Der Niedergang der Deutschen Bank spiegelte sich einmal mehr in den Wortmeldungen der Aktionäre an der diesjährigen Hauptversammlung. Die Kritik traf vor allem Aufsichtsratschef Achleitner. Konzernchef Sewing bereitete die Bank auf harte Einschnitte vor. Am Abend entlasteten die Aktionäre die Führungsgremien.
Während Paul Achleitner auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank auf das vergangene Jahr zurückblickte und Christian Sewing seinen Plan für die Zukunft präsentierte, fiel der Aktienkurs der Deutschen Bank auf ein Rekordtief. Die Titel des einst stolzen Instituts kosteten am Donnerstag zeitweise weniger als € 6.40 – ein Minus von mehr als 3%. Diese parallelen Ereignisse spiegeln das ganze Drama des Niedergangs von Deutschlands grösstem Geldhaus. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank können mit ihrer Idee für die Zukunft nicht überzeugen – und dies ist bereits seit etlichen Quartalen der Fall.
Konzernchef Sewing sagte den Aktionären zwar, dass die Bank zu harten Einschnitten bereit sei. Die Ankündigung bezog sich wohl vor allem auf das Investment Banking. Dieses müsse sich noch mehr auf seine Stärken konzentrieren. Doch viel konkreter wurde Sewing abermals nicht. Den Aktionären reichen Vertröstungen auf die Zukunft aber schon lange nicht mehr. Sie wollen nach dem jahrelangen Niedergang und den jüngst gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Commerzbank einen Plan bekommen, wie das Management der Deutsche Bank nachhaltig Gewinne und eine halbwegs passable Eigenkapitalrendite erzielen will. Dieser Plan fehlt weiterhin.
Vorerst bleibt Sewing seiner Strategie der Trippelschritte treu. Neben vielen schönen Worten («solides Fundament schaffen», «brauchen klare Ausrichtung», «bedarf weiterer Veränderungen») versprach der 50-Jährige, Abteilungen zusammenzulegen, Plattformen zu bauen, die auch für andere Marktteilnehmer attraktiv sind, Prozesse zu digitalisieren und die Bank rascher und radikaler umzubauen, um die Kosten zu senken und die Erträge zu erhöhen.

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