<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":605710,"date":"2017-07-08T23:09:00","date_gmt":"2017-07-08T21:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=605710"},"modified":"2017-07-08T23:07:30","modified_gmt":"2017-07-08T21:07:30","slug":"nach-krawallen-beim-g-20-gipfel-mit-ihnen-zu-sprechen-ware-der-weg-gewesen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2017\/07\/nach-krawallen-beim-g-20-gipfel-mit-ihnen-zu-sprechen-ware-der-weg-gewesen\/","title":{"rendered":"Nach Krawallen beim G-20-Gipfel: Mit ihnen zu sprechen w\u00e4re der Weg gewesen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das Treffen der M\u00e4chtigen der Welt in Hamburg hat die Chance auf einen wirklichen Dialog vertan. Ein Essay \u00fcber fehlende Worte.<\/b><br \/>\nAm Anfang war das Wort. Am Ende, wenn alles gut ging, steht auch das Wort. Produktive, verbindliche Worte wurden erwartet von der einflussreichsten Talkrunde der Welt, zu der sich die Staatschefs der st\u00e4rksten Industrie- und Schwellenl\u00e4nder ab Freitag in Hamburg versammelten. Aus hunderten Gespr\u00e4chen, tausenden Worten sollten die Unterh\u00e4ndler der Gruppe der zwanzig, der G 20, ein Schlusskommuniqu\u00e9 entstehen lassen, eine globale Agenda zu Klimaschutz, freiem Welthandel, Armutsbek\u00e4mpfung.<br \/>Heraus kam ein Kondensat, vielfach gefiltert von Unterh\u00e4ndlern in Nachtarbeit. Schwarz auf wei\u00df versprechen die G-20-Chefs jetzt freien Handel, offene M\u00e4rkte ohne Protektionismus, wie die USA ihn gern h\u00e4tten, um \u201eihre Sicherheit zu sch\u00fctzen\u201c, wie sie vorsch\u00fctzten. Zur Wahrung des Gesichts erkennt das Dokument \u201edie Rolle legitimer Verteidigungsinstrumente im Handel\u201c an. Klimasch\u00fctzer, schockiert von Amerikas Aufk\u00fcndigung des Pariser Abkommens, bekamen, was sie hofften: den klaren Bruch nach dem Wortbruch. Immerhin, 19: 1. Obwohl die T\u00fcrkei ank\u00fcndigte, das Pariser Abkommen vorerst nicht zu ratifizieren, bekannte auch sie sich mit allen anderen au\u00dfer den USA zur Absicht, die Klimaziele umzusetzen. Da kommt es auf jedes Wort an.<br \/>Worte sind das elementare Merkmal der Menschheit. Gesprochen, mit Worten kommuniziert, wurde am Feuer der H\u00f6hlen, beim Handeln auf den M\u00e4rkten jeder Epoche. Gesprochen wird in den Parlamenten der Moderne, deren Namensgeber das franz\u00f6sische Verb parler, sprechen, ist. Sprache ist die Essenz des Verhandelns, der Zivilisation. Ohne Dialoge kein Frieden, keine Vertr\u00e4ge und Abkommen. Dringend wird all das gebraucht, in Syrien, in der Ukraine. Verbal kamen die G 20 voran, bereit zu Verhandlungen \u00fcber Waffenruhe. Ivanka Trump wiederum, Milliard\u00e4rs- und Pr\u00e4sidententochter, bewarb erfolgreich ein Kreditprojekt der Weltbank f\u00fcr Unternehmerinnen in Entwicklungsl\u00e4ndern.<br \/>\u201eKrieg und Krisen \u00fcberall\u201c, hatte Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel in Hamburg vor dem Treffen konstatiert, \u201eNot und Armut\u201c. Seiner Sorge zum Trotz f\u00fcgte er an: \u201eDie Welt wird ja nicht besser, wenn wir nicht miteinander reden.\u201c Und: \u201eWenn ich nicht gerade Au\u00dfenminister w\u00e4re, w\u00fcrde ich wahrscheinlich mitdemonstrieren \u2013 aber ohne Gewalt.\u201c Da hatte der Krawall schon begonnen. Gabriel gab das Interview vor der Fassade des Hotel \u201eAtlantic\u201c an der Au\u00dfenalster, wo Angela Merkel und ihre Delegation \u00fcbernachteten. Errichtet wurde der hanseatische Prachtbau 1909 f\u00fcr transatlantische Dampferpassagiere, die sich dort oft \u00fcber ihre Gesch\u00e4fte in \u00dcbersee unterhalten haben werden. Nach 1945 diente das \u201eAtlantic\u201c britischen Besatzungsoffizieren als Unterkunft. In den R\u00e4umen wird man \u00fcber Krieg und Verbrechen gesprochen haben, \u00fcber Frieden und Wiederaufbau. Das alles kommt uns bekannt vor. Dramatisch ver\u00e4ndert, exponentiell zugenommen aber haben sich inzwischen die Chancen und Risiken des Kommunizierens. Die Dialoge und Nichtdialoge der Welt, in Hamburg wurden sie wie im Brennglas sichtbar.<br \/>Vielleicht war der friedlichste Ort die Elbphilharmonie, als die Gipfelteilnehmer Beethovens Neunte h\u00f6rten und der Chor die Worte \u201eAlle Menschen werden Br\u00fcder\u201c sang. Parallel diskutierten die Unterh\u00e4ndler durch die Nacht, analog und digital, in Dutzenden von Sprachen. Millionenfach schwirrte Gesimstes, Getweetetes, Gemailtes durch die Welt, ein in Nano-Teilchen aufgel\u00f6ster Globalstammtisch. Abertausende Au\u00dfenstehender wollten mitreden, geh\u00f6rt werden, auch stellvertretend f\u00fcr \u201edie Verdammten dieser Erde\u201c.<br \/>Das war nicht drin. Gipfelgespr\u00e4che finden in einer \u201eBlack Box\u201c statt, nicht nur Putin, Trump, Merkel, Erdogan sprechen miteinander hinter verschlossenen T\u00fcren. Journalisten schnappen Happen auf, Sprecher liefern Floskeln. Dieser \u201eBlack Box\u201c der Macht stand der \u201eSchwarze Block\u201c der Ohnmacht gegen\u00fcber, der dann marodierend durch die Stra\u00dfen zog: lokaler Krawall gegen den globalen Krawallmacher Trump, Randale vom Rand wider das Zentrum der Globalisierung. Die Ironie daran sei, \u201edass Donald Trump ebenfalls ein Globalisierungsgegner ist\u201c, bemerkte ein amerikanischer Reporter in Hamburg.<br \/>\u201eWelcome to Hell\u201c hatten die Radikalsten dr\u00e4uend gewarnt, ger\u00fcstet mit Leuchtraketen, Zwillen, Flaschen, Teppichmessern und Steinen. Die Interventionistische Linke hatte versprochen, sie werde \u201eden Gipfel st\u00f6ren. Die Stadt erobern\u201c, das Treffen \u201eder Despoten, der Herrschenden und ihrer Buchhalter\u201c. Einfacher, kl\u00fcger, weniger teuer w\u00e4re Deeskalation gewesen. Die Parks f\u00fcr Zeltlager \u00f6ffnen, Freibier und Pizza spenden, mit Sprechern Vereinbarungen \u00fcber das sp\u00e4tere Aufr\u00e4umen treffen, Fragen zulassen an die M\u00e4chtigen, Demonstranten zu Mediendebatten \u00fcber ihre Forderungen einladen: Worte statt Wasserwerfer. Die Hell-Hooligans w\u00e4ren isoliert worden.<br \/>Ermutigend w\u00e4re es gewesen, zu erleben, wie europ\u00e4ische Jugendliche, die w\u00fctend nach globaler Gerechtigkeit rufen, zum Dialog eingeladen werden. Ein Hoffnungszeichen w\u00e4re es gewesen in Hinblick auf unermesslich brutalere, ernste Konflikte, deren L\u00f6sung unter anderem in den H\u00e4nden der G 20 liegt, Konflikte, auf die diese Jugendlichen, wie verworren auch immer, hinweisen wollen. Mit ihnen zu sprechen w\u00e4re der Weg gewesen.<br \/>Am Ende stand weniger das Wort. Vorerst werden vor allem Bilder bleiben. Die \u201eFamilienfotos\u201c der Amtstr\u00e4ger, ihre Limousinen, Flugzeuge und die Szenarios der randalierenden armen Verwandten, Br\u00e4nde, Barrikaden, zornige junge Leute. Es wird darum gehen, gerade diese Bilder, die das politische Weltklima illustrieren, in Worte zu \u00fcbersetzen, die Sinn stiften. Caroline Fetscher<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 4.2<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nach-krawallen-beim-g-20-gipfel-mit-ihnen-zu-sprechen-waere-der-weg-gewesen\/20036668.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nach-krawallen-beim-g-20-gipfel-mit-ihnen-zu-sprechen-waere-der-weg-gewesen\/20036668.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Treffen der M\u00e4chtigen der Welt in Hamburg hat die Chance auf einen wirklichen Dialog vertan. 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