<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1294192,"date":"2018-12-09T17:31:00","date_gmt":"2018-12-09T15:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1294192"},"modified":"2018-12-09T18:03:13","modified_gmt":"2018-12-09T16:03:13","slug":"im-warteraum-der-macht-annegret-kramp-karrenbauer-auf-dem-weg-zur-kanzlerin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2018\/12\/im-warteraum-der-macht-annegret-kramp-karrenbauer-auf-dem-weg-zur-kanzlerin\/","title":{"rendered":"Im Warteraum der Macht: Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Weg zur Kanzlerin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Annegret Kramp-Karrenbauers Karriere begann gem\u00e4chlich. Bis vor kurzem war sie vor allem lokal im Saarland t\u00e4tig. Als CDU-Parteichefin ist sie nun aber auch designierte Bundeskanzlerin. Wie kam sie dahin?<\/b><br \/>\nAnnegret Kramp-Karrenbauer, 56, ist am Freitag in Hamburg zur Chefin der Christlich Demokratischen Union Deutschlands gew\u00e4hlt worden. Sie \u00fcbernimmt das Amt von Angela Merkel, die den Parteivorsitz der CDU achtzehn Jahre innehatte. Ein \u00abHauch von Matriarchat\u00bb, so kommentierte die \u00abZeit\u00bb den Umstand, dass erstmals in der Nachkriegszeit \u00abein so grosser Batzen Macht\u00bb von einer Frau an eine andere \u00fcbergehe. Kramp-Karrenbauer ist damit zur designierten Kanzlerin geworden. Das ist schon etwas und will doch noch nichts heissen. Denn im Warteraum zur Macht kann es noch ungem\u00fctlich werden.<br \/>Annegret Kramp-Karrenbauer ist im Saarland aufgewachsen, genauer in P\u00fcttlingen. Zur franz\u00f6sischen Grenze sind es zwanzig Kilometer \u2013 tiefster Westen. Die meisten Leute sind hier katholisch, so auch die Familie Kramp. Der Vater ist Sonderschullehrer und engagiert sich f\u00fcr Arbeitslose, die Mutter ist Hausfrau. Annegret wird 1962 als f\u00fcnftes Kind geboren, ein weiteres folgt. Der erste Lehrgang in Politik sei die Grossfamilie gewesen. \u00abMan kann lernen, wie man Koalitionen bildet, um Interessen durchzusetzen, und wie man taktisch vorgeht\u00bb, sagt Kramp-Karrenbauer in einer eben erschienenen Biografie. Diese tr\u00e4gt den Titel: \u00abIch kann, ich will, ich werde\u00bb.<br \/>Die Schulen durchl\u00e4uft sie in P\u00fcttlingen und V\u00f6lklingen. Nach dem Abitur studiert sie Politik- und Rechtswissenschaften an den Universit\u00e4ten Trier und Saarbr\u00fccken. Mit 22 Jahren heiratet sie Helmut Karrenbauer, einen Bergbauingenieur \u2013 die beiden lernten sich im Turnverein kennen. Im selben Jahr, 1984, wird sie Stadtr\u00e4tin in P\u00fcttlingen. Es ist ihr erstes politisches Amt, daneben studiert sie weiter, bekommt ihr erstes Kind.<br \/>Der Anfang der Karriere ist gem\u00e4chlich. 1990 schliesst sie ihr Studium ab, im Jahr darauf wird sie zum zweiten Mal Mutter und tritt eine Stelle in der CDU Saar an. 1998 kann sie f\u00fcr den ehemaligen Umweltminister Klaus T\u00f6pfer in den Deutschen Bundestag nachr\u00fccken. Als noch im selben Jahr ein neues Parlament gew\u00e4hlt wird, scheidet Kramp-Karrenbauer aus. Kaum hat sie ihren saarl\u00e4ndischen Wirkungskreis einmal verlassen, ist sie schon wieder zur\u00fcck in der Heimat.<br \/>Im Jahr darauf wird Kramp-Karrenbauer Mitglied des saarl\u00e4ndischen Landtags, ein Amt, das sie erst 2018 wieder abgibt. Gleichzeitig ist sie pers\u00f6nliche Referentin von Peter M\u00fcller, dem damaligen Chef der CDU-Landtagsfraktion, der kurze Zeit sp\u00e4ter Ministerpr\u00e4sident wird und eine lange Regierungszeit der Sozialdemokraten im Saarland beendet. M\u00fcller ist ihr F\u00f6rderer und Mentor. \u00abEs gibt keine Aufgabe, die man Annegret nicht anvertrauen kann\u00bb, sagt er. Nun folgt Amt um Amt.<br \/>Im Jahr 2000 wird Kramp-Karrenbauer Innenministerin im Saarland; sie ist die erste Frau in Deutschland, die dieses Amt aus\u00fcbt. Ihr Mann arbeitete anfangs noch in der Nacht im Bergwerk, nun k\u00fcmmert er sich Vollzeit um die Familie, die noch um ein drittes Kind angewachsen ist. Kramp-Karrenbauer wird Bildungs- und Arbeitsministerin. 2011 folgt sie M\u00fcller im Amt als saarl\u00e4ndischer Ministerpr\u00e4sident.<br \/>Wegen personeller Probleme in der FDP beendet sie schon nach kurzer Zeit die Jamaica-Koalition mit den Liberalen und den Gr\u00fcnen \u2013 und sorgt damit bei der Bundeskanzlerin f\u00fcr Entsetzen. Merkel soll Kramp-Karrenbauer am Telefon angebr\u00fcllt haben wegen der politischen Unruhe, die sie im Saarland verursache. Als sich die CDU bei der Neuwahl 2012 sogar leicht verbessert und die SPD deutlich hinter sich l\u00e4sst, ist der Haussegen wiederhergestellt. Kramp-Karrenbauer nahm das Risiko und behielt die Nerven. Ihre zweite Landtagswahl als Ministerpr\u00e4sidentin bekommt dann sogar nationale Signalwirkung. 2017, wenige Monate vor der Bundestagswahl, macht die CDU im Saarland 40,7 Prozent und deklassiert die Sozialdemokraten um mehr als zehn Prozentpunkte.<br \/>Die Wahl ist aus zweierlei Gr\u00fcnden interessant. Obschon das Image der CDU in der Fl\u00fcchtlingskrise bei vielen W\u00e4hlern gelitten hat, st\u00fcrzt sie im Saarland nicht ab. Kramp-Karrenbauer hat sich mittlerweile den Ruf einer \u00abMini-Merkel\u00bb erarbeitet. In der unaufgeregten Art, Politik zu betreiben, schien sie sich von der Kanzlerin kaum zu unterscheiden; deren umstrittene Fl\u00fcchtlingspolitik unterst\u00fctzte sie \u2013 all das schien ihr nicht zu schaden. Was aber noch entscheidender war: Die Wahl im Saarland nahm dem damaligen SPD-Chef Martin Schulz den Zauber. Der R\u00fcckkehrer aus Br\u00fcssel, so schwante es allm\u00e4hlich selbst seinen Anh\u00e4ngern, f\u00fchrte die SPD nicht zum Erfolg.<br \/>Der Gang nach Berlin hatte Kramp-Karrenbauer bis dahin kein Gl\u00fcck gebracht. Ende 2017 schlug sie Merkel bei einem Abendessen vor, Generalsekret\u00e4rin der CDU zu werden. Im Februar wurde sie gew\u00e4hlt, mit fast 99 Prozent Zustimmung. Das war die Grundlage, um nun, nach wenigen Monaten, die Nachfolge von Merkel als CDU-Chefin zu \u00fcbernehmen.<br \/>Sie werde der Kanzlerin Paroli bieten, \u00abwo es im Interesse der Partei notwendig ist\u00bb, k\u00fcndigte Kramp-Karrenbauer am Samstag in der ARD an. \u00abDas, was gut ist, wird fortgef\u00fchrt, und dort, wo es etwas zu \u00e4ndern gibt, werden wir es \u00e4ndern.\u00bb Die Sprache ist vertraut, sie erinnert an Merkel. Sie selbst liest ihre Wahl so, dass die CDU von der Grundstruktur her so bleiben wolle, wie sie ist. Die Partei habe aber auch deutlich Themen benannt, \u00abwo sie sich Ver\u00e4nderungen w\u00fcnscht\u00bb. Als Erstes wolle sie sich um Migrations- und Sicherheitspolitik k\u00fcmmern.<br \/>Kramp-Karrenbauer gilt als konservativer als Merkel. So lehnt sie zum Beispiel die Homo-Ehe ab. Vor wenigen Tagen erkl\u00e4rte sie aber, das Gesetz zur \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen zu wollen. Ob sie auf konservativen Standpunkten auch beharren will, wird sich noch zeigen.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annegret Kramp-Karrenbauers Karriere begann gem\u00e4chlich. Bis vor kurzem war sie vor allem lokal im Saarland t\u00e4tig. Als CDU-Parteichefin ist sie nun aber auch designierte Bundeskanzlerin. Wie kam sie dahin? Annegret Kramp-Karrenbauer, 56, ist am Freitag in Hamburg zur Chefin der Christlich Demokratischen Union Deutschlands gew\u00e4hlt worden. 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