibt D\u00fcndar jedoch die Einzelhaft. Kontakt zu Menschen sei ihm au\u00dferhalb der Besuchszeiten untersagt gewesen. Ein Wort mit dem Vollzugsbeamten sei verboten gewesen, eine zuf\u00e4llige Begegnung mit anderen Inhaftierten sei verhindert worden. \u201eMan wartet darauf, dass du wie ein in ein Goldfischglas gesperrter Ozeanfisch um dich selbst kreist und im Rauch deiner Gedanken erstickst\u201d, schrieb D\u00fcndar. <br \/>PS: Sind Sie bei Facebook? 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