<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1217978,"date":"2018-10-16T21:07:00","date_gmt":"2018-10-16T19:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1217978"},"modified":"2018-10-16T23:14:05","modified_gmt":"2018-10-16T21:14:05","slug":"eine-gesichtswahrende-losung-fur-den-kronprinz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2018\/10\/eine-gesichtswahrende-losung-fur-den-kronprinz\/","title":{"rendered":"Eine gesichtswahrende L\u00f6sung f\u00fcr den Kronprinz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Sollte die saudische F\u00fchrung gestehen, dass Kaschoggi tot ist, w\u00fcrde das Machthaber bin Salman aus der Schusslinie nehmen. In Istanbul gab es neue Hinweise.<\/b><br \/>\nDie Suche dauerte bis in den fr\u00fchen Morgen. Nach mehr als neun Stunden verlie\u00dfen Experten der t\u00fcrkischen Spurensicherung vor Sonnenaufgang am Dienstag das Geb\u00e4ude des Konsulats von Saudi-Arabien in Istanbul. Ob sie neue Hinweise auf den Tod des vermissten saudischen Dissidenten Dschamal Kaschoggi gefunden hatten, blieb offen. Der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan \u00e4u \u00dferte die Vermutung, der Journalist k\u00f6nne vergiftet worden sein. Nach Angaben Erdogans pr\u00fcften die Ermittler unter anderem, ob in dem F all Gift eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnte. Erdogan sagte vor Journalisten, die Ermittler gingen \u00ab\u00a0vielen Dingen nach, wie etwa toxischen Materialien und solchen Materialien, die entfernt wurden, inde m sie \u00fcbermalt wurden\u00a0\u00bb.<br \/>Doch unter dem wachsenden Druck der Ermittlungen und internationaler Proteste bewegt sich die F\u00fchrung in Riad inzwischen offenbar auf das Eingest\u00e4ndnis zu, dass Kaschoggi im Konsulat starb \u2013 f\u00fcr den \u00d6lstaat am Golf und seinen starken Mann, Kronprinz Mohammed bin Salman, k\u00f6nnte der Fall dennoch glimpflich ausgehen.<br \/>Seit Kaschoggi am 2. Oktober von einem Besuch in dem Konsulat im Istanbuler Stadtteil Levent nicht mehr zur\u00fcckkehrte, l\u00e4sst die t\u00fcrkische Polizei immer wieder Ermittlungserkenntnisse an die \u00d6ffentlichkeit durchsickern, die auf einen Mord hindeuten. Auch die Residenz des saudischen Konsuls in der N\u00e4he des Konsulats wurde am Dienstag durchsucht. Schon davor war die urspr\u00fcngliche saudische Darstellung, Kaschoggi habe das Konsulat lebend verlassen, kaum noch zu halten gewesen. Der Fernsehsender CNN und die \u201eNew York Times\u201c meldeten, die Regierung in Riad wolle offiziell zugeben, dass der regimekritische Journalist tats\u00e4chlich im Konsulat starb \u2013 weil ein Verh\u00f6r aus dem Ruder gelaufen sei und t\u00f6dlich endete. Die Verantwortung daf\u00fcr solle auf Mitarbeiter von Kronprinz Mohammed abgew\u00e4lzt werden, um den Thronfolger aus der Schusslinie zu nehmen, hei\u00dft es.<br \/>Ein kurzfristig anberaumter Besuch von US-Au\u00dfenminister Michael Pompeo in Riad deutet darauf hin, dass Washington nach einem gesichtswahrenden Ausweg f\u00fcr das saudische K\u00f6nigshaus sucht. Die F\u00fchrung in Riad setzt offenbar darauf, dass US-Pr\u00e4sident Donald Trump und andere Spitzenpolitiker sich das Wohlwollen der Monarchie erhalten wollten. \u201eVielleicht behalten sie Recht\u201c, schreibt der angesehene amerikanische Politologe Richard Haass auf Twitter.<br \/>Dass die US-Regierung bereit ist, den Fall Kaschoggi nicht zum Anlass einer ernsten Krise in den Beziehungen zu Riad zu machen, liegt an der wichtigen Rolle der Saudis als Verb\u00fcndete. Diese Bedeutung ist mit dem Aufstieg von Thronfolger Mohammed bin Salman, der sein Land wirtschaftlich modernisieren und von der Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6l befreien will, noch gestiegen.<br \/>Obwohl der Kronprinz konservative Regeln wie das Fahrverbot f\u00fcr Frauen abgeschafft hat, will er mit dem Umbau keine demokratischen Reformen verbinden. Schon vor Kaschoggis Verschwinden war MBS, wie der Thronfolger oft genannt wird, mit der Verhaftung von Widersachern und Aktivisten aufgefallen. Beobachter sprechen von einer \u201eEntwicklungsdiktatur\u201c, die einen Umbau und die Modernisierung des Staates ohne mehr Demokratie und politischer Freiheit anstrebt \u2013 vergleichbar mit Mustafa Kemal Atat\u00fcrk, der die T\u00fcrkei grundlegend ver\u00e4nderte, aber bis zu seinem Tod einen Ein-Parteien-Staat regierte.<br \/>Unnachgiebig zeigt sich MBS auch, wenn es um den Krieg im benachbarten Jemen geht. Vor dreieinhalb Jahren griff Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schlug sich im Kampf gegen die aufst\u00e4ndischen Huthis auf die Seite der sunnitischen Regierung. Damals war in Riad die Zuversicht gro\u00df, dass die Schlacht rasch gewonnen sein w\u00fcrde. Doch davon kann keine Rede sein. Hunderte f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung verheerende Luftangriffe haben die Huthis nicht in die Knie zwingen k\u00f6nnen. Deren Milizen feuern sogar Raketen Richtung Riad. Doch an einen R\u00fcckzug denkt der Prinz nicht. Den Preis daf\u00fcr zahlen die Jemeniten. Mehr als 10.000 Menschen wurden get\u00f6tet, Millionen hungern.<br \/>Trotz der wachsenden Kritik am Jemen-Krieg entspricht die Politik des Prinzen insgesamt amerikanischen Interessen. Washington w\u00fcnscht sich ein Saudi-Arabien, das nicht zuletzt wegen seiner Bedeutung f\u00fcr den weltweiten \u00d6l-Handel stabil bleibt, Amerikas Gegner in der Golf-Region bek\u00e4mpft und Israel st\u00e4rkt. Kronprinz Mohammed bin Salman, ein enger pers\u00f6nlicher Freund von Trumps Schwiegersohn und Nahost-Beauftragtem Jared Kushner, ist bei all diesen Punkten ein wichtiger Mann.<br \/>So teilt MBS die kompromisslose Gegnerschaft der US-Regierung gegen\u00fcber dem Iran. Auch unterst\u00fctzt er Kushners Plan f\u00fcr einen Friedensschluss zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern, der dem Vernehmen nach vor allem israelischen Interessen dient. Dar\u00fcber hinaus hat der saudische Thronfolger den Amerikanern neue R\u00fcstungsauftr\u00e4ge in H\u00f6he von mehr als 100 Milliarden Dollar versprochen \u2013 was Trump zu der \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rung veranlasste, er wolle die erhofften Einnahmen f\u00fcr die US-R\u00fcstungsindustrie nicht dem Fall Kaschoggi opfern. Auch Deutschland bem\u00fcht sich um ein besseres Verh\u00e4ltnis zu Saudi-Arabien. Der damalige Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel hatte Ende 2017 dem Golfstaat au\u00dfenpolitisches \u201eAbenteurertum\u201c vorgeworfen. Riad zog daraufhin ver\u00e4rgert seinen Botschafter aus Berlin ab. Der ist jetzt zur\u00fcckgekehrt \u2013 nachdem Deutschlands heutiger Chefdiplomat Heiko Maas (SPD) die \u201eMissverst\u00e4ndnisse\u201c der Vergangenheit bedauert hatte. Saudi-Arabien wertete dies als Entschuldigung.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 4.1<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-fall-kaschoggi-eine-gesichtswahrende-loesung-fuer-den-kronprinz\/23193218.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-fall-kaschoggi-eine-gesichtswahrende-loesung-fuer-den-kronprinz\/23193218.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollte die saudische F\u00fchrung gestehen, dass Kaschoggi tot ist, w\u00fcrde das Machthaber bin Salman aus der Schusslinie nehmen. 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