<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":829844,"date":"2018-01-09T16:09:00","date_gmt":"2018-01-09T14:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=829844"},"modified":"2018-01-09T18:08:22","modified_gmt":"2018-01-09T16:08:22","slug":"402-verhandlungstage-die-chronik-des-nsu-prozesses","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/de\/2018\/01\/402-verhandlungstage-die-chronik-des-nsu-prozesses\/","title":{"rendered":"402 Verhandlungstage: Die Chronik des NSU-Prozesses"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>In M\u00fcnchen wird seit Mai 2013 gegen Beate Zsch\u00e4pe und andere verhandelt. Unser Autor war an fast allen Prozesstagen dabei. Ein Blick in seine Chronik.<\/b><br \/>\nUnser Reporter Frank Jansen begleitet den NSU-Prozess in M\u00fcnchen von Beginn an. Er war bei fast jedem Prozesstag dabei und hat \u00fcber die meisten auch etwas geschrieben. Seine Reportagen sind dann jeweils verlinkt. Klicken Sie daf\u00fcr einfach auf den Tag. 500 Zeugen, juristische Scharm\u00fctzel: Lesen Sie hier eine Zwischenbilanz zum dritten Jahrestag des Prozessbeginns vom 6. Mai 2016. Der Prozess ist z\u00e4h und teuer &#8211; richtig so, kommentierte Frank Jansen nach 386 Verhandlungstagen.<br \/>Tag 1 \/ 6. Mai 2013: Turbulenter Auftakt. Vor dem Eingang zum Gerichtsbunker stehen Zuschauer und Journalisten in langen Schlangen. Manche Besucher sind schon in der Nacht gekommen, um sich einen der 100 Pl\u00e4tze auf der Trib\u00fcne im Saal A 101 zu sichern. Kurz vor zehn Uhr kommen die Angeklagten Beate Zsch\u00e4pe, Ralf Wohlleben, Carsten S., Holger G. und Andr\u00e9 E.. Im Mittelpunkt steht Zsch\u00e4pe, sie wird von Fotografen und Kameraleuten bedr\u00e4ngt und abgelichtet wie ein Filmstar. Die Frau reagiert, wie sie es nun t\u00e4glich machen wird: sie dreht den Journalisten den R\u00fccken zu.<br \/>Die Verhandlung dauert am ersten Tag nicht lange. Einer der drei Verteidiger Zsch\u00e4pes, Wolfgang Stahl, verliest einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter des 6. Strafsenats, Manfred G\u00f6tzl. Die Anw\u00e4lte st\u00f6rt, dass sie sich wie die Besucher abtasten und durchsuchen lassen m\u00fcssen. G\u00f6tzl \u00fcberrascht mit seiner Reaktion: er setzt die weitere Prozesswoche komplett ab. Der Befangenheitsantrag wird wie alle weiteren, die bis heute gestellt wurden, von Richtern des OLG abgelehnt.<br \/>Tag 2 \/ 14. Mai 2013: Bundesanwalt Herbert Diemer verliest den 35-seitigen Anklagesatz. Zsch\u00e4pe wird der Mitt\u00e4terschaft bei allen Verbrechen der Terrorzelle beschuldigt. Die Angeklagten Ralf Wohlleben und Carsten S. sollen die Pistole Ceska 83 besorgt haben, mit der die NSU-M\u00f6rder Uwe Mundlos und Uwe B\u00f6hnhardt neun Migranten erschossen. Holger G. und Andr\u00e9 E. sollen den NSU unterst\u00fctzt haben. Zsch\u00e4pes Verteidiger Wolfgang Heer beantragt, den Prozess auszusetzen.<br \/>Tag 3 \/ 15. Mai 2013: Wohllebens Verteidigerin Nicole Schneiders fordert ebenfalls, die Verhandlung auszusetzen. Laut Schneiders fehlen ihr Akten zur Waffe Ceska 83.<br \/>Tag 4 \/ 16. Mai 2013: Der Strafsenat lehnt die von Zsch\u00e4pes Verteidigern beantragte Aufzeichnung der Aussagen von Zeugen ab. Die Anw\u00e4lte der Hauptangeklagten k\u00fcndigen an, Zsch\u00e4pe werde sich nicht zur Anklage \u00e4u\u00dfern. Auch die Verteidiger Wohllebens und die von Andr\u00e9 E. erkl\u00e4ren, ihre Mandanten w\u00fcrden sich nicht einlassen. Nur Carsten S. und Holger G. wollen Angaben zu den Tatvorw\u00fcrfen machen.<br \/>Tag 5 \/ 4. Juni 2013: Der Angeklagte Carsten S. gesteht, er habe im Fr\u00fchjahr 2000 die Pistole Ceska 83 nach Chemnitz an Uwe Mundlos und Uwe B\u00f6hnhardt gebracht. Die beiden Neonazis versteckten sich dort mit Beate Zsch\u00e4pe. Carsten S. belastet zudem Ralf Wohlleben. Der soll den Kauf der Waffe eingef\u00e4delt und das Geld daf\u00fcr gegeben haben.<br \/>Tag 6 \/ 5. Juni 2013: Carsten S. setzt sein Gest\u00e4ndnis fort. Er gibt zu, sich in seiner Zeit in der rechten Szene in Jena an gewaltsamen Angriffen auf Nazi-Gegner und t\u00fcrkische Imbisse beteiligt zu haben.<br \/>Tag 7 \/ 6. Juni 2013: Holger G. verliest sein schriftlich formuliertes Gest\u00e4ndnis. Er habe f\u00fcr Mundlos, B\u00f6hnhardt und Zsch\u00e4pe 10 000 D-Mark aufbewahrt, B\u00f6hnhardt bei der Beschaffung eines Reisepasses und F\u00fc<br \/>hrerscheins geholfen und f\u00fcr Zsch\u00e4pe eine AOK-Karte besorgt, sagt G. in hektischem Ton. Au\u00dferdem habe er 2000 oder 2001 von Wohlleben eine Schusswaffe bekommen und sie nach Zwickau zu Mundlos, B\u00f6hnhardt und Zsch\u00e4pe gebracht. In Zwickau hatten die drei vom Sommer 2000 an bis zum Ende der Terrorzelle im November 2011 gelebt. Fragen zum Gest\u00e4ndnis will G.zun\u00e4chst nicht beantworten. Er hat es bis jetzt nicht getan.<br \/>Tag 8 \/ 11. Juni 2013: Carsten S. gesteht weiter und berichtet zudem unter Tr\u00e4nen von einem bislang nicht bekannten Sprengstoffanschlag, den Mundlos und B\u00f6hnhardt im Juni 1999 in N\u00fcrnberg begangen haben sollen. Dort explodierte in einem t\u00fcrkischen Lokal ein Sprengsatz, der in einer Taschenlampe eingebaut war. Ein Angestellter erlitt Verletzungen im Gesicht. Mundlos und B\u00f6hnhardt hatten Carsten S. in Chemnitz von der Tat erz\u00e4hlt, wollten aber nicht, dass Zsch\u00e4pe etwas davon mitbekommt.<br \/>Tag 9 \/ 12. Juni 2013: Carsten S. berichtet, Mundlos und B\u00f6hnhardt seien davon ausgegangen, der Anschlag in N\u00fcrnberg habe \u201enicht geklappt\u201c. Warum die beiden Terroristen das glaubten, bleibt unklar. Sicherheitsexperten kritisieren am Rande des Prozesses, dass die N\u00fcrnberger Beh\u00f6rden den Anschlag nicht nochmal untersuchten, nachdem die Terrorzelle NSU im November 2011 aufgeflogen war.<br \/>Tag 10 \/ 13. Juni 2013: Carsten S. will keine Fragen von den Verteidigern Wohllebens beantworten, weil der schweigt. Der gest\u00e4ndige Angeklagte betont, ihm sei wichtig, dass auch Wohlleben die Geschichte zur Ceska 83 erz\u00e4hle \u201eund nicht nur ich mich nackig mache\u201c. Wohlleben schweigt weiter.<br \/>Tag 11 \/ 18. Juni 2013: Bundesanwalt Herbert Diemer verk\u00fcndet, seine Beh\u00f6rde habe Ermittlungen zum Sprengstoffanschlag in N\u00fcrnberg aufgenommen. Carsten S. bestreitet bei Fragen von Anw\u00e4lten der Nebenkl\u00e4ger, die Ceska 83 bei einem Mittelsmann gezielt mit einem Schalld\u00e4mpfer bestellt zu haben.<br \/>Tag 12 \/ 19. Juni 2013: Ein Nebenklage-Anwalt wirft Wohllebens Verteidiger Olaf Klemke vor, der rechtsextremen Szene nahezustehen. Es gibt Streit, den der Vorsitzende Richter nur m\u00fchsam beenden kann. Carsten S. sagt am Ende der Befragung durch die Anw\u00e4lte der Nebenkl\u00e4ger, er wolle den Opfern des NSU und den Hinterbliebenen der Ermordeten \u201esein tiefes Mitgef\u00fchl ausdr\u00fccken\u201c.<br \/>Tag 13 \/ 20. Juni 2013: Wohllebens Verteidiger verlangen die sofortige Aufhebung des Haftbefehls gegen ihren Mandanten. Wohlleben sitzt seit November 2011 in Untersuchungshaft. Aus Sicht der Anw\u00e4lte hat Carsten S. in seinem Gest\u00e4ndnis die Ceska 83 nicht eindeutig als die Waffe identifziert, die er in Chemnitz Mundlos und B\u00f6hnhardt \u00fcbergab.<br \/>Tag 14 \/ 24. Juni 2013: Die Beweisaufnahme zu den zehn Morden des NSU beginnt. Zun\u00e4chst geht es um den Tod des t\u00fcrkischen Schneiders Abdurrahim \u00d6z\u00fcdogru. Mundlos und B\u00f6hnhardt hatten ihn am 13. Juni 2001 in seinem Ladenlokal in N\u00fcrnberg erschossen. Im Gerichtssaal werden Fotos der Leiche und des Tatorts auf zwei W\u00e4nde projiziert. Ein Polizist erl\u00e4utert die Bilder in kaltschn\u00e4uzigem Ton und erw\u00e4hnt, Werkstatt und Wohnung des T\u00fcrken h\u00e4tten einen \u201eunaufger\u00e4umten Eindruck\u201c gemacht.<br \/>Tag 15 \/ 25. Juni 2013: Ein Brandsachverst\u00e4ndiger der s\u00e4chsischen Polizei beschreibt den Zustand der Wohnung in Zwickau, die mutma\u00dflich Beate Zsch\u00e4pe am 4. November 2011 angez\u00fcndet hatte. Der Beamte beschreibt die Verw\u00fcstung und berichtet von den Waffen, die in den R\u00e4umen lagen.<br \/>Tag 16 \/ 26. Juni 2013: Der ehemalige Verwalter des zerst\u00f6rten Hauses in der Zwickauer Fr\u00fchlingsstra\u00dfe sagt, Zsch\u00e4pe habe sich im Sp\u00e4tsommer 2011 vehement dagegen gewehrt, dass ein Handwerker die T\u00fcr zu ihrem Keller \u00f6ffnet. In dem Raum waren m\u00f6glicherweise Waffen und Munition gelagert.<br \/>Tag 17 \/ 2. Juli 2013: Ein Beamter der Zwickauer Polizei sagt, Zsch\u00e4pe habe vor ihrer Festnahme am 8. November 2011 in Jena an Selbstmord gedacht. Das habe sie ihm am Abend des 8. November erz\u00e4hlt. Die Polizei hatte Zsch\u00e4pe zur Direktion Zwickau gebracht.<br \/>Tag 18 \/ 3. Juli: Ein Beamter des BKA schildert, wie er im Juni 2012 versuchte, Zsch\u00e4pe zum Reden zu bringen. Der Polizist, Typ rheinl\u00e4ndisches Schlitzohr, begleitete die Angeklagte bei einer Fahrt von der JVA K\u00f6ln-Ossendorf zum Gef\u00e4ngnis in Gera, wo Zsch\u00e4pe ihre im nahen Jena lebende Mutter und Gro\u00dfmutter treffen konnte. Scheinbar beil\u00e4ufig sprach der BKA-Mann mit Zsch\u00e4pe \u00fcber die ehemalige RAF-Terroristin Susanne Albrecht, die ein umfassendes Gest\u00e4ndnis abgelegt hatte und schon nach drei Jahren Haft Freig\u00e4ngerin wurde. Doch Zsch\u00e4pe lie\u00df sich nicht erweichen.<br \/>Tag 19 \/ 4. Juli 2013: Etwas wirre Waffenanalyse eines Beamten des BKA. Der Mann mit dem Irokesenschnitt hat zudem seine Lesebrille vergessen, ein Verteidiger von Carsten S. leiht ihm eine Taschenlupe.\u00b4<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 2.4<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/402-verhandlungstage-die-chronik-des-nsu-prozesses\/11666290.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/402-verhandlungstage-die-chronik-des-nsu-prozesses\/11666290.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In M\u00fcnchen wird seit Mai 2013 gegen Beate Zsch\u00e4pe und andere verhandelt. 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