<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1270314,"date":"2018-11-21T18:55:00","date_gmt":"2018-11-21T16:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1270314"},"modified":"2018-11-21T18:24:27","modified_gmt":"2018-11-21T16:24:27","slug":"ex-krankenpfleger-zeigt-sich-im-prozess-reumutig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2018\/11\/ex-krankenpfleger-zeigt-sich-im-prozess-reumutig\/","title":{"rendered":"Ex-Krankenpfleger zeigt sich im Prozess reum\u00fctig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der wegen hundertfachen Mordes angeklagte Ex-Krankenpfleger Niels H\u00f6gel hat heute zu den einzelnen F\u00e4llen ausgesagt. Damals sei er empathielos gewesen, heute sch\u00e4me er sich.<\/b><br \/>\nAm zweiten Prozesstag hat sich der ehemalige Krankenpfleger Niels H\u00f6gel sich zu 26 der 100 angeklagten Morde ge\u00e4u\u00dfert. Einen Fall nach dem anderen gingen die Richter am Landgericht Oldenburg durch. Weil es so viele sind, wird der Angeklagte auch an den kommenden drei Verhandlungstagen zu den einzelnen F\u00e4llen befragt. An einige Taten konnte sich H\u00f6gel noch gut erinnern, an andere eigenen Angaben zufolge nicht mehr. Er sei empathielos und eiskalt gewesen, beschreibt sich H\u00f6gel selbst. Damals habe ihn der Tod von Patienten nicht ber\u00fchrt. Auf die Frage einer Anw\u00e4ltin der Nebenkl\u00e4ger, was er heute empfinde, sagte H\u00f6gel: Er empfinde Scham und Ekel vor sich selbst. Er k\u00f6nne sich nicht erkl\u00e4ren, wie er so werden konnte und was er f\u00fcr ein Mensch sei. Auch wenn es ihm niemand glaube, \u00ab\u00a0jeder Fall tut mir heute unendlich leid\u00a0\u00bb, sagte der 41-J\u00e4hrige, der wegen sechs anderer Taten bereits zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.<br \/>Zum Prozessauftakt Ende Oktober hatte H\u00f6gel bereits einger\u00e4umt, dass die Vorw\u00fcrfe gegen ihn grunds\u00e4tzlich zutreffen w\u00fcrden. Dies sei noch kein Gest\u00e4ndnis zu jedem Tatvorwurf, erkl\u00e4rte der Vorsitzende Richter Sebastian B\u00fchrmann. \u00ab\u00a0Es ist wichtig, dass wir unvoreingenommen aufkl\u00e4ren, was gewesen ist.\u00a0\u00bb Am Ende m\u00fcsse das Gericht in jedem einzelnen Fall entscheiden, ob H\u00f6gel schuldig sei oder nicht. F\u00fcr den zweiten Prozesstag hatte H\u00f6gel von B\u00fchrmann die Aufgabe bekommen, sich auf die ersten 30 F\u00e4lle vorzubereiten. Dazu durfte er einen speziell gesicherten Laptop mit in seine Gef\u00e4ngniszelle nehmen &#8211; mit Bildern und Patientenakten seiner mutma\u00dflichen Opfer. Die Taten liegen zum Teil mehr als 18 Jahre zur\u00fcck.<br \/>Die Richter befragten H\u00f6gel an diesem Prozesstag zu insgesamt 26 F\u00e4llen. An 15 F\u00e4lle konnte er sich erinnern und best\u00e4tigte vor Gericht, die Patienten \u00ab\u00a0manipuliert\u00a0\u00bb zu haben. Diese weisen in der Regel Besonderheiten auf. So konnte sich H\u00f6gel gut an eine Patientin erinnern, bei der ein Arzt eine unsachgem\u00e4\u00dfe Herzdruckmassage ausgef\u00fchrt habe. In einem anderen Fall sei er von einer Kollegin beeindruckt gewesen, die Kontakt zur Tochter einer get\u00f6teten Patientin hatte. An zehn F\u00e4lle konnte sich H\u00f6gel eigenen Angaben zufolge nicht erinnern. Er k\u00f6nne aber auch nicht ausschlie\u00dfen, dass er die Patienten \u00ab\u00a0manipuliert\u00a0\u00bb habe. Wieso er das nicht ausschlie\u00dfen k\u00f6nne, wollte der Vorsitzende Richter wissen. Darauf antwortete H\u00f6gel: \u00ab\u00a0Wer soll es denn sonst gewesen sein?\u00a0\u00bb Er k\u00f6nne sich niemand anderen vorstellen, der so etwas mache.<br \/>In einem Fall war sich der Angeklagte dagegen sicher, nichts mit dem Tod des Patienten zu tun zu haben. \u00ab\u00a0Das ist einer der wenigen Patienten, bei denen ich sagen kann, dass ich da keine Manipulation vorgenommen habe\u00a0\u00bb, sagte H\u00f6gel. Er erinnere sich an eine herrische Schwester, die sich oft in der N\u00e4he des Patienten aufgehalten und vor der er gro\u00dfen Respekt gehabt habe. Wieso dennoch bei der Obduktion R\u00fcckst\u00e4nde eines der bei anderen Taten verwendeten Medikamente gefunden wurden, wisse er nicht, so H\u00f6gel. Au\u00dferdem war der Krankenpfleger bei der Reanimation dabei, obwohl er gar keinen Dienst hatte.<br \/>Die Dunkelziffer m\u00f6glicher Mordversuche liegt vermutlich deutlich h\u00f6her, als bisher angenommen. Zum Teil liegen zwischen den einzelnen angeklagten Taten mehrere Monate. \u00ab\u00a0Ich habe keine Erinnerung daran, dass ich eine Pause gemacht h\u00e4tte\u00a0\u00bb, sagte H\u00f6gel. Es habe aber insgesamt mehr erfolgreiche Reanimationen gegeben als misslungene. Wie viele Taten der Krankenpfleger letztendlich beging, wird wohl ungekl\u00e4rt bleiben. Viele Patienten, die starben, wurden einge\u00e4schert, sodass die Ermittler keine Medikamenten-R\u00fcckst\u00e4nde mehr nachweisen konnten.<br \/>Laut Anklage spritzte H\u00f6gel zwischen 2000 und 2005 an den Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst Patienten im Alter von 34 bis 96 Jahren mit \u00fcberdosierten Medikamenten zu Tode. Anschlie\u00dfend versuchte er, die Opfer zu reanimieren, was in zahlreichen F\u00e4llen misslang. Als Motiv wird Nervenkitzel bei den Wiederbelebungen und Geltungssucht vor den Kollegen angenommen. H\u00f6gel sagte zum Prozessbeginn, er habe sich gut gef\u00fchlt und Anerkennung erfahren, wenn er Patienten erfolgreich reanimiert habe.<br \/>Aus Sicht der Staatsanwaltschaft beging H\u00f6gel die Taten heimt\u00fcckisch und aus niedrigen Beweggr\u00fcnden. An der bereits verh\u00e4ngten H\u00f6chststrafe f\u00fcr H\u00f6gel wird der aktuelle Prozess nichts \u00e4ndern. Allerdings k\u00f6nnte das Urteil Einfluss darauf haben, wann und ob er \u00fcberhaupt jemals wieder auf freien Fu\u00df kommt. Die rund 120 Nebenkl\u00e4ger erhoffen sich in erster Linie, dass H\u00f6gel mehr Details zu den Todesumst\u00e4nden ihrer Angeh\u00f6rigen preisgibt und alle F\u00e4lle aufgekl\u00e4rt werden. Der Prozess ist bis Mitte Mai 2019 terminiert.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 4.2<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/oldenburg_ostfriesland\/Ex-Krankenpfleger-zeigt-sich-im-Prozess-reumuetig,hoegel392.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/oldenburg_ostfriesland\/Ex-Krankenpfleger-zeigt-sich-im-Prozess-reumuetig,hoegel392.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der wegen hundertfachen Mordes angeklagte Ex-Krankenpfleger Niels H\u00f6gel hat heute zu den einzelnen F\u00e4llen ausgesagt. 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