<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1830164,"date":"2021-01-31T23:04:00","date_gmt":"2021-01-31T21:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1830164"},"modified":"2021-02-01T00:09:33","modified_gmt":"2021-01-31T22:09:33","slug":"ein-jahr-nach-dem-brexit-haben-die-briten-sich-verpokert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/01\/ein-jahr-nach-dem-brexit-haben-die-briten-sich-verpokert\/","title":{"rendered":"Ein Jahr nach dem Brexit: Haben die Briten sich verpokert?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die britische Regierung will ein Jahr nach dem Brexit schnell ein Handelsabkommen mit den USA abschlie\u00dfen. Doch was sagt die Biden-Administration dazu?<\/b><br \/>\nMehr aktuelle News finden Sie hier Seit einem Jahr ist Gro\u00dfbritannien nicht mehr Mitglied der Europ\u00e4ischen Union \u2013 und f\u00fcr diese Post-Brexit-Zeit hatte sich die Regierung hohe Ziele gesetzt. Ein \u00ab\u00a0Champion des freien Handels\u00a0\u00bb wolle man werde \u2013 so dr\u00fcckt es das Londoner Handelsministerium aus. Auch Premierminister Boris Johnson hat seinen Landsleuten versprochen: Wenn das Land nicht mehr in der EU ist, wird es Handelsabkommen mit Partnerstaaten auf der ganzen Welt schlie\u00dfen. Hinter seinem prominentesten Vorhaben in diesem Bereich stehen allerdings Fragezeichen. Im Fr\u00fchjahr 2020 hatte das Vereinigte K\u00f6nigreich Verhandlungen mit den USA \u00fcber ein Freihandelsabkommen aufgenommen. Mit dem damaligen Pr\u00e4sidenten Donald Trump glaubte Johnson einen Partner auf der anderen Seite des Atlantiks zu haben: Trump h\u00e4lt nicht viel von der EU und hatte sich f\u00fcr den Brexit ausgesprochen. Die beiden L\u00e4nder teilen zudem eine gemeinsame Sprache und Geschichte, zum Teil auch die Vorliebe f\u00fcr eine marktliberale Wirtschaftsordnung. Den Briten versprach Trump im Januar 2020 einen \u00ab\u00a0enormen Handelsdeal\u00a0\u00bb. Inzwischen ist der Republikaner abgew\u00e4hlt, in Washington regiert jetzt der Demokrat Joe Biden. Viele Experten werteten dessen Wahlsieg als R\u00fcckschlag f\u00fcr Johnsons Handelspl\u00e4ne. Der neue Mann im Wei\u00dfen Haus gilt als Bef\u00fcrworter der europ\u00e4ischen Zusammenarbeit, den Brexit hat er sehr kritisch gesehen. \u00ab\u00a0Pr\u00e4sident Biden hat angek\u00fcndigt, sich zun\u00e4chst auf die inneren Herausforderungen zu konzentrieren\u00a0\u00bb, sagt Anahita Thoms im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion. Die Rechtsanw\u00e4ltin ist Partnerin der Kanzlei Baker McKenzie und Expertin f\u00fcr internationalen Handel. \u00ab\u00a0Biden wird sich vor allem auf die Bew\u00e4ltigung der Corona-Pandemie fokussieren. Au\u00dferdem hat er angek\u00fcndigt, dass er zuallererst die heimische Wirtschaft ankurbeln will\u00a0\u00bb, sagt Thoms. \u00ab\u00a0Ich denke, dass die Chancen auf ein Abkommen unter Joe Biden etwa gleich gro\u00df bleiben\u00a0\u00bb, sagt wiederum Martin Braml, Experte f\u00fcr internationalen Handel am ifo-Institut, im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion. F\u00fcr die Amerikaner sei das Vereinigte K\u00f6nigreich als Absatzmarkt f\u00fcr Lebensmittel interessant. Mit der Europ\u00e4ischen Union hatten sich Handelsgespr\u00e4che aus USA-Sicht immer schwierig gestaltet \u2013 vor allem, weil die EU ihre Agrarm\u00e4rkte sch\u00fctzen will. \u00ab\u00a0Die Briten haben aber ein weniger emotionales Verh\u00e4ltnis zu ihrer Landwirtschaft\u00a0\u00bb, sagt Braml. Sie k\u00f6nnten zudem auf st\u00e4rkere Exporte ihrer Automarken in die USA hoffen. \u00ab\u00a0Und bei den Finanzdienstleistungen haben beide Seiten Interesse an einer Liberalisierung.\u00a0\u00bb Braml sieht daher zumindest aus wirtschaftlicher Sicht keine Hindernisse f\u00fcr ein Freihandelsabkommen. \u00ab\u00a0Da wird weiterverhandelt, und wahrscheinlich wird es in den n\u00e4chsten Jahren auch zu einem Abschluss kommen.\u00a0\u00bb Johnson hatte auf ein UK-US-Abkommen noch in diesem Jahr gehofft. \u00ab\u00a0Das halte ich f\u00fcr ausgeschlossen\u00a0\u00bb, sagt Rechtsexpertin Thoms. Ein Handelsvertrag zwischen zwei so gro\u00dfen Volkswirtschaften nehme mehrere Jahre in Anspruch. Die enge politische Freundschaft mache die Verhandlungen nicht automatisch einfacher \u2013 die USA seien harte Verhandlungspartner. \u00ab\u00a0Ich merke immer wieder, dass der Fortschritt sehr stark davon abh\u00e4ngt, wie viel Zeit die jeweiligen Regierungen investieren\u00a0\u00bb, sagt Thoms. Dass vor allem die amerikanische Seite derzeit eher weniger Zeit investiert, glauben viele Beobachter. Handelsabkommen w\u00fcrden auf der Priorit\u00e4tenliste der Biden-Administration ganz unten stehen, sagte der britische Handelsexperte Peter Holmes dem Online-Magazin \u00ab\u00a0Politico\u00a0\u00bb. \u00ab\u00a0Ein separater Handelsdeal mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich wird relativ unwichtig sein.\u00a0\u00bb Als f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt hat Gro\u00dfbritannien gro\u00dfes wirtschaftliches Gewicht. Ohne die EU-Mitgliedschaft besitzt das Land zwar weniger Verhandlungsmacht, kann daf\u00fcr aber unabh\u00e4ngiger agieren.2020 hat London schon mehrere bilaterale Freihandelsabkommen ausgehandelt: etwa mit Japan, Singapur, Vietnam und der T\u00fcrkei. Die EU hat mit diesen Staaten allerdings ebenfalls Handelsvertr\u00e4ge vereinbart. Die Deals haben den Briten also in erster Linie geholfen, die Wirtschaftsbeziehungen mit diesen L\u00e4ndern auf den Stand der Vor-Brexit-Zeit zu bringen. Martin Braml vom ifo-Institut findet es trotzdem erstaunlich, dass das K\u00f6nigreich schon mehr als 70 Abkommen ausgehandelt hat. Der Deal in letzter Minute mit der Europ\u00e4ischen Union hat zudem verhindert, dass die Insel vom europ\u00e4ischen Markt abgeschnitten ist. \u00ab\u00a0Den Marktzugang zur EU haben die Briten erhalten, au\u00dferdem haben sie viele EU-Handelsvertr\u00e4ge in eigenes Recht \u00fcberrollt\u00a0\u00bb, sagt Braml. \u00ab\u00a0Zumindest aus handelspolitischer Sicht ist bisher nicht zu erkennen, dass der Brexit f\u00fcr Gro\u00dfbritannien sch\u00e4dlich gewesen w\u00e4re.\u00a0\u00bb Anahita Thomas sieht das anders. \u00ab\u00a0Man muss sich doch fragen: Steht die Handlungsfreiheit, die man sich durch den Brexit erkauft hat, im Verh\u00e4ltnis zu den Nachteilen? Ich denke, dass das nicht der Fall ist.\u00a0\u00bb Die Briten seien durch den Deal mit der EU weiter an bestimmte Regeln des europ\u00e4ischen Binnenmarktes gebunden. Auch das Nicht-EU-Mitglied Schweiz \u00e4rgere sich h\u00e4ufig \u00fcber Normen und Gesetze aus Br\u00fcssel, passe seine eigenen Regeln dann aber doch daran an. \u00ab\u00a0Im Rahmen von internationalen Vertr\u00e4gen kann man nicht einfach machen, was man will, sondern muss sich an die Vereinbarungen halten\u00a0\u00bb, betont Thoms. Auch ohne die Vollmitgliedschaft bleibt die Europ\u00e4ische Union zudem der wichtigste Handelspartner der Briten. Rund 20 Prozent der britischen Exporte gehen zwar in die USA. Selbst die Regierung in London sch\u00e4tzt den Wohlstandsgewinn durch ein britisch-amerikanisches Freihandelsabkommen aber auf lediglich 0,07 bis 0,16 Prozent. 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