<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1292490,"date":"2018-12-08T09:22:00","date_gmt":"2018-12-08T07:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1292490"},"modified":"2018-12-08T12:03:14","modified_gmt":"2018-12-08T10:03:14","slug":"cdu-parteitag-ein-hauch-von-matriarchat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2018\/12\/cdu-parteitag-ein-hauch-von-matriarchat\/","title":{"rendered":"CDU-Parteitag: Ein Hauch von Matriarchat"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Mehr Politik kann man von einem einzigen Tag nicht erwarten: Was die Vorsitzendenwahl der CDU f\u00fcr die Partei, die M\u00e4nner, die SPD und das Land bedeutet.<\/b><br \/>\nDer R\u00fcckzug Angela Merkels vom Parteivorsitz und der Sieg von Annegret Kramp-Karrenbauer \u00fcber Friedrich Merz im Nachfolgekampf ist das wahrscheinlich bedeutendste innenpolitische Ereignis dieses Jahres. Die Folgen sind vielf\u00e4ltig und einschneidend.<br \/>1. Ein Hauch von Matriarchat Erstmals in der deutschen Nachkriegszeit, vielleicht sogar erstmals in der Geschichte \u00fcberhaupt ging ein so gro\u00dfer Batzen Macht von einer Frau zu einer anderen Frau \u00fcber. Der Versuch, die 18 Jahre w\u00e4hrende Phase weiblicher Dominanz im Politikstil und im Habitus zu beenden oder gar zu revidieren, schlug am Ende fehl. Friedrich Merz versuchte es mit der \u00fcberkommenen Methode mittlerer Allwissenheit und ge\u00fcbter Schneidigkeit, Jens Spahn mit einer frischen Burschikosit\u00e4t, einem Hoppla-jetzt-komm-ich-Stil. Hoppla kommt jetzt sp\u00e4ter. Die in den Tiefen des patriarchalischen 20. Jahrhunderts und den klimatisierten Chefetagen der Finanzwelt geschulte M\u00e4nnlichkeit wiederum kommt vielleicht gar nicht mehr, jedenfalls nicht in der Politik, nicht in Deutschland. <br \/>Der Machtwechsel von Frau zu Frau bedeutet jedoch nicht nur, dass eine Revision abgewehrt wurde, vielmehr setzte er auch in der Art und Weise Ma\u00dfst\u00e4be. Merkel gibt die Macht auf v\u00f6llig andere Weise aus der Hand als ihre Vorg\u00e4nger in h\u00f6chsten Partei- und Staats\u00e4mtern. Keine Spur von der Selbstpathetisierung, der Larmoyanz, den Rachebed\u00fcrfnissen, wie man sie von Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schr\u00f6der kannte. Stattdessen hielt Merkel eine Rede (fast) ohne jede Spitzen, diszipliniert verzichtete sie auf jedwede offene Unterst\u00fctzung ihrer Favoritin Kramp-Karrenbauer \u2013 um Kramp-Karrenbauer nicht zu schaden. Wolfgang Sch\u00e4uble hingegen wies diese Disziplin einmal mehr nicht auf, er unterst\u00fctzte Merz offen und bef\u00f6rderte so den Verdacht, dass da zweierlei Rache zusammen gekommen sein k\u00f6nnte, seine und die von Merz. Dieses Zuwenig an Disziplin und Zuviel an Rache bei Sch\u00e4uble erkl\u00e4rt vielleicht auch, warum er nie Kanzler wurde, Merkel aber schon. So oder so markiert es einen Unterschied zwischen weiblicher und m\u00e4nnlicher Politik.<br \/>2. Rechtsdrift vorerst gestoppt Sp\u00e4testens seit der Silvesternacht 2015\/16 driftete das Land, gezogen vom Migrationsthema, mehr und mehr nach rechts. Erst der krachend gescheiterte Versuch der CSU, die AfD mit AfD-Themen und AfD-Rhetorik zu bek\u00e4mpfen, hat dieses fatale perpetuum mobile in diesem Sommer zun\u00e4chst gestoppt. Mit Merz&rsquo; Kandidatur drohte eine etwas zivilisiertere Wiederauflage dieses Experiments. Auch die Medien rechts der Mitte frohlockten schon wieder, dass die Themen Migration und die Bek\u00e4mpfung der AfD wieder ins Zentrum der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckkehren w\u00fcrden, nachdem im Herbst pl\u00f6tzlich dem \u00d6kologiethema so viel Aufmerksamkeit geschenkt worden war. Nach dem CDU-Parteitag besteht nun erneut die Chance, dass die Republik ihre Probleme nach Gr\u00f6\u00dfe und nicht nach Erregungspotential priorisiert. <br \/>3. Ein Aufbruch war das nicht Parteien und \u00d6ffentlichkeit \u00fcbersch\u00e4tzen oft die Nachhaltigkeit innerparteilicher Wahlk\u00e4mpfe mit ordentlich Basisbeteiligung. Man lobt dann immer die Lebendigkeit der Demokratie, die Fairness der Kandidatinnen und so weiter. Was auch in diesem Fall wieder alles zutrifft. Allerdings ist die CDU in diesen Wochen inhaltlich keinen Schritt vorangekommen, Merz blieb \u00fcberscharf im Gestern, AKK unscharf im Jetzt. Nach wie vor hat die Partei nicht einmal ansatzweise verstanden, dass Digitalisierung und \u00d6kologie nicht einfach irgendwelche Themenfelder sind, die zu den schon bekannten politischen Problemen hinzukommen, sondern die Seinsformen von Politik und Demokratie im 21. Jahrhundert. Zumindest probehalber m\u00fcssten die Parteien, allen voran die letzte verbliebene Volkspartei, alle Politik von diesen beiden gro\u00dfen Menschheitsentwicklungen her denken. Nur dann k\u00f6nnten sie aus der H\u00f6lle der Vergeblichkeit entfliehen, in der sie seit einigen Jahren gefangen sind, weil sie das 21. Jahrhundert mit den Instrumentarien des 20. zu bew\u00e4ltigen versuchen. <br \/>Ein solcher Aufbruch ist auch unter der neuen Vorsitzenden bisher nicht in Sicht. Darum k\u00f6nnte Kramp-Karrenbauer verf\u00fchrt sein, den nun ziemlich frustrierten und aufgebrachten konservativen Fl\u00fcgel der Union mit konservativen Lippenbekenntnissen und Tischfeuerwerken zu integrieren. So lange es nach vorne hin nichts Richtiges, Faszinierendes, Gro\u00dfes gibt, ist jedes R\u00fcckw\u00e4rts m\u00f6glich.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Politik kann man von einem einzigen Tag nicht erwarten: Was die Vorsitzendenwahl der CDU f\u00fcr die Partei, die M\u00e4nner, die SPD und das Land bedeutet. Der R\u00fcckzug Angela Merkels vom Parteivorsitz und der Sieg von Annegret Kramp-Karrenbauer \u00fcber Friedrich Merz im Nachfolgekampf ist das wahrscheinlich bedeutendste innenpolitische Ereignis dieses Jahres. 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