<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":523684,"date":"2017-05-07T09:16:00","date_gmt":"2017-05-07T07:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=523684"},"modified":"2017-05-07T11:12:16","modified_gmt":"2017-05-07T09:12:16","slug":"stichwahl-in-frankreich-wer-ist-emmanuel-macron","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/05\/stichwahl-in-frankreich-wer-ist-emmanuel-macron\/","title":{"rendered":"Stichwahl in Frankreich: Wer ist Emmanuel Macron?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Noch hat er den Sieg bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl nicht in der Tasche. Doch Emmanuel Macron gilt als Favorit f\u00fcr die Abstimmung am Sonntag gegen die&#8230;<\/b><br \/>\nUngeduldige M\u00e4nner, die mit Ungest\u00fcm an die Staatsspitze dr\u00e4ngen, hat Frankreich schon einige erlebt. Nicolas Sarkozy etwa, der sich als einer der wenigen Politiker ohne den Abschluss bei einer renommierten Elitehochschule an allen Rivalen vorbei nach oben boxte. Oder Jacques Chirac, der im dritten Anlauf und ebenfalls nach einem erbitterten Bruderkampf das h\u00f6chste Amt erreichte.<br \/>Nun steht mit Emmanuel Macron wieder ein ambitionierter und sehr ehrgeiziger Mann an der T\u00fcr zur Macht. Er k\u00f6nnte der j\u00fcngste Pr\u00e4sident der F\u00fcnften Republik werden \u2013 sollte er sich am Sonntag bei der zweiten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahl gegen Marine Le Pen durchsetzen. Seine Chancen sind laut einer aktuellen Umfrage nach dem gro\u00dfen TV-Duell wieder gewachsen: Danach f\u00fchrt Macron mit 62 zu 38 Prozent.<br \/>Als \u201eUfo\u201c bezeichneten die Medien den 39-J\u00e4hrigen oft, der mit seiner eigenen Partei \u201eEn marche!\u201c (\u201eVorw\u00e4rts\u201c) antritt, noch nie in ein Amt gew\u00e4hlt wurde und der breiten \u00d6ffentlichkeit vor drei Jahren noch weitgehend unbekannt war. Immerhin erregte der smarte Jungpolitiker schon eine gewisse Neugierde, als ihn Fran\u00e7ois Hollande 2012 nach seiner Wahl zum Pr\u00e4sidenten als Wirtschaftsberater an eine Schl\u00fcsselposition setzte. Schnell erhielt der begabte Klavierspieler den Beinamen \u201eMozart im \u00c9lys\u00e9e-Palast\u201c. Macron galt dort als Hauptverantwortlicher f\u00fcr den wirtschaftsfreundlichen Kurs, der auf sozialen Dialog setzte und den Unternehmen mit einer milliardenschweren Steuerentlastung entgegenkam. Daher r\u00fchren auch die Animosit\u00e4ten des linken Fl\u00fcgels der Sozialisten gegen\u00fcber Hollandes Sch\u00fctzling.<br \/>Miteinander bekannt gemacht hatte die beiden der einflussreiche \u00d6konom und einstige Berater von Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Mitterrand, Jacques Attali, im Jahr 2008. Macron, Absolvent der Elitehochschule ENA, beteiligte sich an Attalis Wachstumsbericht f\u00fcr den konservativen Pr\u00e4sidenten Nicolas Sarkozy, der Macron ebenfalls die Zusammenarbeit angeboten hatte. Doch das politische Talent f\u00fchlte sich bei den Sozialisten besser aufgehoben, obwohl er nur zwischen 2006 und 2009 Parteimitglied war. \u201eWenn du in die Politik willst, stelle ich dir die Leute vor, die du kennen musst\u201c, soll ihm Hollande, eingenommen von Macrons Charme und Intelligenz, versprochen haben.<br \/>Doch anstatt die Ochsentour \u00fcber politische \u00c4mter fernab von Paris zu gehen, stieg Macron zun\u00e4chst bei der Privatbank Rothschild ein, wo er z\u00fcgig in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung aufr\u00fcckte. Federf\u00fchrend wickelte er die \u00dcbernahme der S\u00e4uglingsnahrungssparte des US-Pharmakonzerns Pfizer durch den Nahrungsmittelkonzern Nestl\u00e9 ab \u2013 innerhalb kurzer Zeit wurde er Million\u00e4r.<br \/>Doch es zog ihn in die Politik: Im Wahlkampf 2011\/2012 schloss er sich Hollandes Team an. Ein Dokumentarfilm \u00fcber die ersten Monate des sozialistischen Pr\u00e4sidenten im Amt gew\u00e4hrte auch Blicke hinter die Kulissen. Dabei fiel bei allen Besprechungen ein junger Mann auf \u2013 stets aufmerksam und um die Anerkennung des Pr\u00e4sidenten buhlend. Er sollte sie bekommen: Hollande, der Macron 2014 zum Wirtschaftsminister machte, sah in ihm wohl den geeignetsten Nachfolger \u2013 allerdings zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt.<br \/>Macron aber wollte nicht warten, bis er nach der Arithmetik des traditionellen Parteibetriebes an der Reihe war. Die m\u00fchsame Umsetzung von Reformen frustrierte ihn, zumal sie von Teilen der sozialistischen Mehrheit im Parlament blockiert wurde. Auch sein eigenes \u201eMacron-Gesetz\u201c, das die \u00d6ffnung des Apothekenmarktes und des Notariatswesens sowie die Liberalisierung des Fernbusverkehrs und die Erweiterung der Sonntags\u00f6ffnungszeiten vorsah, konnte er nur mit M\u00fche durchsetzen. Angesichts des hartn\u00e4ckigen Widerstands sah die Regierung schlie\u00dflich von der Realisierung des noch weitergehenden Gesetzes \u201eMacron 2\u201c ab.<br \/>Mit der Gr\u00fcndung der Bewegung \u201eEn marche!\u201c im April 2016, die seine Initialen tr\u00e4gt, schaffte er einen \u00dcberraschungscoup: Weder links noch rechts stehe die Bewegung, erkl\u00e4rte Macron. Sie vereine die fortschrittlichen Kr\u00e4fte der politischen Mitte. Einige Monate sp\u00e4ter verlie\u00df er das Kabinett, um seine Kandidatur vorzubereiten. Damit stie\u00df er seinen Mentor Hollande, der in der Folge auf die Bewerbung um eine zweite Amtszeit verzichtete, vor den Kopf. \u201eWas f\u00fcr eine Verschwendung!\u201c, soll der Staatschef geseufzt haben, als er erfuhr, dass Macron antritt \u2013 ein Erfolg erschien ausgeschlossen.<br \/>Doch rasch wuchs im Internet die Zahl der \u00fcberwiegend jungen und gut ausgebildeten Franzosen, die sich f\u00fcr den neuen Politikstil begeisterten. Anh\u00e4nger brachten das Programm von \u201eEn marche!\u201c bei einer gigantischen T\u00fcr-zu-T\u00fcr-Befragung unter die Leute: Macron stand von nun an f\u00fcr ein proeurop\u00e4isches Projekt mit einer liberalisierten Wirtschaft unter Bewahrung der sozialen Sicherheit.<br \/>Dabei nutzt er geschickt sein Netzwerk mit angesehenen Pers\u00f6nlichkeiten wie dem sozialistischen B\u00fcrgermeister von Lyon, G\u00e9rard Collomb, oder dem Wirtschaftswissenschaftler Jean Pisani-Ferry. Der Kreis seiner Unterst\u00fctzer wurde mit der Zeit immer gr\u00f6\u00dfer und prominenter \u2013 mit an Bord ist beispielsweise der Zentrumspolitiker Fran\u00e7ois Bayrou. Zum Favoriten der Pr\u00e4sidentschaftswahl stieg Macron aber auch durch unvorhersehbare Ereignisse auf: Die Sozialisten st\u00fcrzten in den Umfragen ab, und den Republikaner Fran\u00e7ois Fillon bremste die Aff\u00e4re um die Scheinbesch\u00e4ftigung seiner Ehefrau aus.<br \/>Emmanuel Macron ist der Senkrechtstarter der franz\u00f6sischen Politik. Einige nennen ihn bereits den &#8222;franz\u00f6sischen Kennedy&#8220;.<br \/>In seinem Lager entfacht der zierlich wirkende Mann Begeisterung. Schon vor der Wahl war von &#8222;Macromania&#8220; die Rede.<br \/>Sein Wahlkampfbuch nannte er schlicht &#8222;R\u00e9volution&#8220;.<br \/>Erst vor einem Jahr gr\u00fcndete der fr\u00fchere Wirtschaftsminister seine Bewegung &#8222;En Marche!&#8220; (Auf dem Weg) .<br \/>Einen klassischen Parteiapparat hat er bis heute nicht. Er spricht Menschen an, die eine Erneuerung wollen, aber Extreme ablehnen.<br \/>Macron f\u00fchrt sein Wahlkampfteam wie ein Start-up-Unternehmen. Er will &#8222;neue Gesichter&#8220; in die Top-Etage der Macht bringen.<br \/>Falls er gewinnt, soll ein erheblicher Teil der Minister seiner Regierung nicht aus der Politik kommen.<br \/>Der 39-J\u00e4hrige ist ein Europafreund. &#8222;Ich habe Europa im Herzen&#8220;, lautet sein Motto.<br \/>Das macht ihn zum prominentesten Widersacher der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die Europ\u00e4ische Union bek\u00e4mpft und in ihrem Land den &#8222;neuen Franc&#8220; als W\u00e4hrung einf\u00fchren will.<br \/>Macron gab schon vor langer Zeit sein Parteibuch bei den Sozialisten ab. Er positioniert sich &#8222;weder rechts noch links&#8220;.<br \/>Im Wahlkampf bekannte er, Au\u00dfenseiter zu sein. In der Tat wurde Macron noch nie in ein Amt gew\u00e4hlt.<br \/>Der ehrgeizige Kandidat war bis 2012 gut bezahlter Investmentbanker bei Rothschild &#038; Cie&#8230;<br \/>&#8230; Dann holte ihn der sozialistische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande in den \u00c9lys\u00e9epalast. 2014 wurde er Wirtschaftsminister.<br \/>Macron ist seit 2007 mit der wesentlich \u00e4lteren Franz\u00f6sisch-Lehrerin Brigitte Macron (64) verheiratet, die er seit seiner Schulzeit in Amiens kennt.<br \/>Sie organisiert im Wahlkampf und &#8222;coacht&#8220; ihren Mann. Das ungew\u00f6hnliche Paar k\u00f6nnte im \u00c9lys\u00e9epalast f\u00fcr richtigen Glamour sorgen.<br \/>Dennoch bewahrten sich viele Franzosen ein tiefes Misstrauen gegen\u00fcber dem so pl\u00f6tzlich emporgeschnellten Medien-Liebling Macron. Kritiker warfen ihm vor, sich als neuer Mann zu pr\u00e4sentieren, tats\u00e4chlich aber ein Produkt der franz\u00f6sischen Elite zu sein: \u201eIch bin die Frucht meiner Arbeit und stolz darauf\u201c, konterte der im nordfranz\u00f6sischen Amiens geborene Sohn eines \u00c4rzte-Ehepaars. \u201eIch habe mich bei Pr\u00fcfungen beworben, manche bestand ich, andere nicht.\u201c<br \/>Um das Image als arroganter Ex-Banker zu konterkarieren, spricht er gerne von der gro\u00dfen Bedeutung, die seine Gro\u00dfmutter Germaine \u2013 eine fr\u00fchere Schuldirektorin \u2013 f\u00fcr ihn hat. In seiner Jugend habe er sich in erster Linie f\u00fcr Literatur interessiert und nach einem Studium der Philosophie dem emeritierten Philosophie-Professor Paul Ricoeur als wissenschaftlicher Assistent zugearbeitet. Auch spielte er am Jesuitenkolleg in Amiens leidenschaftlich Theater. Noch als Sch\u00fcler traf er seine sp\u00e4tere Frau Brigitte, die dort Lehrerin war. Dass sie verheiratet und Mutter von drei Kindern war, schreckte ihn nicht. Jetzt ist Emmanuel Macron mit nur 39 Jahren bereits siebenfacher Gro\u00dfvater. Und vielleicht schon bald franz\u00f6sischer Pr\u00e4sident.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 3.3<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Stichwahl-in-Frankreich-Wer-ist-Emmanuel-Macron-id41374331.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Stichwahl-in-Frankreich-Wer-ist-Emmanuel-Macron-id41374331.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch hat er den Sieg bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl nicht in der Tasche. Doch Emmanuel Macron gilt als Favorit f\u00fcr die Abstimmung am Sonntag gegen die&#8230; Ungeduldige M\u00e4nner, die mit Ungest\u00fcm an die Staatsspitze dr\u00e4ngen, hat Frankreich schon einige erlebt. Nicolas Sarkozy etwa, der sich als einer der wenigen Politiker ohne den Abschluss bei einer renommierten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":523683,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[99],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523684"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=523684"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523684\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":523685,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523684\/revisions\/523685"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/523683"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=523684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=523684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nhub.news\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=523684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}