Der 33-jährige Spanier gewinnt den Final gegen Dominic Thiem 6:3,5:7,6:1,6:1 – und damit zum zwölften Mal das French Open. Was am Ende dieser Sandsaison niemanden überrascht, hatte sich an deren Anfang für einmal nicht abgezeichnet.
Es gab Momente in dieser Sandsaison, da dachte man, sie könnte enden in diesem Jahr, die Dominanz von Rafael Nadal in Roland-Garros. Nadal verlor in Monte Carlo gegen Fabio Fognini, Nadal verlor in Barcelona gegen Dominic Thiem, Nadal verlor in Madrid gegen Stefanos Tsitsipas, stets in den Halbfinals. Einen Monat vor dem French Open wartete er immer noch auf den ersten Turniersieg seit dem vergangenen August.
Unmittelbar vor der Sandsaison hatte Nadal wieder einmal an Knieproblemen gelitten, wegen einer Sehnenentzündung konnte er in Indian Wells nicht zum Halbfinal gegen Roger Federer antreten. Es schien bloss ein weiterer gesundheitlicher Rückschlag zu sein in einer Karriere, deren zweites prägendes Merkmal neben all den Siegen all die Verletzungen sind. Doch an diesem Punkt hatte sich etwas summiert, das die Frustrationstoleranz nicht nur strapazierte, sondern überstrapazierte.
Der Trainer Carlos Moya, 1998 selber French-Open-Sieger, blickte kürzlich in einem Gespräch mit der «New York Times» zurück auf die Zeit nach jenem Forfait. Nach früheren Rückziehern sei Nadal jeweils heimgereist, habe sich ein, zwei, drei Tage schlecht gefühlt – und dann wieder losgelegt.

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